Afghanistan: Simar Samar erhält Alternativen Nobelpreis

Zum ersten Mal geht der seit 1980 verliehene Alternative Nobelpreis nach Afghanistan an die Ärztin Simar Samar „für ihren Mut
im Kampf für Menschenrechte in einer der instabilsten Regionen der Welt“. Sie hat im Afghanistan während des Taliban-Regimes Mädchenschulen betrieben und Krankenpflege für Frauen organisiert. Im Jahr 2001 wurde sie als Ministerin für Frauenangelegenheiten für die afghanischen Regierung ausgewählt und als eine der fünf Stellvertreter Präsident Hamid Karzais bestimmt. Sie übte dieses Amt jedoch nur bis zu ihrem Rücktritt im Jahr 2002 aus.

Im Juni 2002 wurde die „Afghanische Menschenrechtskommission“ gebildet und Sima Samar ihre Vorsitzende. Auch unter Präsident Karzai pocht sie auf Gerechtigkeit für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und kritisiert die Nichtaufarbeitung vieler Menschenrechtsverletzungen. Mehr Informationen zu ihren Standpunkten finden sich in einem Interview mit ihr auf  TAZ Online aus dem Jahr 2011:

http://www.taz.de/Zehn-Jahre-nach-Sturz-der-Taliban/!82297/

Weitere Preise gingen an einen US-Friedensforscher, eine britische Initiative gegen den internationalen Waffenhandel und an den türkischen Umweltschützer Hayrettin Karaca.

Indien: Richter erklärt, Frauen sollen sich an Gewalt und Missbrauch durch Ehemänner anpassen

Ein indischer Richter in Bangalore hat einer misshandelten und missbrauchten Ehefrau am 31. August 2012 erklärt, sie solle sich an die häusliche Gewalt, die von ihrem Ehemann an ihr begangen wurde, anpassen, anstatt sich scheiden zu lassen. Der Richter mit dem Namen Bhaktavatsala Karnataka, Richter am Hohen Gericht in Bangalore/Indien vertrat den Standpunkt, dass Prügel und sexueller Missbrauch des Ehemanns durch seine Fähigkeit, sie finanziell zu versorgen, gerechtfertigt wäre.

Als er sie ihm Gericht ansprach, erklärt der Richter der Frau: „Frauen leiden in allen Ehen. Sie sind verheiratet und haben zwei Kinder, und sie wissen, was es bedeutet, als Frau zu leiden … Ihr Ehemann macht gute Geschäfte, er wird sich um sie kümmern. Warum reden Sie immer noch über seine Schläge?“

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Boletín de LA UNION DE MUJERES SOLIDARIAS DE PERU

estimadas compañeras:  aca les enviamos el boletin del mes de agosto y setiembre de nuestra organizacion ,
esperamos recibir noticias de ustedes. MUJERES EN LUCHABoletín  de LA UNION DE MUJERES SOLIDARIAS DE PERU.
CONTENIDO:

_ Un año con OLLANTA: Un análisis de como sentimos las mujeres el actual gobierno.

_Rumbo al segundo encuentro mundial de mujeres.

_Conga no va.

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South Africa: Solidarity to the Marikana mine workers and their families!

Südafrika: ein Teil der verhafteten Minenarbeiter ist wieder frei! Nachdem die Polizei in der südafrikanischen Platinmine
Marikana in Südafrika bei einem barbarischen Polizeieinsatz 34 gegen Entlassungen streikende Bergarbeiter erschossen hat und 78 weitere verwundet, hatte sie anschließend 270 Bergleute verhaftet und ihnen (!) die Tötung ihrer erschossenen Kumpels zur Last gelegt. Auf dem Hintergrund weltweiter Proteste sind jetzt zunächst 162 dieser Kumpels wieder freigelassen worden. Dieser ungeheuerliche Vorgang, erst streikende Arbeiter zu erschießen und dann deren Tod den überlebenden Kollegen zur Last zu stellen, erfordert die weltweite Solidarität aller Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der internationalen Frauenbewegung. Der Richter hatte die Anklage nicht begründet. Juristen gehen jedoch davon aus, dass er sich bei der Verhaftung der Bergleute auf ein Gesetz aus der Zeit des Apartheidsregimes beruft, wonach bei einer Schießerei unter Beteiligung der Polizei alle Menschen angeklagt werden, die vor Ort festgenommen wurden.

