Bericht zum Besuch von Fortuna-Arbeiterinnen: „Wir dachten in Bosnien geht es den Arbeiterinnen schlecht und nun hören wir, was in Deutschland passiert“

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Wir dachten in Bosnien geht es den Arbeiterinnen schlecht und nun hören wir, was in Deutschland passiert

so eine Vertreterin von Arbeiterinnen der Schuhfabrik „Fortuna“ in Bosnien und Herzegowina auf der 1. Konferenz der Arbeiterplattform im Internationalistischen Bündnis in Deutschland.

Vier Arbeiterinnen hatten an der 8. Europakonferenz der Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen teilgenommen und von ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze, Sozialversicherungen und ihre Würde berichtet. Dort entstand die Idee, dass sie am 21.4.18 nach Deutschland kommen. 19 Stunden Fahrt mit Bus und Bahn (eine Strecke!) schreckte die Frauen nicht. Sie kamen!

Besetzte Schuhfarbik Fortuna. Die Arbeiterinnen campieren seit 6 Monaten vor der Fabrik um zu verhindern, dass die Maschinen abtransportiert werden.

Es wurde ein berührendes Erlebnis für die Frauen aus Bosnien und die 90 Teilnehmer*innen aus vielen deutschen Monopol- und Kleinbetrieben. Fünfeinhalb Stunden intensiver Meinungs- und Erfahrungsaustausch schmiedeten ein engeres Band zwischen den Teilnehmer*innen und förderten ein tieferes Verstehen über ihre Lage, die Hintergründe und die Kämpfe. „Nicht alle Arbeiter wollen das Risiko des Kampfes auf sich nehmen, deshalb ist dieser direkte Kontakt am wichtigsten“, so Najila/Bosnien. „Es ist uns eine Ehre, dass ihr hier seid“ sagten die Teilnehmer*innen hochachtungsvoll zu den bosnischen Frauen. „Wir sprechen unsere Solidarität für euren Kampf aus“. Die  Arbeiterplattform machte erlebbar, was unverbrüchliche Solidarität bedeutet. Die Frauen wurden würdevoll begrüßt, das Podium mit ihnen erweitert. Arbeiter aus verschiedenen Betrieben übten praktische Solidarität: persönlich übergaben Annegret Gärtner-Leymann und Steffen Reichelt ihr Buch „Was bleibt … 10 erkämpfte Jahre Opel-Bochum 2004 bis 2014“ mit einer Widmung. Beim Abschied wechselten Banner der Gewerkschaft, dem Internationalistischen Bündnis und von türkischen Organisationen die Besitzer. Mit einer Solidaritätsresolution und dem Wissen, sie stehen in ihrem Kampf nicht allein, reisten sie wieder zurück in ihre Heimat und zu ihren Mitkämpferinnen – gestärkt und zuversichtlich.

Dieser Tag war auch für die kämpferische Frauenbewegung in Deutschland ein wichtiger Schritt der engeren Koordinierung von Frauenbewegung und Arbeiterbewegung. Passend vor dem 1. Mai, einem unserer gemeinsamen Kampftage! Der 1. Mai 2018 wird auch die Geburtsstunde der Plattform „Arbeiterinnen“ auf der Homepage der Weltfrauenkonferenzen sein.

 

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