Strom und Wasser und die Flüchtlingsfrauen

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Strom und Wasser und die Flüchtlingsfrauen  Floßtour_A2_03_neu

Alle vier Sekunden ist ein Mensch gezwungen aus seiner Heimat zu fliehen. Die Ursachen sind wirtschaftliche Zerrüttung, Zerstörung bäuerlicher Existenzen durch Landraub und internationale Agrar- und Lebensmittelkonzerne, politische Verfolgung, Bedrohung durch kriegerische Auseinandersetzung wie in Syrien und zunehmend Umweltkatastrophen.

Das ist das Ergebnis des Berichts “Global Trends 2013”, den das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am 20. Juni zum Weltflüchtlingstag veröffentlichte. Insgesamt 51,2 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr Flüchtlinge, Binnenvertriebene oder Asylsuchende –  6 Millionen mehr als im Vorjahr und  mehr als je zuvor seit Beginn der Datenerfassung 1989. Etwa die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. 86 Prozent der Betroffenen flohen in ein Entwicklungsland, oft in einen Nachbarstaat. An keiner Grenze der Welt sterben so viele Menschen wie an den Küsten des Friedensnobelpreisträgers Europa.

Nachdem Heinz Ratz und seine Band “Strom & Wasser” im vergangenen Jahr trotz Reise- und Arbeitsverbot mit Musikern aus Flüchtlingslagern auf Tour gingen um gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik in Europa zu protestieren, werden sie in diesem Jahr am 14.07. mit zwei großen Flößen aufbrechen, umgestaltet zu Flüchtlingsbooten. Die Tour geht über Main-, Neckar- und Rheinabwärts, dann entlang des Mittellandkanals bis nach Berlin. Mit dabei auf dem Wasser und an den verschiedenen Anlegestationen, wo auch Konzerte stattfinden, Flüchtlingen und deutschen UnterstützerInnen wie der Potsdamer Verein Women in Exile e.V. oder Pro asyl.

Der Schwerpunkt der Tour liegt auf der Situation der Flüchtlingsfrauen, weil „ die Haupt-Leidtragenden sehr oft die alleine oder mit ihren Kindern fliehenden Frauen sind, die jedoch gleichzeitig eine große Scheu haben, an die Öffentlichkeit zu treten.“

An die Öffentlichkeit gingen vom 20.-22. Juni Flüchtlingsfrauen aus ganz Deutschland bei einer Konferenz in Frankfurt. Eine Aktivistin erklärt  „Die Flüchtlingsfrauen seien in Deutschland mit diversen Problemen konfrontiert …. Viele Frauen lebten in Lagern, die sich außerhalb der Städte befinden, seien so vom öffentlichen Leben abgeschnitten. Dort seien sie sexueller Gewalt und Belästigung ausgesetzt. Auch die medizinische Versorgung sei unzureichend. Zudem seien sie tagtäglichem Rassismus ausgesetzt.“  (Frankfurter Rundschau, 20.6.14)  Sie bekräftigten aber auch ihren Willen, für ihre Rechte zu kämpfen.

Der Frauenverband Courage e.V. unterstützt die Tour und ist in den Städten, wo es Courage-Gruppen gibt bei den Stationen mit dabei. Wir freuen uns auf die Begegnung mit den Flüchtlingsfrauen – ein erklärtes Ziel der Tour. Für sie ist sicher auch der  11. Frauenpolitischen Ratschlag interessant, wo „Frauen auf der Flucht“ eines der 6 Haupthemen ist. Und wir sind gespannt auf die Konzerte, die mit „politisch-kabarettistischer Liedermacherei, tanzbaren Weltmusikgrooves, Ska, Reggae, Walzer, Tango, Rock „ musikalisch einiges versprechen.

Hier findet Ihr die Tourtermine:

 

Weitere Informationen:

http://www.strom-wasser.de/stromundwasser2009/tourdaten.html

 

 

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