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BERICHT DER 1. AFRIKANISCHEN KONFERENZ DER BASISFRAUEN

Vom 10. bis 14. Juli 2012 fand in Lomé (Togo) das erste Treffen der Pionierinnen der Konferenz der Basisfrauen Afrikas statt, mit Frauen aus 6 afrikanischen Ländern: Südafrika, Marokko, Demokratische Republik Kongo, Burkina Faso, Mali und Togo. Im Hotel Acropolis Guest House trafen sich die Frauen in kleiner Runde und diskutierten über den Start der Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent zur Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas/Venezuela vom 4. bis 8. März 2011.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Ankunftszeiten der Delegierten konnten die Arbeiten, die am 10. Juli beginnen sollten, schließlich erst am nächsten Tag, dem 11. Juli gegen 16 Uhr unter Anwesenheit fast aller Teilnehmerinnen beginnen.

 

Mittwoch, 11. Juli

Die Eröffnungsrede wurde von Clariste Moube gehalten, der Delegierten aus Mali, sie begrüßte alle und rief zunächst die Ziele der Konferenz in Erinnerung, bevor die Eindrücke aller Teilnehmerinnen gesammelt wurden.

Nach dieser Kurzauswertung stellte jede Delegierte in der Runde sich selbst und ihre Organisation vor. So konnten wir uns eine nach der anderen gegenseitig kennen lernen und eine herzliche Arbeitsatmosphäre schaffen.

  • Mariam CHIABI, Delegierte aus Marokko ; von der marokkanischen Menschenrechtsvereinigung, ehemalige marxistisch-leninistische Aktivistin an der Universität;
  • Clariste SOH-MOUBE, Delegierte aus Mali ; Forschungsassistentin am Centre Amadou Hampâté BA (CAHBA) und Globalisierungsgegnerin,
  • Marie France BAYEDILA BAWUNINA aus der Demokratischen Republik Kongo, Pastorin der Evangelischen Gemeinschaft im Kongo, Koordinatorin mehrerer Gemeinden (7), Gründerin und Präsidentin des CLEF, (Cercle de Liaison et d’Entraide Féminine, Kreis für Verbindung und gegenseitige Hilfe der weisen Frauen): « die weise Frau baut ihr Haus » ;
  • Marie Paula LOGOSU-TEKO, Delegierte aus Togo, Präsidentin des CLEF; Schulleiterin,
  • Micheline Wendyam KABORE, Delegierte aus Burkina Faso, Präsidentin des Vereins Frauen und Entwicklung, technische Assistentin  für die Handwerkervereinigung Burkina Fasos;
  • Charlie BULELWA, Delegierte aus Südafrika, Aktivistin der radikalen Linken, Gründerin der Bewegung Abanobi (1999), Gewerkschaftsaktivistin.

 

Nach dieser Vorstellung erfolgte eine Definition des Konzepts: Clariste, die an der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas teilgenommen hatte, gab einen kurzen historischen Abriss. Im Anschluss daran gab es zahlreiche Verständnisfragen und Gespräche; danach wurden die Beschlüsse der 1. Konferenz im März 2011 in Caracas vorgelesen.

Nach Klärung des Konzepts und der Ziele der Konferenz wurde ein Programm für das Treffen aufgestellt.

Im Konsens befürworteten alle Delegierten die Idee, am Ende der Arbeiten ein Ablaufblatt, einen Plan für die jährlichen Aktionen und eine Geschäftsordnung zu erstellen. Mit der Erstellung des Programms endete der erste Tag.

 

Donnerstag, 12. Juli

Die Arbeit wurde zeitig am Morgen mit organsatorischen Fragen wieder aufgenommen.

So bestimmten wir entsprechend den Beschlüssen von Caracas

zwei (02) Koordinatorinnen mit einem Mandat von zwei (02) Jahren:

•           Clariste SOH-MOUBE, Delegierte aus Mali; und

            •           Charlie BULELWA, Delegierte aus Südafrika.

zwei (02) Stellvertreterinnen:

•           Mariam CHAIBI, Delegierte aus Marokko; und

            •           Micheline Wendyam KABORE, Delegierte aus Burkina Faso.

