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Kondolenzschreiben der Europakoordinatorinnen für Sharmistha Choudhury

Europakoordinatorinnen Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen
Suse Bader, Halinka Augustin

Beileidsschreiben für unsere  Genossin und Freundin Sharmistha Choudhury, Generalsekretärin der All India Revolutionary Women’s Organisation (AIRWO) und führende Genossin der CPI (ML) Red Star.

Sharmistha starb am 13. Juni 2021 in einem Krankenhaus in Kolkata (Kalkutta) an den Folgen der Corona-Krankheit. Sie wurde nur 45 Jahre alt.

Liebe Freunde von AIRWO, Genossinnen und Genossen der CPI (ML) Red Star,
mit großer Traurigkeit haben wir vom Tod der Genossin Sharmistha erfahren.

Im Namen der kämpferischen Weltfrauenbewegung sprechen wir ihrem Partner, ihrer Mutter und Euch allen unser tiefstes Beileid aus! Sharmisthas Tod hinterlässt eine große Lücke in der revolutionären und internationalen kämpferischen Frauenbewegung.

Wir gedenken Sharmistha und ihres Lebenswerkes, das nun so abrupt und viel zu früh zu Ende gegangen ist.

Sharmistha war Mitbegründerin und Leiterin der All India Revolutionary Women’s Organisation (AIRWO), einer Massenbewegung mit Organisationen in allen Bundesstaaten Indiens.

Die Befreiung der Frau von Ausbeutung und allen Formen der Unterdrückung war ihr ein wichtiges Anliegen. Als Revolutionärin setzte sie sich für die Befreiung in einer sozialistischen Gesellschaft ein. Sharmistha arbeitete auch theoretisch in dieser Hinsicht. Die CPI (ML) Red Star schreibt in ihrem Nachruf:
“In der Frage der Frauenbefreiung hat Sharmistha viele wichtige Aufsätze geschrieben, die die theoretische Schwäche der kommunistischen Bewegung von Anfang an aufgedeckt haben, eine konsequente politische Linie und Praxis gegen die brahmanische, hinduistische Ideologie und das Patriarchat zu entwickeln …. und alle reaktionären Kräfte, die die Sklaverei der Frauen und anderer Geschlechter aufrechterhalten. Sie hat sich für die revolutionäre Emanzipation der Frauen eingesetzt….”.

Sharmistha war eine Internationalistin. In dieser Eigenschaft trug sie aktiv zu den Organisationen und der Entwicklung der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen bei. Bei der 1. und 2. Weltfrauenkonferenz in Caracas/Venezuela und Kathmandu/Nepal leistete sie mit theoretischen Beiträgen, Übersetzungen, Mobilisierungs- und Organisationsarbeit wertvolle Beiträge. Sie war ein verlässlicher Partner für die internationale kämpferische Frauenbewegung.
Im Dezember 2018 organisierte sie gemeinsam mit AIRWO und den Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz das erste Strategieseminar der Weltfrauenbewegung in Bangalore/Indien. Die Frauen aus Banghar (Westbengalen) berichteten bewegend von ihrem 22-monatigen Kampf gegen Energieriesen und die Privatisierungspläne der Modi-Regierung.

Sharmistha baute zusammen mit ihrem Partner Alik Chakraborty und anderen Genossinnen das “Komitee zur Verteidigung von Land, Lebensunterhalt, Ökologie und Umwelt” auf.  Die Dorfbewohner blockierten das Gebiet und verteidigten es gegen Hooligans, Regierungstruppen, Polizei und Vertreter der Stromriesen. Über 20.000 Menschen wurden in diesen Kämpfen aktiv und Frauen spielten eine herausragende Rolle.
Sharmistha schulte und bildete die Frauen, die oft Analphabeten waren, für die Aufgaben im Kampf aus. Diese Frauen berichteten darüber selbstbewusst, in farbenfrohen Saris.

Wir hörten: “Ich habe zum ersten Mal gespürt, was Freiheit ist.” und “Jetzt saßen wir neben den Männern, wir waren nicht mehr ins Haus verbannt. Als die Männer verhaftet wurden, traten wir Frauen an ihre Stelle im Kampf.”

Bei mehreren Gelegenheiten organisierte die Weltfrauenbewegung Protest- und Solidaritätsaktionen für unsere Genossin Sharmistha. Weder Gefängnis noch Entführung hielten Sharmistha und ihre Genossinnen davon ab, den Kampf weiterzuführen.

