3. Welttreffen der Koordinatorinnen zur Vorbereitung Weltfrauenkonferenz 2016

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Europa-Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen  

Halinka Augustin und Monika Gärtner-Engel

23.10.2014

An alle Delegierte und -gäste der Europakonferenz 2014 von Paris

An weitere interessierte Einzelpersonen aus dem europäischen Weltfrauenprozesslogo1 wfk 2016

An den Kämpferischen Frauenrat in Deutschland

An die Homepage der Weltfrauenkonferenz

Bericht über das 3. weltweite Treffen der Koordinatorinnen in Chemnitz/Deutschland zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz 2016 in Kathmandu/Nepal

Vom 6. bis 9. Oktober 2014 fand unmittelbar nach dem 11. Frauenpolitischen Ratschlag in Chemnitz sehr erfolgreich, produktiv und begeisternd das 3. Welttreffen der weltweiten Koordinatorinnen statt.

Als gewählte Koordinatorinnen nahmen teil:

Aus Afrika Bulelwa Charlie/Südafrika und Clariste Soh-Moube/Mali.

Aus Asien waren gekommen Joly Talukder/Bangladesh, Menu Nilukshika Thuiyahandige de Silva/Sri Lanka, und als designierte neue zusätzliche Koordinatorinnen aus Nepal Durga Paudel und Sarita Maharjan aus Nepal.

Aus Lateinamerika nahm teil Susana Galli.

Aus der Region Mittlerer Osten wurde der Koordinatorin für Kurdistan Özlem Yasak empörenderweise das Visum verweigert. Aus dem Nordirak kam Meral Cicek, die aber leider erkrankte.

Gastgeberinnen des Welttreffens waren die Europakoordinatorinnen Halinka Augustin/ Niederlande und Monika Gärtner-Engel/Deutschland.

Die Koordinatorinnen insgesamt repräsentieren ein politisches Spektrum von NGO/Sozialforen bis zu revolutionären Frauen.

Das 3. weltweite Treffen. schweißte die Koordinatorinnen zusammen, bekräftigte die Beschlüsse von Johannesburg und konkretisierte ihre Umsetzung. Im Mittelpunkt stand die Vereinheitlichung unter den (zum Teil neuen) Koordinatorinnen, was sich vor allem in der gründlichen Diskussion der Aufgabe der Koordinatorinnen und der finanziellen Unabhängigkeit als zwei wesentliche Methoden der Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz konzentrierte.

Die bereits in Johannesburg vereinheitlichte produktive wissenschaftliche Arbeitsweise wurde weiter entwickelt. Eisern rangen alle darum, an der Konferenzsprache Englisch festzuhalten und sich dieser Herausforderung zu stellen.

Wieder wurden die Beschlüsse exakt – diesmal sofort am Ende eines Tagesordnungspunktes – formuliert und im Wortlaut verabschiedet. Standard ist schon die Gepflogenheit, am Ende eine CD mit allen Beschlüssen, den Länderberichten, der Anwesenheitsliste mit allen wichtigen Daten für die künftige Kommunikation und einigen Fotos feierlich gegen Quittung zum persönlichen und vertraulichen Gebrauch auszuhändigen und das ausgedruckte Beschlussprotokoll Seite für Seite persönlich unterschreiben zu lassen.

Nach einem herzlichen Begrüßungsabend am Sonntag startete das 3. Welttreffen der Koordinatorinnen am darauf folgenden Morgen mit dem Besuch von Bettina Bezold, der Gleichstellungsbeauftragten von Chemnitz. Sie wünschte der Konferenz einen guten Verlauf.

In der anschließenden Vorstellungsrunde der Koordinatorinnen wurde deren vielfältigste Schwerpunkte und großen Erfahrungen in ihrer Arbeit in der Frauenbewegung in ihren Ländern deutlich und dass sie Repräsentantinnen für Hunderttausende kämpferische Frauen in den Ländern und Kontinenten sind.

Die Kontinentalberichte  waren sorgfältig erarbeitet und sehr informativ. Sie behandelten die wirtschaftliche und politische Lage in den Kontinenten, wesentliche Kulminationen wie Kriege, Ebola, Umweltkatastrophen und politische Auseinandersetzungen; die Lage der Frauen, ihre Kämpfe und Auseinandersetzungen und die Vorbereitung des Weltfrauenprozesses.

Die Umsetzung der Beschlüsse des 2. Welttreffens in Johannesburg von Oktober 2013 wurde anhand der Beschlussliste sorgfältig kontrolliert. Im Zentrum stand hier die Auseinandersetzung, warum die beschlossenen Kontinentalkonferenzen in Afrika und Asien nicht durchgeführt wurden. Da fünf der anwesenden Koordinatorinnen beim 2. Welttreffen in Johannesburg nicht dabei gewesen waren, wurden diese Beschlüsse bis ins Detail noch einmal durchdiskutiert, vereinheitlicht und bekräftigt. Bei jedem Welttreffen werden die wichtigsten Beschlüsse durchgesprochen, mit den praktischen Erfahrungen durchdrungen und bekräftigt, aber auch weiter entwickelt, konkretisiert und ergänzt werden.