Weiterhin wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe pro Region vorgeschlagen, um die Organisation und die Umsetzung der Aktivitäten in jedem Land und zwischen den verschiedenen Teil-Regionen zu erleichtern.

 

Damit wurde eine räumliche Aufteilung Afrikas mit einem Brennpunkt pro Region vorgenommen:

•           Norden: Mariam CHAIBI,

•           Mitte: Marie France BAYEDILA,

            •           Westen: Marie Paula LOGOSU-TEKO

            •           Osten: Milka ISINTA,

            •           Süden: Charlie BULELWA.

 

Die Koordinierung der Tätigkeiten der afrikanischen Konferenz geschieht über Skype-Treffen von 1,5 Stunden an jedem 1. Samstag im Monat ab 10 Uhr WEZ

Alle 2 Jahre ist ein Treffen zur Auffrischung der Koordinierung im Vorfeld der afrikanischen Konferenzen vorgesehen. Die Frauen aus Südafrika und Marokko haben ihr Land für die Durchführung der nächsten afrikanischen Konferenz der Basisfrauen im Jahr 2014 vorgeschlagen; das Ergebnis wird Ende Dezember 2012 erwartet.

All diese Vorschläge werden in der Geschäftsordnung, im Aktionssplan und im Ablaufblatt im Anhang des vorgelegten Berichts aufgeführt.

 

Um 15.30 Uhr fand im Konferenzsaal des Acropolis-Hotels in Lomé ein Treffen zum Gespräch mit der togolesischen Zivilgesellschaft statt. Bei diesem Treffen waren auch etwa 10 Vertreter der Audio-, Radio- und Fernsehsender Togos anwesend.

 

Dieses Treffen fand mit bedeutender Beteiligung und einem freimütigen und vorwärtstreibenden Gespräch statt. Die verschiedenen Vertreter der anwesenden Organisationen bekundeten ihr Interesse und Engagement für das Konzept der Konferenz. Es gab viel Interesse am einzigartigen Charakter der Konferenz und vor allem an ihrem Eintreten für die Interessen der Basisfrauen. Mit großer Hoffnung warten sie auf die Schlussfolgerungen der Arbeiten und die Umsetzung des künftigen Aktionsplans. Auch wurde der Wunsch nach Beteiligung der Männer an dieser hervorragenden Aufgabe geäußert.

In diesen zwei langen Stunden des Austauschs wurden viele Fragen gestellt und diskutiert, unter anderem Fragen bezüglich der Ziele der Konferenz:

  • Wie werden die Bedürfnisse der Basisfrauen in der Umsetzung der Konferenz berücksichtigt?
  • Über welche Mittel werden die Frauen für diese Aktivitäten verfügen?
  • Was wird sich mit der neuen Bewegung im täglichen Leben der Frauen verändern?
  • Welche Aktivitäten sollen in jedem Land durchgeführt werden?
  • Wie wird die Information verbreitet?
  • Welche Hilfsmittel und Strategien werden für die Umsetzung der Aktivitäten eingesetzt, nachdem bei gewissen Strategien bereits vor Ort ihre Begrenztheit deutlich wurde? Und so weiter.

Das Treffen endete gegen 17.30 Uhr mit einem Cocktail, bei dem die TeilnehmerInnen mit den Delegierten sprechen und sich ein wenig über die Erfahrungen in ihren jeweiligen Ländern informieren konnten.

 

Freitag, 13. Juli

Der dritte Arbeitstag sollte für die Ausarbeitung der verschiedenen Dokumente genutzt werden, die zur Beendigung des Treffens vorgesehen waren. So hatten zu Beginn des Nachmittags das Ablaufblatt und der Entwurf für den Aktionsplan schon Form angenommen und der Entwurf der Geschäftsordnung war begonnen. Dann mussten die Konferenzteilnehmerinnen jedoch ihre Arbeit unterbrechen, um der Ministerin für Frauenförderung in Togo einen Besuch abzustatten.