Sharmistha wurde vorgeschlagen, dass sie die asiatische Koordination der Weltfrauenkonferenz stärken möge. Nun ist das nicht mehr möglich. Die indischen Behörden verweigerten ihr die Ausreise im Oktober 2019 und sie konnte nicht an der Konferenz teilnehmen.

Wir verabschieden uns von dir, Sharmistha, und wir versprechen, unsere internationale kämpferische Frauenbewegung weiter aufzubauen ! Bei der 3. Weltfrauenkonferenz in Tunesien im Jahr 2022 wirst auch du dabei sein!

Wir trauern um Sharmistha Choudhury

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir sind sehr traurig darüber, dass unsere geliebte Freundin und Genossin Sharmistha am 13.06.21 in einem Krankenhaus in Kolkatta gestorben ist.

Es ist eine schreckliche und traurige Nachricht und wir wünschen unseren Genossinnen und Freunden in Indien und ihrer Familie viel Kraft und Solidarität.

Sharmistha war ein Eckpfeiler der revolutionären und Frauenarbeit in Indien und international. Sie war eine führende Kraft im Kampf der Bauern in West-Bengalen  für den Erhalt ihrer Umwelt- und Lebensressourcen.

Sie wird von unseren Freundinnen und Freunden in Indien und von uns allen in der kämpferischen Frauenbewegung als Freundin, Genossin und Mitstreiterin schmerzlich vermisst werden. Sharmistha ist nur 45 Jahre alt geworden.

Vor einigen Wochen hat sie sich mit dem Coronavirus infiziert und musste ins Krankenhaus, weil sie durch die Krankheit zusätzliche Probleme hatte. Sie wurde erneut krank, als sie am Wahlkampf in Bhangar teilnahm und musste sich von da an von allen Aktivitäten fernhalten. Am Vorabend des 13. Juni war sie ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Europakoordinatorinnen  Halinka Augustin und Suse Bader

Danke für eure Solidarität

Hallo Halinka, Suse und Zaman,

wir haben eure Solidaritätsnachricht genau an dem Tag erhalten, an dem der Tag der Bäuerinnen (18. Januar) auf den Protestplätzen der Bauern begangen wurde. Herzlichen Dank dafür.

Tag der Bäuerinnen bei den Bauernprotesten gegen die Agrargesetze der Modi Regierung

Heute haben sich unsere Frauen in großer Zahl an den Protestplätzen versammelt, um die Stimme der Bäuerinnen und Protestierenden zu erheben.

Diese Aktion hatte eine besondere Bedeutung, weil der Oberste Gerichtshof Indiens vor kurzem in einer sehr rückschrittlichen Bemerkung den protestierenden Bauern riet, “Frauen von den Protestplätzen fernzuhalten”! Frauen im ganzen Land waren empört über die Andeutung des Gerichts, dass Frauen keine Handlungsfähigkeit hätten, dass sie keine bewussten Protestierenden seien, sondern eigentlich von Männern “hereingebracht” worden seien und von Männern “nach Hause geschickt” werden könnten. Daher wurde der heutige Tag der Bäuerinnen im ganzen Land temperamentvoll und kämpferisch begangen, um das unveräußerliche Recht der Frauen auf Protest zu betonen und die Aufhebung der neuen drakonischen Agrargesetze zu fordern.

Ich teile hier die Links zu zwei kurzen Videos. Das erste zeigt Genossin Urmila von AIRWO beim Verlesen der Solidaritätsbotschaft der europäischen Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz am Protestort an den Grenzen (Tikri) von Delhi.
https://www.facebook.com/301488160049152/videos/2507548976217153

der nächste Link zeigt die Genossin Nandini von der Organisation “Feminists in Resistance” (Übers: Feministinnen im Widerstand) wie sie auf dem Protestgelände in Kolkata die Solidaritätsbotschaft vorliest .
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=3622307907856842&id=100002330058034

Herzliche Grüße

Sharmistha

Solidarität mit dem Kampf der indischen Bauern

 European Coordinators of the World Women’s Conference

Susanne Bader, Germany
Halinka Augustin, Netherlands
Deputy
Zaman Masudi/ Germany

17.012021

Liebe Sharmistha,
liebe Frauen von AIRWO,
an die kämpfenden Bauern und Bäuerinnen

wir Europakoordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen verfolgen die Entwicklung der Arbeiter- Bauern- und Frauenkämpfe in Indien mit großer Hochachtung.

