Indonesien: Solidarität an die streikenden Adidas Arbeiterinnen und Arbeiter

18. Juli, Djakarta

Solidaritätserklärung an die streikenden Adidas Arbeiterinnen und Arbeiter

An die Streikenden!

Auf unserer Reise durch mehrere Länder Asiens haben wir von eurem mutigen Streik gehört. Wir sind drei Frauen aus Deutschland und machen diese Reise, um die Lage und den Kampf vor allem der Frauen kennen zu lernen. Denn nach der ersten erfolgreichen Weltfrauenkonferenz 2011 wird aktuell eine zweite Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen – der Arbeiterinnen, Bäuerinnen, Studenten, Hausfrauen – vorbereitet, die 2016 stattfinden soll.

Wir senden und euch unsere volle Solidarität für euren Streik und eure berechtigten Forderungen und werden ihn in Deutschland bekannt machen. Wir bewundern eure Entschlossenheit – lasst euch keine Angst machen, haltet an eurem Streik weiter fest!

Mit vielen solidarischen Grüßen,

Monika Gärtner-Engel,

Stephanie Thomas-Tecklenborg,

Lena Engelhardt

 

Diese Solidaritätsaktion bezieht sich auf folgenden Kampf:

 

Mutige Arbeiterinnen in Jakarta/Indonesien: „… dann streiken wir eben weiter!“

Emelia Yanti, Generalsekretärin der GSBI

Jakarta, 19. 7. 12 (Korrespondenz): Seit nunmehr sechs Tagen steht die Mehrheit der Beschäftigten einer für Adidas produzierenden Fabrik bei Jakarta im Streik. Von den 2.500 Beschäftigten, vor allem Frauen, beteiligt sich die überwiegende Mehrheit an den Streikaktionen. Es wird um ein ganzes Paket von Forderungen gestritten: Mindestlöhne, Wiedereinstellung entlassener gewerkschaftlicher Führer, Bezahlung von Überstunden, Urlaub nach dem Zuckerfest, Neueinstellungen, um die Arbeit zu schaffen.

Geführt wird der Streik von der Gewerkschaft GSBI – der „Föderation unabhängiger Gewerkschaften“. Die Gewerkschaft arbeitet erst seit fünf Monaten in dem Betrieb und führt aktuell Tarifverhandlungen durch. Nach mehreren Verhandlungsrunden hatten die Arbeiterinnen genug von den ergebnislosen Reden und organisierten den Streik.

Das Werk ist belagert und die Streikenden übernachten auf dem Fabrikgelände. Die Gewerkschaft ruft die Ehemänner der Beschäftigten auf, auch am Werk zu übernachten. Sehr viele folgen der Aufforderung, die Kinder werden bei Familienangehörigen untergebracht und die Frauen sind sehr stolz darauf.

Emelia Yanti, Generalsekretärin der GSBI: „Obwohl der Streik sogar nach dem restriktiven indonesischen Streikrecht legal ist – da er während Tarifverhandlungen stattfindet –, geht die Polizei brutal gegen ihn vor. Polizisten versuchten, die Streikenden zu provozieren und setzten Tränengas gegen sie ein. Für die Schwangeren wurde eine Extrazone abseits der Streikposten geschaffen. Dort sollten sie geschützt sein und dennoch ihre Zustimmung zum Streik bekunden können. Doch selbst gegen sie wurde Tränengas eingesetzt! So brach kurzzeitig Panik aus.“ In den folgenden Tagen gin- gen die Sicherheitskräfte noch brutaler vor und es gab mehrere Verletze. Aber die Streikenden bewältigten die Situation und entschieden, weiterzukämpfen.

Schon in der Vorbereitung des Streiks hatte die Gewerkschaft die Belegschaft auf eine harte Auseinandersetzung vorbereitet: Es kann sein, dass die Auseinandersetzung nicht nach drei Tagen beendet ist?! „Dann streiken wir weiter!“. Es kann sein, dass Polizei eingesetzt und Verantwortliche entlassen werden?! „Dann streiken wir auch dagegen!“.

Emelia Yanti: „Es ist der erste Streik der Belegschaft und sie ist noch streikunerfahren – aber es wird eine harte Auseinandersetzung. Es kann sein, dass wir eine internationale Kampagne zu seiner Unterstützung entfalten müssen. Dann setzen wir auch auf die Unterstützung der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Deutschland.“

Quelle: www.mlpd.de

 

Griechenland: Solidarität mit den griechischen Stahlarbeitern und ihren Familien!

