Aufruf Europakomitee zum Internationalen Frauentag 2012

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Hier finden Sie den Aufruf des Europakomitees zum Internationalen Frauentag 2012, den Sie am Ende der Seite auch herunterladen können:

Europakomitee,
28.02.2012

Aufruf zum Internationalen Frauentag 8. März 2012

Weltfrauen – reich an Kraft, Erfahrungen und Visionen!

Im Jahre 1911 gingen kämpferische Frauen in Europa und Amerika zum ersten Mal auf die Straße zum Internationalen Frauentag. Heute, 101 Jahre später, hat sich viel geändert. Frauen haben gekämpft für Gleichheit, für Freiheit, für demokratische Rechte, für Frieden und Befreiung. Sie haben Selbstbewusstsein entwickelt und laut einem Bericht der ILO (2008) ist die Zahl von Frauen die ‚außer Hause‘ arbeiten auf 1,2 Milliarden Frauen gewachsen, gegenüber 1,8 Milliarden Männer. Viele Frauen und Mädchen fühlen sich nicht unterdrückt oder ausgebeutet. Ist deshalb der Internationale Frauentag und der Kampf der Frauen unnötig oder gar überflüssig geworden? Keinesfalls!

Im Gegenteil. Auch wenn die Zahl der Frauen ständig zunimmt, die in den Arbeitsmarkt eintreten, kann das die große Ungleichheit zwischen Männern und Frauen nicht verbergen, so der Bericht der ILO, der Internationalen Arbeitsorganisation der UN.

Weltweit sind heutzutage mehr Frauen als je zuvor erwerbstätig. Aber noch viel öfter als bei Männern erhalten sie lediglich niedrig bezahlte und flexibilisierte Arbeitsplätze, während der soziale Schutz und die Rechte der Frauen brutal ignoriert werden. Bei einem Vergleich zwischen den Löhnen von Frauen und Männern im Industriebereich in 37 Ländern stellte sich heraus, dass sich die Kluft in den letzten 10 Jahren fast nirgendwo verringert hat. In Europa beläuft sich der Lohnunterschied durchschnittlich auf mehr als 15 Prozent.

Noch immer sind vorwiegend Frauen verantwortlich für die Familie, den Haushalt, kranke Familienmitglieder und erleiden Frauen weltweit Unterdrückung, Gewalt und ungerechte Kriege. Es ist bezeichnend, wie wenig sich grundsätzlich geändert hat. Was ist das für ein Gesellschaftssystem, dem es die letzten 100 Jahr nicht gelungen ist, die Lage der Frauen entscheidend zu verbessern?

Regierungen wälzen die Lasten der wirtschaftliche Krise auf die Arbeitenden, auf Frauen und Kinder ab. Zahllose Arbeitsplätze werden vernichtet oder umgewandelt in rechtlose Mini- und Teilzeit Jobs.

Aber Frauen akzeptieren es nicht, sie organisieren sich und stehen auf gegen Entlassungen und Privatisierungen, für höhere Löhne, Arbeitsbedingungen, gleiche Rechte und Respekt.

  • Gleiche Rechte für Frauen auf allen Gebieten des Lebens und ökonomische Selbständigkeit!

Frauen stehen auf

In Januar 2011 wurde bei der begeisternden ersten Europakonferenz der Weltfrauen nach der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen eine allgemeine Resolution verabschiedet, in der es heißt:

„Die EU ist weltweit eine Region riesigen Reichtums, aber durch die Herrschaft der mächtigen europäischen Konzerne und ihrer Regierungen ein mächtiger reaktionärer Pol und wir Weltfrauen in Europa bieten ihr die Stirn. Die EU wälzt brutal die Lasten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Massen, insbesondere auf die Frauen, Arbeiter und Kinder ab. Am brutalsten merken wir das bisher in Griechenland. Die EU und der ganze „Schengen-Raum“ schottet sich ab gegen Migrationsströme aus anderen Ländern ab, obwohl Armut, Hunger und Unterdrückung in diesen Ländern oftmals durch die imperialistischen Staaten verursacht sind. Die EU-Konzerne und Regierungen zerstören die Umwelt und bauen erkämpfte Errungenschaften wieder ab. Sie betrügen die Menschen und unterdrücken die Kämpfe der Massen mit repressiver Staatsgewalt. Mit Hilfe der antikommunistischen Kampagne der EU wird versucht, sie davon abhalten, über gesellschaftliche Alternativen und revolutionäre Veränderungen nachzudenken.