Um 16 Uhr wurden wir von Ihrer Exzellenz Frau H. Olivia AMDJOGBE-KOUEVI, Ministerin für Frauenförderung, in ihrem Büro empfangen. Das Gespräch drehte sich um die afrikanische Konferenz der Basisfrauen, die Ziele der Konferenz und die Wahl des Tagungslandes Togo sowie das Engagement der Vereinigung CLEF und ihre Tätigkeit zur Förderung der Frau in Togo. Frau Ministerin sagte, sie fühle sich durch den Besuch geehrt und beglückwünschte die Konferenzteilnehmerinnen zu ihrer Initiative und ihrem Mut. All diese Ermutigungen und ihre Unterstützung begleiten uns, denn sie schätzt die Zivilgesellschaft und insbesondere die Bewegungen der Frauen als bedeutende Verbündete, die für die Erreichung der Förderungs- und Entwicklungsziele für die afrikanische Frau unumgänglich sind.

Die Konferenzteilnehmerinnen verabschiedeten sich von der Ministerin für Frauenförderung gegen 17 Uhr nach einem Familienfoto und Adressenaustausch.

 

Samstag 18. Juli

 

Die afrikanische Konferenz der Basisfrauen 2012 endete wie sie begann in guter Laune und fröhlicher Stimmung mit einem Festessen bei Frau LOGOSU-TEKO, unserer Gastgeberin, die uns alle nacheinander zu unseren Flugzeugen für den Rückflug begleitete.

Wir verabredeten uns in zwei (2) Jahren in Südafrika oder Marokko.

GABRIELA and Defend Job Philippines: Emergency Relief HELP

Liebe Schwestern, liebe Freunde,

Bis heute sind ungefähr zwei Millionen Filipinos Opfer der Überschwemmungen geworden, die durch einen Südwestmonsun
verursacht sind, der die Regemenge eines Monats in gerade drei Tagen in Metro Manila und nahe gelegene Provinzen in den Philippinen fallen lassen hat. Tausende von Familien drängen sich jetzt in überfüllten Evakuieren-Zentren, weil ihre Häuser überschwemmt sind von Knietief bis zum Hals tiefen Flutwasser nachdem Flüsse und Dämme überliefen.. Sie brauchen dringend Ihrer Hilfe.

Unsere Mitglied-Organisation GABRIELA, Nationaler Zusammeschluss der Frauen, hat „Lingap Gabriela“ angefangen: „Katastrophe-Entlastungsoperationen für Frauen und ihrer Familien“, und haben Nahrungsmittelsachen, sauberes Trinkwasser, Milchpulver für Kinder und stillende Mütter, Grund-Arzneimittel, Erste Hilfe Bedarf, Kleidung, Schlaf-Matten, Decken und Toilettensachen geliefert an betroffene Familien überall in Metro Manila seit Dienstag. Wir appellieren an freundliche Herzen um Hilfe, indem sie entweder Bargeld oder in der Art wie oben aufgeführt spenden. Hier ist die Kontakt-Info von GABRIELA auf englisch:

120807 Gabriela Call for Action Fluthilfe englischer Text

120807 Defend Job Philippines Call for Urgent Relief for Victims of Flood in Metro Manila

120807 Defend Job Philippines Aufruf Hilfe fuer Flutopfer deutsch

Monika Gärtner Engel schrieb an beide Organisationen:

To Melona Daclan, Defend Job Philippines

To GABRIELA Philippines

Liebe Melona,  liebe Joan Salvador,

wir haben euren Bericht über die verheerenden Regenfälle und Überschwemmungen in Metro Manila und anderen Gebieten der Philippinen erhalten und schicken euch solidarische und herzliche Grüße. Es ist gut, dass Defend Jobs und GABRIELA eng mit den Menschen verbunden sind und Versorgung der Bevölkerung mit dem Nötigsten unterstützen.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl ist bei den Opfern der Flut.

Wir fordern, dass die philippinische Regierung alles tut um die Bevölkerung zu versorgen und in Sicherheit zu bringen! Aber ich war auch sehr beeindruckt, bei meinem Besuch in Manila zu hören, wie Gabriela in einem Viertel bei der letzten großen Überschwemmung die volle Verantwortung übernommen hat. Denn auf die regierungen können wir uns nicht verlassen.