Die neuen Gesetze, die sogenannte „Agrarreform“ bedeuten den Tod vieler kleiner Bauern. Deshalb freuen wir uns über den großen Erfolg des Kampfes, dass diese Gesetze vorerst ausgesetzt wurden. Ein wichtiger Grund dafür war, dass die Frauenbewegung zusammen mit den Arbeitern und den Revolutionären des Landes sich mit den Bauern solidarisch erklären und große Massenaktivitäten durchführen.
Wir verstehen die Nachrichten so, dass die Modi-Regierung danach strebt, den indischen Konzernen im internationalen Konkurrenzkampf einen Vorsprung zu verschaffen. Deshalb baut die Regierung im Land die „Hürden“ der Profitmaximierung ab. Breite Teile der indischen Gesellschaft sind davon betroffen und diese Angriffe der Modi-Regierung verschlechtern auch die Lage der Frauen und der Familien.

Es ist ein wichtiges Signal für die internationale kämpferische Frauenbewegung und ein Ausdruck des gewachsenen Frauenbewusstsein, dass in allen diesen Kämpfen Bäuerinnen, Hausfrauen, Großmüttern, Studentinnen, Lehrerinnen bis hin zu Krankenschwestern an vorderster Front stehen und das Rückgrat der Proteste bilden. Wir lasen, dass in Delhis Außenbezirk Tikri mehr als 2000 Frauen dort campieren und den Protest tragen. Aber nicht nur in der Hauptstadt übernehmen sie dabei wichtige Aufgaben, ohne die ein anhaltender Protest nicht möglich wäre: Sie versorgen Tausende von Demonstrant*innen mit Essen und Wasser und richten ihnen Betten zum Schlafen.

Die um ihre sozialen und politischen Rechte kämpfenden Volksmassen in Indien haben unsere ganze Solidarität. Wir wünschen ihnen vollen Erfolg !

Bitte überbringt unsere solidarischen und kämpferischen Grüße aus Europa an die Kämpfenden!

Halinka Augustin
Suse Bader
Zaman Masudi

Vilma, Peru schreibt:

Hallo,

wegen der Pandemie ist es schrecklich hier in Lima. Wir sind das Land mit der höchsten Infektionsrate, und es gibt viele Tote. Die Regierung, die sich nur für die Korruption engagiert, wurde vom Virus besiegt. Gerade jetzt wird ein Antrag auf Aussetzung der Präsidentschaft im Parlament eingebracht, der in der nächsten Woche diskutiert werden soll. Und obendrein wurde inmitten dieser Situation für April 2021 zu Wahlen aufgerufen.
„Vilma, Peru schreibt:“ weiterlesen

Nachrichten aus Ecuador

Grüße an die Genossen und die besten Wünsche für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden und das Ihrer Familien.

Wie in der ganzen Welt war diese Pandemie das beste Szenario für die Regierungen, die die großen kapitalistischen Konzerne und die einheimische und internationale Bourgeoisie vertreten, um Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation der Armut der Arbeiterklasse verschlimmern.

Unser Land befand sich schon vor der Pandemie in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise, die durch die volksfeindlichen Taten Correas in den zehn Jahren seiner Regierung und jetzt durch Moreno, der dieselbe politische Linie vertritt, verursacht wurde. In diesen Monaten der Pandemie ist die Situation sehr ernst, sie hat zu Massenentlassungen von mehr als einer Million Arbeiterund Arbeiterinnen geführt. Unter dem Vorwand der Pandemie wurde ein Sondergesetz verabschiedet, mit dem sie die wichtigsten Rechte der ArbeiterInnenklassen zerstört haben und mit neoliberalen Maßnahmen bei der Einstellung, einem Rückgang der Löhne um bis zu 70%, für die Kapitalisten günstigen Veränderungen in den Arbeitsverträgen der ArbeiterInnen, es gibt keine Stabilität der Arbeitsverhältnisse, sie haben einen offenen Brief gegeben, um die 40-Stunden-Woche zu brechen, das heißt, es gibt einen Rückschritt von mehr als 50 Jahren.
„Nachrichten aus Ecuador“ weiterlesen

Bericht aus Indien


Sharmistha Choudhury, AIRWO (All India Revolutionary Women’s Organisation), Indien

Es ist schön, von euch zu hören.

