Internationale Kurzmeldungen

Suse Bader/Europakoordinatorin:

16.10.2017 Im Vorfeld des 2. Welttreffens der Kontinentalkoordinatorinnen zur 3. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen erreichen uns immer wieder Meldungen von den Weltfrauen, die wir gerne publizieren.

„Wir erleben hier gerade eine sehr turbulente Zeit in Südkurdistan mit sehr viel Ungewissheit bezüglich der nahen Zukunft. Ihr habt wahrscheinlich mitbekommen, dass hier ein Unabhängigkeitsreferendum stattgefunden hat. Nach dem Referendum haben sich Türkei, Irak und Iran zusammen getan und allerlei Sanktionen beschlossen. Ständig kommen neue Drohungen hinzu. Außerdem soll sich der Barzani-Clan mit einigen Parteien dazu verständigt haben, die für 1. November angesetzten Wahlen auf 2019 zu verschieben. Das heißt, die Lösung der Krise soll um weitere zwei Jahre vertagt werden, was ein riesen Problem darstellt.

Die irakische Regierung alle internationale Flüge von/nach Südkurdistan gesperrt hat. Der einzige Weg führt über Bagdad, jedoch gilt die Aufenthaltserlaubnis, die Ausländer hier erhalten, nur für krg-Gebiet (autonome Region Kurdistan) d.h. nach irakischem Gesetz sind wir hier eigentlich illegal. Deshalb werden jetzt 420 Dollar Strafe bei der Ausreise von Nicht-Irakern erhoben. … “Internationale Kurzmeldungen” weiterlesen

Bericht vom 28. September aus Brüssel

 

Europakoordinatorin Suse Bader 

12.10.17

„My body my choix!“ und „Wir wollen kein Weißes Haus, wir wollen Revolution“

skandierten über 1000 meist junge Frauen am 28. September, dem Internationalen Tag des Rechts auf Abtreibung bei einer Demonstration in Brüssel. Der Weltfrauenmarsch Europa hatte im Rahmen der Kampagne „für das Recht auf Abtreibung in ganz Europa!“ aufgerufen. Die Kampagne zielt darauf, „dass die Rechte der Frauen, die Freiheit über ihren Körper zu verfügen, das Recht auf Abtreibung und Gesundheit in allen europäischen Ländern respektiert werden und als Grundrecht für die Gleichheit in das europäische Recht aufgenommen werden.“ (Europäischer Aufruf)

Mit ihrer Kampagne greift der Weltfrauenmarsch ein wichtiges und hochaktuelles Thema der Frauenbewegung auf und positioniert sich dabei auch gegen „reaktionäre, konservative und rückwärtsgewandte Regierungen“ (Europäischer Aufruf). Besonders die Delegationen aus Polen und Irland wurden stürmisch begrüßt. Weitere Delegationen kamen aus der Schweiz, Polen, Frankreich, Niederlande, Spanien, England und aus Deutschland war ich als Europakoordinatorin der Weltfrauenkonferenzen angereist.  Zeitgleich demonstrierten Frauen (und Männer) in Portugal, Italien, Griechenland und außerhalb Europas in Brasilien.

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2. Welttreffen der Koordinatorinnen zur Vorbereitung 3. Weltfrauenkonferenz

Ankündigung: Am 25. und 26. Oktober 2017 findet das 2. (nicht öffentliche) 

Welttreffen  der Koordinatorinnen zur Vorbereitung der
3. Weltfrauenkonferenz statt. Das Treffen wird im Arbeiterbildungszentrum e. V.
in Gelsenkirchen, Koststraße 8, 45899 Gelsenkirchen, Deutschland stattfinden. Beginn jeweils 09.00 Uhr.

Wir freuen uns, dass auch internationale Gäste das Treffen mitverfolgen werden. Der Kämpferische Frauenrat Deutschland und die Europakoordinatorinnen begrüßen die Vertreterinnen der Weltfrauenbewegung mit einem Empfang am 24.10.17. Im Anschluss findet ein Kulturaustausch statt.

Suse Bader, Zaman Masudi/Deutschland, Halinka Augustin/ Niederlande, Anne Wilhelm

Bericht von der Afrikakonferenz

Vom 23 bis 25. Mai 2017 hat die 2. Afrikakonferenz der Basisfrauen in Bamako stattgefunden. 

