Bericht vom 28. September aus Brüssel

 

Europakoordinatorin Suse Bader 

12.10.17

„My body my choix!“ und „Wir wollen kein Weißes Haus, wir wollen Revolution“

skandierten über 1000 meist junge Frauen am 28. September, dem Internationalen Tag des Rechts auf Abtreibung bei einer Demonstration in Brüssel. Der Weltfrauenmarsch Europa hatte im Rahmen der Kampagne „für das Recht auf Abtreibung in ganz Europa!“ aufgerufen. Die Kampagne zielt darauf, „dass die Rechte der Frauen, die Freiheit über ihren Körper zu verfügen, das Recht auf Abtreibung und Gesundheit in allen europäischen Ländern respektiert werden und als Grundrecht für die Gleichheit in das europäische Recht aufgenommen werden.“ (Europäischer Aufruf)

Mit ihrer Kampagne greift der Weltfrauenmarsch ein wichtiges und hochaktuelles Thema der Frauenbewegung auf und positioniert sich dabei auch gegen „reaktionäre, konservative und rückwärtsgewandte Regierungen“ (Europäischer Aufruf). Besonders die Delegationen aus Polen und Irland wurden stürmisch begrüßt. Weitere Delegationen kamen aus der Schweiz, Polen, Frankreich, Niederlande, Spanien, England und aus Deutschland war ich als Europakoordinatorin der Weltfrauenkonferenzen angereist.  Zeitgleich demonstrierten Frauen (und Männer) in Portugal, Italien, Griechenland und außerhalb Europas in Brasilien.

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Aufruf zum Internationalen Aktionstag gegen Feminizid am 3. August

Aufruf zum Internationalen Aktionstag gegen Feminizid!  

Lasst uns durch unsere gemeinsame Organisierung

den 3. August zum internationalen Kampftag gegen Feminizid machen!

Am 3. August 2017 jährt sich der genozidale Angriff des sog. Islamischen Staats (IS) gegen ezidische KurdInnen im nordirakischen Sindschar [kurd. Şengal] zum dritten Mal. Die am 3. August 2014 begonnenen Angriffe und Massaker führten nicht nur zu einer humanitären

Katastrophe, sondern hatten zum Ziel, die ezidische Religionsgemeinschaft auszulöschen. Als Mitteldazu richtete sich der Angriff systematisch gegen Frauen. Daher stellt dieser Genozid in seiner Form zugleich auch einen Feminizid dar.

Am 3. August 2014 wurde die Weltöffentlichkeit Zeuge eines genozidalen Angriffs durch den IS mit Ziel der Auslöschung einer der ältesten Religionsgemeinschaften, den Eziden. Nachdem sich die in Sindschar stationierten Peschmerga-Kräfte der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) an diesem Tag ohne Vorwarnung zurückgezogen und die dort lebenden Menschen somit dem IS schutzlos ausgeliefert hatten, begann für die ezidische Gemeinschaft systematische Massakrierung, Vergewaltigung, Folterung, Vertreibung, Versklavung von Mädchen und Frauen sowieZwangsrekrutierung von Jungen als Kindersoldaten.

Hier der vollständige Aufruf zum Download in deutsch:
Aufruf zum internationalen Aktionstag gegen Feminizid
Aufruf zum Aktionstag in Kurdisch:
Bangawaziya ji bo roja calakiya navnetewî dijî qirkirina jinê
Aufruf zum Aktionstag in Türkisch:
Kadın Kırımına Karşı Uluslararas- Eylem Gunu İçin Çağrı

Wir Weltfrauen planen lokal bundesweit verschiedene Aktionen, die gefilmt oder fotografiert werden und per Email und Facebook an JIN EZIDI weiter geleitet werden, damit die ezidischen Frauen in Shengal wissen, dass die Weltfrauen den 3. August nicht vergessen haben und hinter ihnen stehen.

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Für das Recht auf Abtreibung – Frauen entscheiden!

Europäischer Aufruf des Weltfrauenmarschs in Europa:

Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in ganz Europa! 