Die Masse der Frauen steht im Visier dieser reaktionären Politik. Sie wird doppelt ausgebeutet und unterdrückt, Frauen werden vergewaltigt oder getötet, viele sind zur Flucht gezwungen.

 Aber die Frauen stehen auf und organisieren sich, stehen im Zentrum der Kämpfe. Der „Arabische Frühling“ als Aufstand für Demokratie und Freiheit hat uns begeistert und beeindruckt. Inzwischen sehen wir mit Sorge, dass die Ziele dieser Aufstände, erste Errungenschaften und insbesondere die zentrale Rolle der Frauen wieder mit Füßen getreten werden. Damit werden sich die Frauen in den arabischen Ländern niemals abfinden und wir sind solidarisch und zutiefst verbunden mit ihnen.“

Und in einer zweiten Resolution für Frauenrechte, Demokratie und Freiheit erklären wir: „Wo immer die Frauen der Welt aufstehen, rebellieren – da zeigen die herrschenden Systeme ihr wahres Gesicht: Unterdrückung, Mobbing, Vergewaltigung, Inhaftierung, Morddrohungen sind brutale Realität. Brennpunkte diese Repression mit Massakern und zahlreichen politischen Gefangenen sind derzeit weltweit Länder wie Syrien, Ägypten, Palästina, die Philippinen und Kurdistan … Die Frauen und Mädchen der Welt werden sich niemals mit ihrer Unterdrückung abfinden!“

  • Freiheit, Ausbau von Frauenrechten und Selbstbestimmungsrecht weltweit!
  • Gegen jede Form von Unterdrückung durch familiäre, religiöse, gesellschaftliche und politische Strukturen.
  • Internationale Solidarität!

Wer, wenn nicht wir?!

Wer wird sich die Zeit nehmen für eine bessere Zukunft zu kämpfen, wenn Frauen es selber nicht machen?

Ohne Frauen kann der Kampf für ein besseres Leben nicht geführt werden. Das haben Frauen bewiesen in den Kämpfen gegen die Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, in Streiks, im Kampf für ihre Befreiung, im Widerstand gegen Faschismus, in Befreiungskämpfen und Kämpfen gegen Krieg und Unterdrückung weltweit. Frauen sind unentbehrlich. Dazu sollten sie sich organisieren. Nur im Kampf für eine gerechte Gesellschaft kann die Lösung gefunden werden.

Für die Befreiung der Frau in einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

1910 forderte die Sozialistin Clara Zetkin auf, den Internationalen Frauentag zu organisieren, der 1911 das erste Mal stattfand. 100 Jahre später, 2011, haben Frauen die herzerwärmende und erfolgreiche erste Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Venezuela durchgeführt. Dort wurden drei weltweite Kampftage beschlossen. Einer davon ist der 8. März. Weltfrauen sind reich an Kraft, Erfahrungen und Visionen. Nutzen wir all unsere Kraft, um den 8. März zu einem unübersehbaren Widerstandstag der Frauen, zu einem Meilenstein für die Befreiung der Frau zu machen! Am stärksten sind Frauen und Mädchen, wenn wir uns dauerhaft organisieren. Lasst uns enger zusammenarbeiten und die kämpferische Frauenbewegung zu einer unübersehbaren und zukunftsweisenden Kraft machen – jede in ihrem Land und international!

Europakomitee Weltfrauenkonferenz

28. Februar 2012

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Aufruf Europakomitee Internationaler Frauentag 2012 ohne Layout

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