Diese Zusammenkunft der afrikanischen Basisfrauen ist die logische Folge der ersten Auflage vom 10. bis 14. Juli 2012 in Lomé, um die Bewegung auf dem Kontinenten zu festigen.Sie hatmit Delegierten aus 4 Afrikanischen Ländern und 2 Repräsentantinnen der Weltbewegung begonnen, die aus Deutschland kamen.

Hier der vollständige Bericht zum Download:

170707 Übersetzung Bericht 2-Afrikakonferenz – Koordinatorinnen

Hier der Brief der afrikanischen Koordinatorin an Courage: Lettre de remerciement aux femmes de Courage-1

Aufruf zum Internationalen Aktionstag gegen Feminizid am 3. August

Aufruf zum Internationalen Aktionstag gegen Feminizid!  

Lasst uns durch unsere gemeinsame Organisierung

den 3. August zum internationalen Kampftag gegen Feminizid machen!

Am 3. August 2017 jährt sich der genozidale Angriff des sog. Islamischen Staats (IS) gegen ezidische KurdInnen im nordirakischen Sindschar [kurd. Şengal] zum dritten Mal. Die am 3. August 2014 begonnenen Angriffe und Massaker führten nicht nur zu einer humanitären

Katastrophe, sondern hatten zum Ziel, die ezidische Religionsgemeinschaft auszulöschen. Als Mitteldazu richtete sich der Angriff systematisch gegen Frauen. Daher stellt dieser Genozid in seiner Form zugleich auch einen Feminizid dar.

Am 3. August 2014 wurde die Weltöffentlichkeit Zeuge eines genozidalen Angriffs durch den IS mit Ziel der Auslöschung einer der ältesten Religionsgemeinschaften, den Eziden. Nachdem sich die in Sindschar stationierten Peschmerga-Kräfte der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) an diesem Tag ohne Vorwarnung zurückgezogen und die dort lebenden Menschen somit dem IS schutzlos ausgeliefert hatten, begann für die ezidische Gemeinschaft systematische Massakrierung, Vergewaltigung, Folterung, Vertreibung, Versklavung von Mädchen und Frauen sowieZwangsrekrutierung von Jungen als Kindersoldaten.

Hier der vollständige Aufruf zum Download in deutsch:
Aufruf zum internationalen Aktionstag gegen Feminizid
Aufruf zum Aktionstag in Kurdisch:
Bangawaziya ji bo roja calakiya navnetewî dijî qirkirina jinê
Aufruf zum Aktionstag in Türkisch:
Kadın Kırımına Karşı Uluslararas- Eylem Gunu İçin Çağrı

Wir Weltfrauen planen lokal bundesweit verschiedene Aktionen, die gefilmt oder fotografiert werden und per Email und Facebook an JIN EZIDI weiter geleitet werden, damit die ezidischen Frauen in Shengal wissen, dass die Weltfrauen den 3. August nicht vergessen haben und hinter ihnen stehen.

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Für das Recht auf Abtreibung – Frauen entscheiden!

Europäischer Aufruf des Weltfrauenmarschs in Europa:

Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in ganz Europa! 

Mobilisierungen in ganz Europa rund um den 28. September 2017

Die Delegationen an der Demonstration in Brüssel 28. September 2017

In Solidarität mit allen Frauen in Europa, nach dem beispielhaften Kampf der spanischen Frauen im Jahr 2014, Polen 2016, fordern wir, dass die Rechte von Frauen, die Freiheit über ihren Körper zu verfügen, das Recht auf Abtreibung und Gesundheit in allen europäischen Ländern respektiert werden und als Grundrecht für die Gleichheit in das europäische Recht aufgenommen werden.

Heute untersteht das Recht auf Abtreibung in Europa der Gerichtsbarkeit der Staaten.

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Grußwort Verdi an Garment Workers Trade Union Centre Bangladesch

Am 24. April jährte sich das schreckliche Unglück von Rana-Plaza / Bangladesh zum 4ten Mal. Damals, 2013 stürzte ein ganzes Fabrikgebäude ein und begrub die darin arbeitenden Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter. Profitgier und tiefste Menschenverachtung waren der Grund, warum keine Sicherheitsvorkehrungen, Fluchtwege oder eine stabile Bauweise das Unglück verhinderte. Mehr als 1.100, hauptsächlich junge Arbeiterinnen, starben, ca. 2.500 Menschen wurden sehr schwer verletzt, viele von ihnen kämpfen heute noch um eine Gesundheitsversorgung und Wiedergutmachung.