Mobilisierungen in ganz Europa rund um den 28. September 2017

Die Delegationen an der Demonstration in Brüssel 28. September 2017

In Solidarität mit allen Frauen in Europa, nach dem beispielhaften Kampf der spanischen Frauen im Jahr 2014, Polen 2016, fordern wir, dass die Rechte von Frauen, die Freiheit über ihren Körper zu verfügen, das Recht auf Abtreibung und Gesundheit in allen europäischen Ländern respektiert werden und als Grundrecht für die Gleichheit in das europäische Recht aufgenommen werden.

Heute untersteht das Recht auf Abtreibung in Europa der Gerichtsbarkeit der Staaten.

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Grußwort Verdi an Garment Workers Trade Union Centre Bangladesch

Am 24. April jährte sich das schreckliche Unglück von Rana-Plaza / Bangladesh zum 4ten Mal. Damals, 2013 stürzte ein ganzes Fabrikgebäude ein und begrub die darin arbeitenden Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter. Profitgier und tiefste Menschenverachtung waren der Grund, warum keine Sicherheitsvorkehrungen, Fluchtwege oder eine stabile Bauweise das Unglück verhinderte. Mehr als 1.100, hauptsächlich junge Arbeiterinnen, starben, ca. 2.500 Menschen wurden sehr schwer verletzt, viele von ihnen kämpfen heute noch um eine Gesundheitsversorgung und Wiedergutmachung.

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Interview bei der ersten internationalen Konferenz jesidischer Frauen

Interview mit einer Vertreterin der „Plattform für in Gefangenschaft gehaltene Frauen“, und Aktivistin der TJA am 11.3.17 am Rande der Internationalen ezidischen Frauenkonferenz in Bielefeld. Geführt von Susanne Bader, Europakoordinatorin. Beide Frauen kennen sich aus  Diyarbakir vom außerordentlichen Frauenkongress der KJA/TJA.

S: hallo, wie schön dich hier zu treffen, gesund und in Freiheit; wie geht es euch? Sind auch die anderen Frauen wohl auf? Ich habe gelesen, was Besime Konca zu ihrer Anhörung durch das Gericht gesagt hat. Bitte grüße sie und die anderen inhaftierten Frauen ganz herzlich.

K: ich freue mich auch sehr, dich zu sehen. Wir erleben Zeiten großer Repressalien, wir freuen uns über eure Solidarität.

S: Es interessiert mich natürlich brennend, wie der Internationale Frauentag verlaufen ist. Ihr habt zu einer Aktionswoche aufgerufen, kannst du mir berichten? Ich würde das gerne auf der Homepage der Weltfrauenkonferenz bekannt machen und auch in anderen Medien?!

K: ja, sehr gerne.

Sie berichtet:

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Solidaritätserklärung nach Madrid

“An die streikenden Frauen in Madrid! Aus Deutschland und den Niederlande senden wir Euch mutigen Frauen solidarische Grüße! Als Europakoordinatorinnen im Weltfrauenprozess haben wir von unserenWeltfrauen aus Asturien und Barcelona von eurem Hungerstreik und den Repressalien durch die Polizei erfahren! Mit eurer Aktion macht ihr die spanische Öffentlichkeit aufmerksam auf die zunehmende Gewalt und Mord an Frauen. Ihr setzt dabei euere Gesundheit aufs Spiel! Euer Protest trifft auf ein weltweites Problem und wir wünschen euch viel Kraft, Zuversicht und Erfolg! Wir grüßen euch und laden euch ein, Teil der Weltfrauenbewegung zu werden!

Europakoordinatorinnen, Suse Bader/Deutschland; Halinka Augustin/NL;stellvertretende Europakoordinatorin Zaman Masudi/Deutschland

Madrid: Frauen im Hungerstreik

Madrid: Frauen in Hungerstreik

Mujeres in Puerta de Sol gegen Gewalt an Frauen.

Seit dem 9. Februar befinden sich Frauen im Hungerstreik. Damit wollen sie gegen die enorme und zunehmende Gewalt der Männer an Frauen protestieren. Sie fordern die Regierung und alle politischen Parteien auf, ein Gesamtgesetz gegen Gewalt an Frauen zu beschließen. Die Organisation Gallega Ve-la-luz zur Verteidigung von Frauen, Kinder und Überlebenden von Gewalt an Frauen und Missbrauch, begann die Aktion am 9. Februar 2017 offen bis zu einem Tag, über den die Frauen selber entscheiden.