Liebe Freundinnen, wir werden euren Aufruf zur Hilfe über unser homepage verbreiten und arbeiten mit den deutsch-philippinischen Freunden zusammen zu eurer Unterstützung.

Wir wünschen euch viel Erfolg in eurem Kampf gegen die Wassermassen ebenso wie gegen korrupte Politik.

Solidarische Grüße

Monika Gärtner-Engel

Die Deutsch-Philippinischen Freunde organisieren folgende Spendeniniative:

Liebe Freundinnen und Freunde,

anbei ein kleiner aktueller Bericht zur Flutkatatstrope in den nördlichen Teilen der Philippinen infolge der dramatischen Klimaveränderungen weltweit.

Falls ihr Sachen zu verschicken habt, wir senden gerade 3 Boxen Balik Bayan von Stuttgart (weitere Stationen gibt es in Heilbronn und Schäbisch Hall im Süden und Düsseldorf, Berlin jenseits des Mains usw.) nach den Philippinen, oder ihr könnt andere Arten von Spenden tätigen für die Flutopfer über uns oder über die Deutsch-Philippinischen Freunde. Meldet euch, wir holen wenn möglich die Sachen ab.

Das wichtigste ist aber, dass wir aktiv werden oder unsere Aktivitäten verstärken gegen die Ursachen dieser Klimaveränderungen mit unabsehbaren Folgen für die Lebensgrundlage der Menschheit und der Natur überhaupt.

Eine Mitgliedschaft bei den Deutsch-Philippinischen Freunden als Mitglied in Solidarität International, der internationalen Hilfs-und Solidaritäts-Organisation, für 1,50 Monat ist beispielsweise eine Art Dauerspende über die aktuelle Situation hinaus.

Herzliche Grüße, Eberhard und Susanne

weitere Informationen siehe:

http://dp-freunde.de/comm/2012/08/flutkatastrophe-in-den-cordilleren-durch-taifun-gener/

Sowie ein weiterer Spendenaufruf zur Unterstützung der Flutopfer auf Englisch:

Appeal-for-support-for-typhoon-victims

 

Gabriela Philippinen: Erklärung zur UN-Konferenz in „Rio“

Verteidigt die Umwelt und die Menschheit mit einem echten Programm, das die Rechte von Frauen, Männern und Kindern auf eine nachhaltige Zukunft schützen wird! Erklärung von GABRIELA Philippinen zur UNO-Konferenz über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20)


Seit dem Rio-Erdgipfel von 1992 haben die Vereinten Nationen, die auf Geheiß der imperialistischen Mächte arbeiten, die Agenda 21, die Erklärung von Rio, die Waldgrundsätze und das Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen, das Übereinkommen über biologische Vielfalt und andere Instrumente erarbeitet, um die Sprache des Umweltschutzes zur Verschleierung der globalen Ziele des Monopolkapitals zu benutzen, nämlich die natürlichen und menschlichen Ressourcen der Welt für die Profitgier der Konzerne zu kontrollieren, unter sich aufzuteilen und auszuplündern.

Die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung und ihre UNO-Partneragenturen sind wieder dabei, die Manöver der industriellen Supermächte in der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro vom 20. bis zum 22. Juni zu inszenieren und den ideologischen Kreuzzug des Monopolkapitals abzusegnen, um rechtsverbindliche Vereinbarungen zu verabschieden, die die Opferung der Reichtümer der unterentwickelten Länder an den weiter liberalisierten Handel formalisieren, unser gemeinsames, von unseren Vorvätern ererbtes Land und Wasser privatisieren und alles deregulieren würden, was vom Schutz der Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung  vor dem Wüten des internationalen Handels übrig bleibt.


Hinter den Alibiworten vom Schutz der Umwelt und der sozialen Gerechtigkeit rammt uns Rio+20 den Ausdruck „Green Economy“ in den Schlund als Mantra für nachhaltige Entwicklung. Die werktätigen Massen der philippinischen Frauen und ihre Familien wenden sich gegen dieses irreführende Greenwashing-Programm, da es weitreichende Auswirkungen auf unsere Lebensgrundlagen, unsere Menschenwürde und das ökologische Gleichgewicht unserer Städte, Wälder und in der Landwirtschaft haben wird.