Wir lesen hier in den Zeitungen über die zweite Welle des Coronavirus in Europa und sind voller Besorgnis. Ich habe auch gelesen, dass Frankreich und Deutschland sich für einen weiteren, einen Monat dauernden Lockdown entschieden haben. Meine besten Wünsche an euch alle und Solidarität an alle Genossen, die gegen die Herzlosigkeit der Regierungen bei der wirksamen Bekämpfung dieser Pandemie kämpfen. Unterdessen sind die allgemeinen Nachrichten aus Chile und Bolivien in diesen düsteren Zeiten ermutigend. Auch der Protest der Frauen in Polen gegen die Anti-Abtreibungsgesetzgebung ist inspirierend.

Die Lage in Indien ist düster. Die rechte, faschistische Hindu-Zentralregierung hat ihre Angriffe auf das Volk verstärkt. Die Wirtschaft ist abgestürzt. Arbeitslosigkeit und Armut nehmen zu. Indien ist das 94ste von 107 Ländern auf dem Welthungerindex, was zeigt, wie erbärmlich die Situation ist. Auf der anderen Seite werden indische Milliardäre immer reicher und besetzen Spitzenpositionen auf der Liste der reichsten Menschen der Welt.

Leider ist es der indischen Linken einfach nicht gelungen, die Kurve zu kriegen und zusammen zu arbeiten. Ein großer Teil der Liberalen schreit, Covid sei ein Schwindler (wie Trump), und es bedarf keiner besonderen Maßnahmen. Da die Abriegelung zu mehr Arbeitslosigkeit und Armut geführt hat, muss das einfache Volk nun die Wahl zwischen dem Tod durch Covid und dem Tod durch Hunger treffen. Die Regierung benutzt das Elend des Volkes als Vorwand, um alle Beschränkungen aufzuheben, was sehr bald zu einem möglichen steilen Anstieg der Covid-Fälle führen könnte. Die parlamentarische Opposition weigert sich schlichtweg, die Forderung zu erheben und dafür zu kämpfen, dass die Regierung wirtschaftliche Verantwortung übernimmt und dafür sorgt, dass jede bedürftige Familie während der Pandemie von der Regierung Geldleistungen erhält.

Die faschistische Regierung arbeitet mit Hochdruck an ihrer Agenda, Indien von einem säkularen Land in eine Hindu-Nation zu verwandeln. Sie hält an der Islamophobie fest, und die jüngsten Vorfälle in Frankreich haben dem einen Anstoß gegeben. Andersdenkende Stimmen werden rücksichtslos zerschlagen. Jeder, der die Regierung kritisiert, wird als antinational abgestempelt und ins Gefängnis gesteckt.

Die Angriffe auf Frauen nehmen zu. Die Faschisten versuchen, alle hart erkämpften Frauenrechte an sich zu reißen und sich für die Philosophie der Hindutva einzusetzen, die den Status der Frau zu dem einer Sklavin des Mannes degradiert. Dalit (im traditionellen hinduistischen Kastensystem ist ein Dalit ein Mitglied der untersten Kaste) werden Frauen von sogenannten Männern der oberen Kaste angegriffen und vergewaltigt. Diejenigen, die dagegen protestieren, werden von der Regierung zum Opfer gemacht. Bei dem Vorfall der Vergewaltigung und Ermordung eines jungen Mädchens in Hathras in der Provinz Uttar Pradesh wurde sogar ein Journalist, der über den Vorfall berichten wollte, verhaftet und wegen antiterroristischer Gesetze angeklagt. Die Regierung tat alles, um so zu tun, als sei keine Vergewaltigung geschehen, und ein leitender Arzt des Krankenhauses, in das das Mädchen vor seinem Tod zuerst eingeliefert wurde, wurde entlassen, weil er öffentlich gesagt hatte, das Mädchen sei tatsächlich vergewaltigt worden. Seither hat es noch viele weitere solcher Vorfälle gegeben.

AIRWO protestiert in den verschiedenen Provinzen, in denen sie stark ist, gegen diesen Zustand. Aber die mit der Pandemie zusammenhängende Realität ist Protesten in dem von der Situation geforderten Ausmaß nicht förderlich.

Ich glaube, ich habe eine ziemlich lange Antwort geschrieben! Ich hoffe, dass ich eure Geduld nicht überstrapaziere!

Mit Liebe und Solidarität,

Sharmistha

Hallo, ich habe soeben Post aus Tunesien bekommen, die ich mit Freude an euch weiterleite; Suse Bader, Europakoordinatorin

Tunesien, Frauenkomitee:
Liebe Freundinnen und Freunde,

ich hoffe, es geht Euch und Euren Familien gut. Danke für euren Brief.