 

Solidaritätsgrüße können unter:

http://www.asociacionvelaluz.es/_noticias/2017/02/06/ve-la-luz-solicita-que-sea-cuestin-de-estado-la-lucha-contra-el-terrorismo

gesendet werden.

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Spendensammlung “Zuflucht in Togo”

Sitsope – „Zuflucht“ für junge Frauen und Mädchen in Togo!

Wir Europakoordinatorinnen rufen auf, die Spendensammlung für ein Frauenprojekt in Togo zu unterstützen!

Der Internationale Frauentag 2017 ist dazu eine hervorragende Gelegenheit – von Kontinent zu Kontinent – von Basisfrauen zu Basisfrauen die internationale Solidarität praktisch zu organisieren.
Sitsope heißt „Zuflucht“ und ist eine Frauenselbstorganisation mit 20 Mitgliedsgruppen in Togo.

Ihre Arbeit ist von zukunftsweisender Bedeutung denn gerade Frauen und Mädchen sind besonders betroffen von Arbeitslosigkeit, Analphabetentum und Armut. Die Lage der Menschen ist katastrophal, es fehlt am Nötigsten. Unter diesen Bedingungen müssen die Frauen das Leben der Familien organisieren. Mädchen können immer seltener zur Schule gehen. Sitsope fördert die wirtschaftliche und soziale Selbständigkeit von Frauen.

Ihr aktuelles Ziel ist, eine Schneiderwerkstatt für die Berufsausbildung zur Schneiderin und im Batikhandwerk aufzubauen.

Lucie Akvouvi von Sitsope erklärt:

So zielen wir darauf ab, es den jungen Mädchen und Frauen zu ermöglichen, über eigene Kaufkraft zu verfügen, ihr Konto zu führen, dank der Alphabetisierung, mit anderen Worten, sich einer wirklichen finanziellen Unabhängigkeit zu erfreuen als Voraussetzung für ihre soziale Unabhängigkeit. Die soziale Unabhängigkeit der Frauen kann nicht vom Kampf für eine tiefgehende Veränderung der togolesischen Gesellschaft getrennt werden. ….“

Unterstützt diese Spendensammlung aktiv am 8. März!

Hier findet ihr den gemeinsamen Flyer zur Spendenkampagne zum Download!

Unser Spendenziel sind 15.000€!

Das Spendenkonto lautet:

Solidarität International (SI) e. V.
IBAN DE 86 5019 0000 6100 8005 84
BIC FFVBDEFF / Frankfurter Volksbank

Stichwort: „Sitsope“

Viel Erfolg! Suse Bader, Zaman Masudi/ Deutschland; Halinka Augustin/Niederlande

Kommt zum 8. März – Internationaler Frauentag in Köln

Herzliche Einladung zum 8. März – Internationaler Frauentag

8. März: Kundgebung des Kämpferischen Frauenbündnis Köln mit offenem Mikrofon, Kultur, Kaffee und Kuchen, 17:30 Uhr auf dem Wiener Platz, Köln-Mülheim – im Anschluss gemeinsame Feier im Multikulti-Verein, Frankfurter Straße – alle Frauen sind herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen!

Aufruf der Europakoordinatorinnen zum 8. März 2017

Suse Bader, Deutschland – Europakoordinatorin
Halinka Augustin, Niederlande – Europakoordinatorin
Zaman Masudi, Deutschland – stellvertretende Europakoordinatorin

13.2.17

Aufruf zum Internationalen Frauentag – 8. März 2017

Wir wollen eine Gesellschaft in der die Frauen wirklich befreit sind!

 106 Jahre sind vergangen seit die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der II. Internationalen Konferenz Sozialistischer Frauen den Internationalen Frauentag ausrief! Frieden, angesichts des drohenden imperialistischen 1. Weltkrieges, Arbeit und das Wahlrecht für Frauen waren damals zentrale Forderungen.

100 Jahre liegt die siegreiche Oktoberrevolution in Russland mit ihren wegweisenden Erfolgen für die Befreiung der Frau im Sozialismus zurück.

