Erklärung der Eisenacher Montagsdemo zur Blockade in Nepal

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Viele Menschen haben noch die Bilder des verheerenden Erdbebens in Nepal
vor Augen, wenn sie an das Land am Himalaya denken. Momentan werden die
Menschen dort wieder von einer humanitären Katastrophe bedroht,
allerdings nicht wegen dem Erdbeben, sondern weil die reaktionäre
indische Regierung den Transport von Treibstoff und weiteren
lebenswichtigen Gütern nach Nepal blockiert.
Sieben Jahre nach dem Sturz der Monarchie hat Nepal seit dem 20.
September 2015 eine fortschrittliche demokratische Verfassung, die unter
anderem auch viele Frauenrechte festschreibt. Zum ersten Mal wurde eine
Frau zur Präsidentin gewählt. In Nepal haben die Frauen eine aktive
Rolle im Kampf für den Sturz der reaktionären Monarchie gespielt und im
Kampf für eine demokratische, nicht religiös gebundene Verfassung.
Am Tag der Verabschiedung dieser Verfassung verhängte die reaktionäre
indische Modi-Regierung eine unausgesprochene rigorose
Versorgungs-Blockade gegen Nepal. In der Zwischenzeit sind die
Auswirkungen auf das Leben und die Bevölkerung enorm.

Es fährt fast kein Taxi mehr und nur noch ganz wenige Busse. Gas zum Kochen geht aus,
Trinkwasserabfüllfirmen konnten zum Teil nur noch 50 Prozent der Mengen
abfüllen. Schwierige Geburten von Frauen in ländlichen Regionen führen
zum Tod, weil kein Treibstoff da ist, um die Frauen schnell in ein
Krankenhaus zu bringen. Diese Blockade ist eine Form staatlicher Gewalt
gegen die Frauen Nepals, sie tragen die Hauptlast. Sie ist auch ein
Angriff auf alle Frauen, die weltweit die 2. Weltfrauenkonferenz der
Basisfrauen vorbereiten, die vom 13. bis 18. März 2016 in Kathmandu
stattfindet.
Diese Weltfrauenkonferenz wird auch in Eisenach vorbereitet, eine
Ersatzdelegierte der deutschen Delegation kommt von hier.

Die Montagsdemo Eisenach protestiert entschieden gegen die Einmischung
Indiens in die inneren Angelegenheiten Nepals und fordert die sofortige
Beendigung der Blockade!
Wir sind solidarisch mit dem nepalesischen Volk und allen
Unterstützerinnen und Unterstützern der Weltfrauenkonferenz!

Eisenach, 4. Januar 2016

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