Aufbauend auf den Beschlüssen des 2. Welttreffens wurden diese erweitert und konkretisiert und 23 neue Beschlüsse einstimmig gefasst

Bekräftigt wurde der Weg, zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal kontinentale und regionale Konferenzen durchzuführen. Auf tiefe Anerkennung stieß, dass die Frauen des Mittleren Ostens ihre Konferenz, die ein hervorragendes Niveau hatte, inmitten der Kriegs- und Krisensituation durchkämpfte. Afrika will seine 2. Kontinental-Konferenz im Laufe des Jahres 2015 durchführen, in Asien wollen v.a. die gewählten Koordinatorinnen eng zusammen arbeiten und die 2. Asienkonferenz vorbereiten. Die weltweiten Koordinatorinnen schlagen vor, diese direkt vor dem 4. Welttreffen in Nepal vom 10.-16. März 2015 durchzuführen.

Das 3. weltweite Treffen erweiterte die bisherigen Beschlüsse zur Durchführung der 2. Weltfrauenkonferenz. Das betrifft die Konkretisierung zur Eröffnung mit einer Demonstration (statt zum Abschluss), zu den Workshops, den Übersetzungen, der Durchführung des Song-Contest, der die Leitlinie “Frauen erklimmen die höchsten Berge” haben soll, aber keine Altersbegrenzung, keinen Ausschluss von Jungen und Männern hat und an dem auch nicht nur eine Gruppe von einem Land teilnehmen kann, die Mobilisierung von Brigadistinnen.

Alle jungen Frauen und Mädchen werden aufgefordert, einen großen gemeinsa­men Workshop über die Belange der jungen Frauen und Mädchen durchzufüh­ren. Die Generalversammlung der Delegierten wird den jungen Frauen am 2. Tag  eine Stunde Zeit einzuräumen, ihre Arbeitsergebnisse einzubringen mit Resolutio­nen, Liedern, Statements. Unbedingt sollen junge Frauen in die Delegationen für die Generalversammlung gewählt werden. Nicht zuletzt wurde bekräftigt in einer demokratischen respektvollen und aufrichtigen Weise zusammen zu arbeiten, unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Gastgeberlandes.

Im Zentrum der Diskussion stand die Arbeit der Koordinatorinnen zur Stabilisierung und Verbreiterung der Basis der Weltfrauenkonferenz und die Verwirklichung der finanziellen Unabhängigkeit. Hier wurden sehr konkret Erfahrungen ausgetauscht mit Spendensammeln unter den Massen, Sponsorengewinnung aus Mittelschichten etc.

Zur Werbung für die 2. Weltfrauenkonferenz und als Finanzquelle in den Ländern werden T-Shirts in Bangladesh produziert und mit einem eigenen Logo bedruckt, das die Asien- Koordinatorin Joms aus den Philippinen zum Welttreffen schickte. Die einzelnen Regionen/Kontinente bestellen autonom ihre Farben und Größen, weshalb eine gute Publizierung des Angebots und verbindliche Absprache untereinander notwendig sind.

Mit sieben Resolutionen positionierten sich die Koordinatorinnen zu aktuellen politischen Fragen. Dies waren: Aktiver Widerstand gegen Fracking // Unterstützung des Kampfes gegen die Unterdrückung der Frau durch IS, heute besonders in Rojava und Kurdistan // Unterstützung des Kampfs der Frauen und der Arbeiterklasse in Europa // Ebola // Solidarität mit Palästina // Frauenhandel // Resolution zur 2. Weltfrauenkonferenz in Nepal.

Der dritte Tag war Bildung und Kultur gewidmet mit einem Vortrag von der Kenianerin Rebecca Lolosoli über das kenianische „Dorf der Frauen“. Rebecca Lolosoli interessiert sich für die Weltfrauenkonferenz und möchte im Kontakt bleiben. Der Ausflug zum Geburtshaus der glühenden Revolutionärin und deutschen Kommunistin Clara Zetkin in Wiederau war unbestrittener kultureller Höhepunkt. Die Mitglieder des Heimatsvereins, die das Museum betreiben, ein Vorsitzender und vier Frauen, hatten unseren Besuch liebevoll vorbereitet – inklusive Kaffeetafel, selbst gebackene Kuchen usw. Die Führung war ausführlich und die Koordinatorinnen waren alle sehr berührt und beeindruckt. Menu aus Sri Lanka  schrieb in das Gästebuch: „Dieser Besuch ist ein ganz besonderer Moment in meinem Leben!”

Am Ende der Konferenz stand eine erste schöpferische Auswertung und der Blick auf das in nur sechs Monaten stattfindende 4. Welttreffen der Koordinatorin in Kathmandu, Nepal vom 10. bis 16.03.2015.

Download Bericht: 

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