Report on 3rd Europaean Conference, Paris, February 2014 (4 languages)

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Europa-Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen

Monika Gärtner-Engel und Halinka Augustinresized_00 Podium

Angélica Urrutia, Maria Hagberg – stellvertretende Europa-Koordinatorinnen                                                                                                                                                                     20. Februar 2014

An die Delegierten der 3.Europa-Konferenz

An die weltweiten Koordinatorinnen in Asien, Afrika und Beobachterinnen in Lateinamerika

An den Kämpferischen Frauenrat in Deutschland

Bericht der Europa-Koordinatorinnen

über die 3. Europakonferenz am 8. Februar 2014 in Paris

zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz 2016 in Kathmandu/Nepal

29 Delegierte der 3. Europakonferenz aus 14 Ländern waren:

aus Bosnien eine Vertreterin der Rechtsanwältinnen ohne Grenzen e.V.

aus Dänemark zwei Vertreterinnen des Gender Equality Center und von EMKR/NVKA

aus Deutschland drei Vertreterinnen aus Kämpferischer Frauenrat/Frauenverband Courage,  Frauenkomitee Basta bei Opel und Demokratische Frauenbewegung in Europa/ADKH

aus Frankreich drei Vertreterinnen der Association Femmes de l’Ile, der Femmes en Lutte 93 und der Fédération des Association Kurde de France

aus Griechenland drei Vertreterinnen der Stahlarbeiterfrauen von Aspropyrgos

aus Großbritannien eine Vertreterin des Democratic Women Movement in Europe

aus Niederlande drei Vertreterinnen der Weldfrouwen, der Jong en Strydbaar und von Frouw Schoonmaak/Vorsitzende der Gewerkschaft der Reinigungsfrauen in den Niederlanden

aus Österreich zwei Vertreterinnen von WIDE – Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven und von Women’s Solidarity/Frauensolidarität

aus Rumänien zwei Vertreterinnen RKP/Rumänische Kommunistische Partei

aus Russland eine Repräsentantin der Frauenbewegung

aus Schweden drei Vertreterinnen von Network against honour related violence, international com for woen, KIBELE/Grast rott feminist

aus der Schweiz zwei Vertreterinnen der Weltfrauen in der Schweiz

aus Spanien  eine Vertreterin des Centro Social y Cultural Plataformas Solitarias

aus der Ukraine eine Vertreterin des Koordinationsrats der Arbeiterinnen und Arbeiter

(Namen und E-Mail-Adressen sind den europäischen Koordinatorinnen bekannt)

Frauen aus Albanien, Serbien und Tschechien sind am Prozess der Weltfrauenkonferenz beteiligt, konnten aber leider nicht teilnehmen.

Beim Podium junger Frauen nahmen Vertreterinnen aus 6 Ländern teil (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Rumänien, Ukraine).

Mit zahlreichen Frauen und einigen Männer als Gäste aus 25 Herkunftsländern nahmen insgesamt 140 Menschen teil.

Herzliche Grüße kamen aus Bulgarien, Tschechien, Spanien, vom Frauenverband Courage  Deutschland, der ICOR Europa und zudem von der asiatischen Koordinatorin Sheila und der afrikanischen Koordinatorin Bulelwa.

Im Rahmen der Eröffnung begrüßte der Bürgermeister von îlle St.Denis die Teilnehmerinnen der Konferenz und traf die Feststellung: „Frankreich muss erst noch das Land der Frauenrechte werden“. „Le Parisien“ als große Tageszeitung schickte einen Journalisten.

Die Frauengruppe der îlle St.Denis von Paris hatte durch monatelange Arbeit mit viel Herzblut, Engagement und Organisationstalent den gesamten Rahmen der Konferenz selbstständig, liebevoll und perfekt vorbereitet. Auch Männer haben die Konferenz unterstützt.

