Gabriela Philippinen: Erklärung zur UN-Konferenz in “Rio”

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Verteidigt die Umwelt und die Menschheit mit einem echten Programm, das die Rechte von Frauen, Männern und Kindern auf eine nachhaltige Zukunft schützen wird! Erklärung von GABRIELA Philippinen zur UNO-Konferenz über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20)


Seit dem Rio-Erdgipfel von 1992 haben die Vereinten Nationen, die auf Geheiß der imperialistischen Mächte arbeiten, die Agenda 21, die Erklärung von Rio, die Waldgrundsätze und das Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen, das Übereinkommen über biologische Vielfalt und andere Instrumente erarbeitet, um die Sprache des Umweltschutzes zur Verschleierung der globalen Ziele des Monopolkapitals zu benutzen, nämlich die natürlichen und menschlichen Ressourcen der Welt für die Profitgier der Konzerne zu kontrollieren, unter sich aufzuteilen und auszuplündern.

Die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung und ihre UNO-Partneragenturen sind wieder dabei, die Manöver der industriellen Supermächte in der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro vom 20. bis zum 22. Juni zu inszenieren und den ideologischen Kreuzzug des Monopolkapitals abzusegnen, um rechtsverbindliche Vereinbarungen zu verabschieden, die die Opferung der Reichtümer der unterentwickelten Länder an den weiter liberalisierten Handel formalisieren, unser gemeinsames, von unseren Vorvätern ererbtes Land und Wasser privatisieren und alles deregulieren würden, was vom Schutz der Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung  vor dem Wüten des internationalen Handels übrig bleibt.


Hinter den Alibiworten vom Schutz der Umwelt und der sozialen Gerechtigkeit rammt uns Rio+20 den Ausdruck “Green Economy” in den Schlund als Mantra für nachhaltige Entwicklung. Die werktätigen Massen der philippinischen Frauen und ihre Familien wenden sich gegen dieses irreführende Greenwashing-Programm, da es weitreichende Auswirkungen auf unsere Lebensgrundlagen, unsere Menschenwürde und das ökologische Gleichgewicht unserer Städte, Wälder und in der Landwirtschaft haben wird.


Die genannten Ziele der “Green Economy” beinhalten die effiziente Nutzung von Ressourcen, niedrigeren Ausstoß von Treibhausgasen, neue Quellen wirtschaftlichen Wachstums, soziale Gerechtigkeit und Integration. Der Entwurf der neuen Erklärung von Rio zwanzig Jahre nach dem Scheitern des ersten Dokuments verheißt jedoch mehr Schrecken für Frauen, für das Volk und die Umwelt der Philippinen.



Anstatt die Probleme anzusprechen, die die Abholzung, der Bergbau und die Fischereiunternehmen für unsere Ökologie gebracht haben, drängt die Green Economy auf mehr kapitalistische Investitionen, die Millionen von indigenen Frauen, Bäuerinnen und Fischerinnen und ihre Familien von ihren angestammten Siedlungsgebieten, von ihren Höfen und ihren Fischfanggebieten vertreiben würden, da nun einheimische und ausländische Firmen ermutigt werden, “Emissionsrechte” und andere Finanzinstrumente zu erwerben, die Siedlungsgebiete in Wiederaufforstungsgebiete, in geschützte Gebiete oder in regenerative Energieparks umwandeln, die Einheimische nicht betreten dürfen.



In den kleinen und großen Städten sehen wir voraus, dass sogenannte grüne NGOs mit den Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten, um Haushalte dazu zu zwingen, teure grüne Technologien bezahlt aus ihren eigenen Taschen einzuführen wie z.B. schadstoffarme Küchenherde oder gasbetriebene Motorräder, alles im Namen des Klimaschutzes.



Große Mengen fremden Kapitals unter dem Deckmantel grüner Investitionen zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen werden bereits verwandt, um Wasservorkommen wie der Angat-Stausee zu erneuern und zu privatisieren, um sicherzustellen, dass  Wasser und Elektrizität für Millionen von armen Frauen in der Stadt noch teurer werden.



Diese Green Economy, mit der Rio+20 hausieren geht und die jetzt unserem Land vom Marionettenregime von Präsident Noynoy Aquino als Öffentlich-Private-Partnerschaft angedreht wird, ist das gleiche bankrotte neoliberale Wirtschaftsmodell. Im Wesentlichen wurde die Sprache der Welthandelsorganisation in das Dokument kopiert. Es ist nicht überraschend, dass in der endgültigen Fassung des Dokuments jeglicher Bezug auf Geschlechtergleichheit, Stärkung der Frauen und Menschenrechte entfernt wurde. Rio+20 bietet lediglich mehr Armut, mehr Naturkatastrophen, mehr globale Erwärmung, viel weniger Arbeitsplatz-,  Gesundheits- und Einkommenssicherheit für Frauen, während die Massenmigration aus klimatischen Gründen und der Sex-Handel, Gewaltverbrechen gegen Frauen und überhaupt die völlige Zerstörung des Ökosystems verschlimmert werden.


Mit Millionen von Frauen, Männern und Kindern auf der ganzen Welt marschieren wir gemeinsam gegen die falschen grünen Versprechungen von Rio+20 und die Angriffe durch die Gier der Konzerne. Wir machen Euch auf den parallel stattfindenden Gipfel der Völker in Rio aufmerksam, außerdem auf den Protest am 20. Juni vor der US-Botschaft in Manila als Teil des weltweiten Aktionstags zu Rio+20, wo Tausende von Volksorganisationen, Massenbewegungen und fortschrittliche Gruppen wirkliche Pläne zur Rettung des Planeten schmieden. Wir werden die Umwelt und die Menschheit mit einem echten Plan verteidigen, der die Rechte von Frauen, Männern und Kindern auf eine nachhaltige Zukunft schützen wird.

GABRIELA Philippines 


GABRIELA ist eine basis-orientierte Allianz von mehr als 200 Frauenorganisationen, -institutionen, -referaten und -programmen in den Philippinen.  Wir streben danach, den Kampf für die Befreiung der Frau und unseres Volkes zu führen.

Download in English:

120625 Philippinen Gabriela Women March against false green promises; defend the environment and humanity_US

 


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