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Bericht zur Lage von Figen Yüksekdağ

Vorwort:
Vertreterin der Koordinierungsgruppe des Kämpferischen Frauenrats reiste kurz vor dem Referendum als Prozessbeobachterin in die Türkei nach Ankara

Am 16. 04.17 fand in der Türkei das Referendum über die Ausweitung der Macht des Staatspräsidenten Erdogan statt. Sie wurde zu einem Erfolg der „Nein“ Bewegung. Angesichts des Wahlbetrugs, der Manipulation und

 (Depo Photos via AP)

Unterdrückung aller fortschrittlichen, linken und revolutionären Kräfte erreichten die offiziellen Zahlen über 48% der abgegebenen Stimmen. Und das wo vielen Menschen die Abstimmung verweigert oder unmöglich gemacht wurde. Allein die vielen Inhaftierten, die aufgrund der Zerstörung ihrer Häuser durch das türkische Militär bzw Polizei wohnsitzlosen Kurden. Heldenhaft zogen Menschen von Dorf zu Dorf und warben für die „Hayir“ (Nein) Kampagne. Selbst die in Europa lebenden Türken waren abstimmungsberechtigt.

Präsident Erdogan hat sofort den Ausnahmezustand verlängert und die Forderung nach der Todesstrafe ausgerufen.

Auf Einladung unserer kurdischen und türkischen Freundinnen der TJA (free womens movement) reiste Frau Anne Wilhelm, von der Koordinationsgruppe des Kämpferischen Frauenrats Deutschland im Namen des Weltfrauenprozesses als Prozessbeobachterin der Gerichtsverhandlung von Figen Yüksekdag, demokratisch gewählte Co-Vorsitzende der HDP, nach Ankara:

Anne Wilhelm

Koordinierungsgruppe des Kämpferischen Frauenrats

17. 04.2017

Vom 12. – 14. 4. 2017 war ich von den HDP Frauen als Beobachterin zum  Prozess gegen Figen Yüksekdag (inhaftierte Co-Vorsitzende der HDP) nach Ankara eingeladen.

Figen Yüksekdag sitzt seit Herbst 2016 im Gefängnis wegen angeblicher Unterstützung von Terroristen. Ich kam als Vertreterin der kämpferischen Frauenbewegung in Deutschland und als Vertreterin der Weltfrauen.

Der Prozess gegen Figen war insofern ein Erfolg, dass kein Urteil gefällt und er auf Juni vertagt wurde für eine weitere Verhandlung und nicht – wie offensichtlich vom Gericht beabsichtigt – noch vor dem Referendum mit einem Urteil gegen Figen abgeschlossen werden konnte. Dazu trug auch der öffentliche Druck bei vor Ort durch ca. 100 Prozessbeobachter und -beobachterinnen und insbesondere die Anwesenheit verschiedener internationaler Delegationen.

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Brief an die russischen Weltfrauen

Courage Gruppe Berlin Mitte

Karola Kücken, Europadelegierte  Deutschland

Berlin , 4.4.2017

Liebe Ludmilla, liebe kämpferischen Frauen in Russland,

Aus den Medien in Deutschland war in den letzten Tagen zu erfahren, dass  die Duma-Abgeordneten mit nur einer Gegenstimme, ein  Gesetz beschlossen hat, das in Russland  Strafen bei häuslicher Gewalt in bestimmten Fällen als Bagatelldelikt behandelt. Gewalt wird nicht mehr als Straftat, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeit gewertet. Bislang waren dafür Strafen von bis zu zwei Jahren Gefängnis vorgesehen, nun sollen nur noch Geldstrafen gelten. Eine härtere Strafe soll nur dann verhängt werden, wenn die Schläge mehr als einmal im Jahr vorkommen, Blutergüsse sichtbar sind oder Knochen brechen.

Das bedeutet für unzählige Frauen grausame und brutale  Gewalt im Alltag erleben zu müssen, ohne dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und ohne vom Staat geschützt zu werden.  Es ist ein Faustschlag ins Gesicht aller Frauen, die Opfer von Häuslicher Gewalt  waren und sind. Das sind in Russland geschätzte  25 Misshandlungen pro Minute allein im häuslichen Bereich.

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