Die epidemiologische Situation in Tunesien ist sehr kritisch. Nach der
ersten Welle und der totalen Eindämmung im vergangenen März, die viel
wirtschaftliche und soziale Missstände hinterlassen hat.
Vor einigen Wochen sind wir in eine zweite Welle von Covid 19
eingetreten, die viel schwerwiegender ist als die erste Welle mit einer
sehr hohen Zahl von Todesfällen, und die Infektion ist zu einer
kommunalen und daher sehr, sehr kritischen Situation geworden.
Mit Krankenhäusern in sehr schlechtem Zustand und einer sich ständig
verschlechternden Gesundheitsversorgung ist die Situation wirklich
schrecklich geworden.Nun haben sich die Behörden für eine gezielte Eindämmung für zwei Wochen entschieden.
Eine gescheiterte liberale Regierung…..

Wir hoffen, dass wir bis zum nächsten Frühjahr den Impfstoff gegen
dieses Virus haben werden und dass wir das Blatt wenden und mit den
Vorbereitungen für unser Weltereignis beginnen können.

Das Frauenkomitee hat bereits Kontakte mit möglichen Verbündeten
aufgenommen, die uns in der Organisation zur Seite stehen werden.

Habt ihr eine Schätzung der möglichen Termine für diesen Kongress?
Habt ihr mit den Vorbereitungen begonnen?

Mit freundlichen Grüßen!

Polens Frauen für legale Abtreibung

Diese Zuschrift schickte uns eine polnische Mitstreiterin. Sie lebt und arbeitet in Hamburg, ist im Frauenverband Courage und war für Polen auf der Weltfrauenkonferenz 2016 in Kathmandu/Nepal. Sie ist auch aktive verdi-Kollegin.

Liebe Nina,
Liebe Weltfrauen…

Es ist eine sehr angespannte Situation momentan in Polen.. es finden Land auf, Land ab Demostrationen statt – Frauenstreik – Strajk Kobiet..

…Am Freitag den 30.10.2020 waren laut Schätzungen etwa 800000 Menschen auf der Strasse ..davon etwa 100000 alleine in Warschau…
Das waren seit 1989 die grössten Proteste überhaupt !!!
Neu ist, dass auch in kleinen Ortschaften protestiert wird, obwohl das mehr Mut erfordert, weil Jeder Jeden kennt – es bedeutet mehr Mut dort teil zu nehmen, als in der grossen Städten wo die Anonymität vermeintlich mehr Schutz bedeutet. Und das alles in jetztigen Pandemie-Zeit, das zeigt die Wut und das Unverständnis über die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes.
Es sind besonders viele junge Leute dabei die auch, wie die anderen Demonstranten, das Recht für die freie Wahl haben möchten, unabhänging davon, ob man für oder gegen die Abtreibung sei…

Die Situation ist komplex da es nicht nur um die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes geht..es geht um die Art wie es gemacht worden ist, wie es entschieden worden ist von den Regierenden. Es geht auch um die Kirche und deren Rolle in der polnischen Gesellschaft..

Aufruf zur 3. Weltfrauenkonferenz in Tunesien 2021

 

Von den Anden, zu den Rocky Mountains, vom Ayers Rock über die Alpen, vom Himalaya zum Ural und Atlas erschallt unser Ruf und wird zum Schrei der sich über die Welt ausbreitet – in den Metropolen widerhallt bis er letztendlich auch jeden Winkel der Erde erreicht! Er erfasst immer mehr Frauen. Lasst uns gemeinsam ein Band der Solidarität weben !

Kommt zur 3. Weltfrauenkonferenz 2021 nach Tunis!

Tunesische Textilarbeiterinnen kämpfen gegen Arbeitshetze, geschlechtliche Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz. Mutige Streikführerinnen werden auf schwarze Listen gesetzt. Textilarbeiterinnen in Bangladesch kämpfen gewerkschaftlich organisiert für einen Mindestlohn der zum Leben reicht. Sie trotzen Gefängnis und Gewalt. Sie alle bilden das Rückgrat der kämpferischen Frauenbewegung.

Im Iran ist die Glut der Revolution erneut entfacht, Frauen stehen todesmutig auf gegen die islamistisch-faschistische Mullah-Regierung. Ihre Forderung nach Frauenrechte verbindet sich mit den Kämpfen der Arbeiter. Indigene Frauen Lateinamerikas kämpfen für die Zukunft der Kinder und des Planeten! Sie rufen der Welt zu: Rettet unsere Mutter Erde!