Die 3. Europakonferenz wurde geleitet von den Europa-Koordinatorinnen Monika Gärtner-Engel (Deutschland) und Halinka Augustin (Niederlande) und der Stellvertreterin Angélica Urrutia (Deutschland).

Die Europa-Konferenz war sehr erfolgreich. Der Weltfrauenprozess in Europa wächst und erweitert sich und die Konferenz fasste wichtige Beschlüsse zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz in Nepal. Alle Beschlüsse wurden von den Delegierten einstimmig und ohne Enthaltungen abgestimmt, die Resolutionen einstimmig oder mit großer Mehrheit.

Die wesentlichen Ergebnisse:

  • 50 Prozent der Delegierten waren zum ersten Mal dabei. Frauen aus neuen Ländern (Bosnien, Großbritannien, Rumänien, Schweden) und Organisationen sind eingestiegen. Bisher sind 17-18 Länder Europas im Weltfrauenprozess vertreten.
  • Die Zusammensetzung ist breiter geworden. Die Delegierten repräsentieren mehr als 25 verschiedene Organisationen. Dazu gekommen sind unter anderem die Rechtsanwältinnen ohne Grenzen, die weltweit in 24 Ländern vertreten sind;  WIDE – das Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven, die Women’s Solidarity/Frauensolidarität aus Österreich, die eine aktive Radioarbeit machen, ein Netzwerk von 10 verschiedenen Organisationen in Schweden und weitere Organisationen aus Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Rumänien.
  • Bewegend waren Berichte aus den 14 Ländern: von zunehmender Armut vieler Frauen und ihrer Familien wie in Griechenland; von schlechter Situation der Pflege alter und kranker Menschen und der Pflegekräfte; von der Lage von Migrantinnen und Flüchtlingen wie in Schweden; von verschärfter Unterdrückung von Frauen wie in Spanien durch das Abtreibungsverbot; von Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen.
  • Aber die kämpferische Frauenbewegung in Europa stärkt sich: Kämpfe der Reinigung-und Pflegekräfte in den Niederlanden, Volksabstimmung für Abtreibungsfinanzierung durch Krankenkassen in der Schweiz, Bemühungen zum Aufbau überparteilicher Frauenorganisationen in Griechenland. In allen Kämpfen geht es um die Zukunft der Jugend, die den Weltfrauen besonders am Herzen liegt.
  • Neue Erscheinungen sind aber auch eine massive reaktionäre Polarisierung gegen die kämpferische Frauenbewegung, oftmals ausgehend von ultrareaktionären und faschistischen Stoßtrupps wie in der Ukraine, in Griechenland, Frankreich, der Schweiz. Dies soll genauer untersucht werden und wie dagegen der Widerstand entwickelt werden kann.
  • Erstmals gestalteten junge Frauen aus Europa einen in eigener Regie durchgeführten Tagesordnungspunkt. Sie berieten, welchen Beitrag sie in der Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz leisten können. Ein Vorschlag an die Weltkoordinatorinnen ist, die Generalversammlung der Delegierten der Weltfrauenkonferenz in Nepal in ähnlicher Weise für junge Frauen zu öffnen. Das zeigte, dass junge Frauen sich durchaus bewusst sind, dass eine weltweite und organisierte Frauenbewegung notwendig ist.
  • Nach Aussprache und einstimmiger Verabschiedung des Rechenschaftsberichts der Europakoordinatorinnen Halinka Augustin (Niederlande), Monika Gärtner-Engel (Deutschland) und der stellvertretenden Koordinatorin Angelica Urrutia stand im Mittelpunkt die Vorbereitung der 2.Weltfrauenkonferenz im März 2016 in Nepal.