10 Jahre lang bauen wir eine überparteiliche, demokratische, finanziell unabhängige Bewegung zur Vorbereitung von Weltfrauenkonferenzen auf! Daraus gingen zwei erfolgreiche selbstorganisierte Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen hervor. „Junge Weltfrauen“ wurden geboren und mischen sich aktiv ein: „Keine weitere Gewalt – keine weiteren Niedriglöhne – kein weiterer Sexismus – stopp an der roten Linie“ ist ihr Motto. In nur 10 Jahren ist eine Bewegung der Weltfrauen entstanden mit festen Wurzeln in Basisbewegungen und Organisationen auf allen Kontinenten. Diese länderübergreifende Koordinierung und Kooperation ist weitsichtig und zukunftsträchtig. Weltweit stehen die Frauen vor großen Herausforderungen. Auf der Masse der Frauen lastet die größte Bürde, weil sie die Lebensverhältnisse oft unter schwierigsten Bedingungen durchstehen müssen.

Weltfrauen Europas berichten, wie die Abwälzung der Krisenlasten Armut, Hunger und Elend in die Familien brachte. Von fehlender bzw. unzureichender medizinischer Versorgung, so müssen Schwangere auf Tischen gebären, Kranke mit dem Traktor ins Krankenhaus gefahren werden. Frauen sind zunehmend sexueller Gewalt ausgesetzt. Frauen von Minderheiten wie Sinti und Roma werden von Arbeitgebern und Polizei als „Freiwild“ angesehen. Der Sexismus unterwirft Frauen, macht sie zu Ware, Sexobjekten. In keinem europäischen Land bekommen Frauen denselben Lohn wie die Männer, überall werden sie diskriminiert im Beruf und Karriere. Im Alter sind sie Arm! Die Masse der Frauen ist doppelt ausgebeutet und unterdrückt! Die besondere Betroffenheit der Frau resultiert aus ihrer gesellschaftlich zugewiesenen Rolle in der Familie. Dazu geraten immer mehr Frauen in Widerspruch. Die kämpferische Frauenbewegung in Europa zeigt ihre Kraft! Frauen sind aktiv in Widerstandskomitees gegen den VW-Konzern und seine kriminelle Abgasmanipulation. Im Tarifkampf fordern Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich mehr Personal oder „Streik am Internationalen Frauentag!“ Diese Forderung kommt aus Italien und den USA. Bergarbeiterfrauen waren Teil der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz in Indien. In Diyarbakir/Kurdistan hielt die kurdische Frauenbewegung einen außerordentlichen Kongress für ihren Kampf für Freiheit und Demokratie ab, mitten in einer faschistischen Diktatur. In Polen, Rumänien, Spanien, Frankreich, Niederlande, ufm. formiert sich Widerstand, Massendemonstrationen, Parlamentsbesetzungen usw. gegen rechte Politik und Regierungen. Über 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, Frauen und Kinder sind in besonderem Maß von Gewalt, Willkür und Misshandlungen betroffen. Der Krieg in Syrien hat eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes geschaffen. Die Europakonferenz  der Weltfrauen im November 2016 positionierte sich: „Wir Weltfrauen Europas verpflichten uns,…in unseren Ländern eng mit den Geflüchteten zusammenzuschließen,…ihre Forderungen nach Bleiberecht, legalen Papieren, Hilfe zur Existenz und Nachzugsmöglichkeit für ihre Familien unterstützen und gemeinsam mit ihnen für unsere Rechte und unsere Würde kämpfen!“ Den Ursachen imperialistischer Kriege an die Wurzel zu gehen, bedarf einer neuen unabhängigen Weltfriedensbewegung die sich von keinem imperialistischen Land vereinnahmen lässt. Hier müssen die Frauen aufbauend vorangehen.

Das Europa der Herrschenden ist ein Koloss auf tönernen Füßen! Die Bewegung der Weltfrauen ist eine Zukunftsbewegung! Stärkt die kämpferische Frauenbewegung in eurem Land! Werdet Weltfrau! Setzt euch mit uns gemeinsam ein für eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, wo Mensch und Natur in Einklang leben! Lasst uns über Alternativen zu diesem Profitsystem diskutieren und austauschen!

„Die Frauen der Welt werden die höchsten Berge erobern! Wir werden eine Gesellschaft aufbauen, in der Frauen nicht diskriminiert, ausgebeutet und unterdrückt werden!“ (Resolution von Kathmandu – 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016)

Download Frauen, die diesen Aufruf Lay-outen können bitte melden!:
170213 Aufruf der Europakoordinatorinnen zum Internationalen Frauentag