Die mutigen Kämpferinnen von Rojava verteidigen Seite an Seite mit den Männern ihre demokratische Revolution mit den weitest gehenden Frauenrechten gegen die völkerrechtswidrige Invasion durch die Truppen der faschistischen Erdogan-Regierung.

Afrikas Frauen erheben sich gegen das Diktat der Unterdrückung und Ausplünderung ihres Kontinents durch imperialistische Länder vieler Couleur. „Unser Kontinent, seine Rohstoffe kann uns und unsere Kinder ernähren aber nicht die imperialistischen Räuber!“

In Europa kämpfen Frauen mutig, kraftvoll und entschlossen für ihre Interessen. Dagegen erstarken faschistische und faschistoide Kräfte. Gegen diese Rechtsentwicklung stehen Frauen auf, kämpfen für den Erhalt und Ausbau von Frauenrechten, gegen zunehmende Gewalt und Mord an Frauen. Auch die junge Generation hat sich auf den Weg gemacht. Inspiriert von Greta Thunberg wuchs mit der „Fridays for Future“ weltweit eine der größten Jugendbewegungen heran. Ihre Forderung „System change – not climate change“ verbindet Jugend-, Frauen-, Umwelt- und Arbeiterbewegung!

Der Aufbau von Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen seit 2006 ist die Antwort auf die Krisen des Imperialismus:

Mit der 1. Weltfrauenkonferenz 2011 in Caracas (Venezuela) haben wir erste Fäden des Bands der Solidarität geknüpft. Erstmals kamen Basisfrauen der Welt zusammen, tauschten sich aus über Lage, Kämpfe und Frauenbewegung in ihren Ländern.

Mit der 2. Weltfrauenkonferenz 2016 in Katmandu (Nepal) wurde das Band gefestigt und zu einer Weltfrauenbewegung gewebt. Angesichts zunehmender Angriffe auf die Frauen der Welt, Morddrohungen gegen unsere Repräsentantinnen, Verhaftungen muss die Weltfrauenbewegung mit der 3. Weltfrauenkonferenz 2021 in Tunis (Tunesien) das Band der Kooperation und Koordinierung unzerreißbar machen. Frauen aller Kontinente sind nicht länger bereit, die ihnen vom Kapitalismus zugeordnete Rolle zu spielen. Mit der 2018 begonnenen Strategiedebatte und dem Theorieseminar in Indien hat die Weltfrauenbewegung Neuland betreten. Das war ein wichtiger Anfang, den wir weiterführen müssen.

  • Wir setzen unsere Strategiedebatte zur Befreiung der Frau fort! Dazu werden wir alle ideologischen Auseinandersetzungen solidarisch austragen, um das Frauenbewusstsein in der kämpferischen Weltfrauenbewegung höher zu entwickeln.
  • Wir übernehmen Verantwortung in unseren Ländern für den dringend notwendigen Kampf gegen Faschismus und Krieg. Wir bauen die kämpferische Frauenbewegung in unseren Ländern zu großen starken und meinungsbildenden Massenbewegungen
  • Wir verstärken unsere internationale Koordinierung und Kooperation.
  • Im Weltfrauenprozess der letzten zehn Jahre haben wir uns ein gutes tragfähiges Fundament geschaffen: unsere Bewegung ist überparteilich, demokratisch, finanziell unabhängig. Unsere Bewegung bündelt die Masse der Frauen der Welt ‘Von Religion bis Revolution’.

Doch das reicht nicht aus! Die kämpferische Weltfrauenbewegung steht vor großen neuen Aufgaben, denn das imperialistische Weltsystem sucht in seiner Krisenhaftigkeit mit Spaltung, ideologischer Verwirrung und Gewalt kämpferische Bewegungen zu zerschlagen. Dagegen müssen wir unsere kämpferische Frauenbewegung ideologisch, politisch und organisatorisch stärken.

Lasst unser Band der Solidarität in den leuchtendsten Farben strahlen, in vielfältigsten Formen erscheinen, mit tausend und abertausend Fäden unzerreißbar werden. Lasst es fliegen im Wind der kommenden Befreiung, hängt es an die Olivenbäume, Symbole der Standhaftigkeit und des Widerstands.

Wir freuen uns über die Einladung des Frauenkomitees von Tunesien. Auf nach Tunesien. Tunis – wir kommen.

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