Am Morgen des 20. Juli stürmten Polizeieinheiten das von den Arbeitern im Kampf um ihre Arbeitsplätze besetzte Stahlwerk in Helliniki Halivourgia in Aspropirgos bei Athen. Noch am gleichen Abend haben sich über 15.000 Menschen an einer Solidaritätsdemonstration und -kundgebung vor dem Werk beteiligt.

Download Sollidaritätserklärung:

120720 Solidarität mit den griechischen Stahlarbeitern

 

Frauenpolitischer Ratschlag-Kämpferischer Frauenrat
Koordinierungsgruppe
Ringstraße 71
45879 Gelsenkirchen
frauenpolitischerratschlag@gmx.de

An die Gewerkschaft PAME
international@pamehellas.gr

Fax Somation: 0030 210 55 78 360

20.07.2012

Liebe Stahlarbeiter, liebe Frauen, liebe Kinder!

Voller Empörung haben wir Frauen des kämpferischen Frauenrats aus Deutschland gehört, dass euer Stahlwerk von Helliniki Halivourgia in Aspropirgos von Sondereinsatzkräften der Polizei gewaltsam gestürmt wurde, Kollegen von euch brutal geschlagen und einige verhaftet wurden.

Ihr streikt seit 263 Tagen und seid ein Beispiel geworden für den Widerstand gegen brutale Ausbeutung und den Kampf gegen die Krisenprogramme der Regierungen in vielen europäischen Ländern.

Besonders toll und bewundernswert fanden wir, dass eure Frauen und Familien an eurer Seite stehen. Wir haben Sofia Roditi hier in Deutschland gehört, wie sie uns von eurem Kampf und eurem Mut berichtet hat und welche Entbehrungen ihr auf euch nehmt. Euer Kampf hat für uns eine besondere Bedeutung, deshalb haben wir Sofia Roditi  zum 10. Frauenpolitischen Ratschlag, dem größten frauenpolitischen Ereignis in Deutschland, am 15./16.September in Ludwigsburg/Stuttgart hier in Deutschland eingeladen. Diese Einladung bleibt bestehen und unsere Hilfe ist euch gewiss.

Wir wollen unsere Solidarität auch in praktischer Hilfe münden lassen und einen LKW voll Hilfsmittel und Nahrungsmitteln zu euch schicken, weil uns die praktische Unterstützung für die Familien ein großes Bedürfnis ist.

Heute möchten wir unsere Solidarität und jede mögliche Unterstützung von ganzem Herzen zum Ausdruck bringen.

Wir Frauen des kämpferischen Frauenrats aus Deutschland stehen hinter euch, weil euer Kampf berechtigt ist. Wir werden alle unsere Kontakte informieren.

Wir fordern den sofortigen Rückzug der Polizei aus dem Werk!
Wir fordern die sofortige Freilassung aller Verhafteten!
Frauen und Männer, gemeinsam gegen die Krisenprogramme der Regierungen!
Frauenbewegung und Arbeiterbewegung gehören zusammen!
Hoch die internationale Solidarität!

Wir umarmen euch!

Mit kämpferischen und solidarischen Grüßen

i.A. des kämpferischen Frauenrats

Anne Wilhelm, Angelica Urrutia, Christine Stübler, Christiane Schröder

Kenia: Streik der Blumenarbeiterinnen

05.07.12 – Kenia: Blumenarbeiterinnen streiken

Über 800 Arbeiterinnen in einer Blumenplantage in Naivasha in Kenia streiken für bessere Arbeitsbedingungen, gegen sexuelle Belästigungen, niedrige Löhne und fehlende Schutzkleidung. Das Unternehmen hat die Frauen ausgesperrt, deswegen versammeln sie sich vor dem Tor. Zwei Frauen wurden jetzt getötet und mehrere verletzt, als ein LKW wegen eines technischen Defekts in die Menge fuhr. In Kenia werden 25 % der in Europa verkauften Blumen produziert.

Peru: Frauenkämpfen gegen Umweltzerstörung durch Bergbauprojekt

03.07.12 – Erneut Frauendemo gegen Bergbauprojekt in Peru

Am vergangenen Freitag demonstrierten im peruanischen Cajamarca wieder Hunderte Frauen, darunter zahlreiche Schwangere und Mütter mit ihren Kindern, gegen das geplante Bergbauprojekt „Minas Conga“. Die Demo war vor allem auch ein Protest gegen die Drohung der Frauenministerin Ana Jara, gegen schwangere Frauen strafrechtlich vorzugehen, wenn sie sich an einer Demonstration beteiligen. Die Frauen fordern, dass die Gold- und Kupfermine „Minas Conga“ völlig aufgegeben wird, weil es die Wasser- und damit die Überlebensmöglichkeiten einer ganzen Region bedroht.

 

Bildquelle: IWA, Bild stammt aus Kanada