  • Die Konferenz begrüßte einhellig die von den Weltkoordinatorinnen im Oktober 2013 beschlossene Weichenstellung zur Weltfrauenkonferenz in Kathmandu/Nepal 2016. Sie beschlossen, zur 2. Weltfrauenkonferenz Frauen aus allen Ländern Europas zu gewinnen und die kämpferische Frauenbewegung zu stärken.
  • Mit Maria Hagberg aus Schweden wurde eine weitere stellvertretende Europakoordinatorin gewählt und so das bisherige gut arbeitende Team verstärkt.
  • Begeistert griffen die Frauen den Vorschlag auf, dass im nächsten Jahr die 4. Europakonferenz im Februar 2015 in Athen stattfinden soll.
  • Die finanzielle Unabhängigkeit ist den europäischen Frauen besonders wichtig und weitere Treffen 2014/2015 sollen finanziell gemeinsam und mit solidarischer Unterstützung gemeistert werden. Für die Asienkonferenz im April 2014 in Kathmandu wurde eine Unterstützung mit 10.000€ beschlossen, für die Afrikakonferenz im August 2014 in Johannesburg 8000€, für das 3. Welttreffen im Oktober 2014 in Deutschland  7000€ und für die 4. Europakonferenz im Februar 2015 in Athen 5000€. Dazu beschloss die Konferenz: „Die finanzielle Unabhängigkeit der Weltfrauenkonferenz ist unsere gemeinsame Aufgabe. Wir entwickeln vielfältige finanzielle Initiativen in unseren Ländern für die Finanzierung unserer eigenen Arbeit und die Unterstützung der Koordinierung in anderen Kontinenten und Regionen.“
  • Die Konferenz beschloss: „Wir verstärken unsere Initiative, in allen unseren Ländern die drei gemeinsamen Aktions- und Kampftage (8. März, 1. Mai, 25. November) durchzuführen, damit wir die kämpferischen Frauenbewegung in unseren Ländern zu stärken, in dem Bewusstsein, Teil der weltweiten kämpferischen Frauenbewegung zu sein. Wir nutzen jede Aktivität, den Gedanken der Weltfrauenkonferenz zu verbreiten und neue Trägerinnen zu gewinnen.“
  • Die europäischen Weltfrauen sind Gastgeberin für das 3. Welttreffen der Koordinatorinnen vom 6. bis 9.10.2014 am Rande des frauenpolitischen Ratschlags in Deutschland und übernehmen gerne gemeinsam die Verantwortung.
  • Es wurde vorgeschlagen, möglichst aus jedem Land eine Frau für ein europäi­sches Homepage-Team zur Verwaltung der Website www.worldwomensconference.org zu gewinnen. Dabei wird auch besonders die Kompetenz und Kreativität junger Frauen gebraucht. Von den Aktivitäten zu den Ak­tions- und Kampftagen sollen eigen-initiativ Beiträge an die Website geschickt werden, ebenso über sonstige wichtige Informationen und Erfahrungen.
  • Eine Foto-Dokumentation der 3. Europa-Konferenz von Florian Aicher aus der Schweiz steht zur Verfügung unter: www.artofax.ch

Ein wunderbares Fest mit Tänzen, Liedern, Gedichten, köstlichem Essen und gemeinsamem Feiern beschloss die sehr erfolgreiche Konferenz.

Wie immer wurde das Treffen abgerundet durch einen Bildungsteil: Am Sonntag wurden die Frauen bei strahlendem Wetter von sachkundigen AktivistInnen  auf den Spuren von Olympe de Gouges und den Frauen der Kommune durch Paris geführt.

Jung und Alt und international sind wir ein weiteres Stück zusammengewachsen für die Befreiung der Frau!

Die Konferenz wurde von ehrenamtlichen Dolmetschern in sechs Sprachen simultan auf hohem Niveau übersetzt: Französisch, Deutsch, Englisch, Russisch, Niederländisch und Griechisch! Unser ganz herzlicher Dank gilt den über 20 ehrenamtlichen Übersetzern, den Studentinnen und Studenten, der Koordinatorin der Übersetzertätigkeit, den unermüdlichen Helfern und nicht zuletzt dem Fahrer, Techniker und Bewacher der Übersetzeranlage.

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