Die genannten Ziele der „Green Economy“ beinhalten die effiziente Nutzung von Ressourcen, niedrigeren Ausstoß von Treibhausgasen, neue Quellen wirtschaftlichen Wachstums, soziale Gerechtigkeit und Integration. Der Entwurf der neuen Erklärung von Rio zwanzig Jahre nach dem Scheitern des ersten Dokuments verheißt jedoch mehr Schrecken für Frauen, für das Volk und die Umwelt der Philippinen.



Anstatt die Probleme anzusprechen, die die Abholzung, der Bergbau und die Fischereiunternehmen für unsere Ökologie gebracht haben, drängt die Green Economy auf mehr kapitalistische Investitionen, die Millionen von indigenen Frauen, Bäuerinnen und Fischerinnen und ihre Familien von ihren angestammten Siedlungsgebieten, von ihren Höfen und ihren Fischfanggebieten vertreiben würden, da nun einheimische und ausländische Firmen ermutigt werden, „Emissionsrechte“ und andere Finanzinstrumente zu erwerben, die Siedlungsgebiete in Wiederaufforstungsgebiete, in geschützte Gebiete oder in regenerative Energieparks umwandeln, die Einheimische nicht betreten dürfen.



In den kleinen und großen Städten sehen wir voraus, dass sogenannte grüne NGOs mit den Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten, um Haushalte dazu zu zwingen, teure grüne Technologien bezahlt aus ihren eigenen Taschen einzuführen wie z.B. schadstoffarme Küchenherde oder gasbetriebene Motorräder, alles im Namen des Klimaschutzes.



Große Mengen fremden Kapitals unter dem Deckmantel grüner Investitionen zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen werden bereits verwandt, um Wasservorkommen wie der Angat-Stausee zu erneuern und zu privatisieren, um sicherzustellen, dass  Wasser und Elektrizität für Millionen von armen Frauen in der Stadt noch teurer werden.



Diese Green Economy, mit der Rio+20 hausieren geht und die jetzt unserem Land vom Marionettenregime von Präsident Noynoy Aquino als Öffentlich-Private-Partnerschaft angedreht wird, ist das gleiche bankrotte neoliberale Wirtschaftsmodell. Im Wesentlichen wurde die Sprache der Welthandelsorganisation in das Dokument kopiert. Es ist nicht überraschend, dass in der endgültigen Fassung des Dokuments jeglicher Bezug auf Geschlechtergleichheit, Stärkung der Frauen und Menschenrechte entfernt wurde. Rio+20 bietet lediglich mehr Armut, mehr Naturkatastrophen, mehr globale Erwärmung, viel weniger Arbeitsplatz-,  Gesundheits- und Einkommenssicherheit für Frauen, während die Massenmigration aus klimatischen Gründen und der Sex-Handel, Gewaltverbrechen gegen Frauen und überhaupt die völlige Zerstörung des Ökosystems verschlimmert werden.


Mit Millionen von Frauen, Männern und Kindern auf der ganzen Welt marschieren wir gemeinsam gegen die falschen grünen Versprechungen von Rio+20 und die Angriffe durch die Gier der Konzerne. Wir machen Euch auf den parallel stattfindenden Gipfel der Völker in Rio aufmerksam, außerdem auf den Protest am 20. Juni vor der US-Botschaft in Manila als Teil des weltweiten Aktionstags zu Rio+20, wo Tausende von Volksorganisationen, Massenbewegungen und fortschrittliche Gruppen wirkliche Pläne zur Rettung des Planeten schmieden. Wir werden die Umwelt und die Menschheit mit einem echten Plan verteidigen, der die Rechte von Frauen, Männern und Kindern auf eine nachhaltige Zukunft schützen wird.

GABRIELA Philippines 


GABRIELA ist eine basis-orientierte Allianz von mehr als 200 Frauenorganisationen, -institutionen, -referaten und -programmen in den Philippinen.  Wir streben danach, den Kampf für die Befreiung der Frau und unseres Volkes zu führen.

Download in English:

120625 Philippinen Gabriela Women March against false green promises; defend the environment and humanity_US