Resolution 1 der Europakonferenz Januar 2012 4 languages

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Resolution der Europakonferenz der Weltfrauen
Wir europäische Delegierte der Weltfrauenkonferenz sind stolz und begeistert über das erfolgreiche Pilotprojekt der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im März 2011 in Caracas, trotz aller Widrigkeiten, Fehler und Probleme. Die  Weltfrauenkonferenz hat unsere Herzen erwärmt und unseren Geist angeregt. Auch wenn die Basisfrauen materiell arm sind, sind sie doch reich an Kraft, Erfahrungen und Visionen. Wir werden als Weltfrauen in Europa an der Umsetzung der Resolution von Caracas arbeiten und insbesondere  mit der Arbeit zu den drei gemeinsamen Kampftagen 8. März, 1. Mai und 25. November die kämpferische Frauenbewegung in unseren Ländern stärken.
Das Positive dieser Konferenz werden wir bewahren, höher entwickeln  und die Fehler überwinden:
•    Wir bekräftigen die Dokumente – Aufruf und Prinzipien – der Weltfrauenkonferenz und werden auch in Zukunft auf dieser Grundlage arbeiten.
•    Die Teilnahme am Massenprogramm und Generalversammlung muss jeweils für alle möglich sein. Sie dürfen sich nicht überschneiden. Für beides muss ausreichend Zeit sein, z. B. jeweils zwei Tage. Zuerst die Workshops, dann die Generalversammlung.
•    Wir bestehen auf klaren Meinungsbildern und auf die Möglichkeit, durch Abstimmungen demokratische Entscheidungen herbei zu führen.
•    Von Sitzungen des weltweiten Komitees müssen Protokolle beschlossen und veröffentlicht werden. Sie müssen auch aufgetauchte Meinungsverschiedenheiten fest halten.
•    Wir kritisieren die Verfälschung des Konsensprinzips,  wodurch Minderheiten den Anderen – der Mehrheit –  ihre Meinung aufzwingen konnten. Z. B. standen 225 kolumbianische Frauen in 6 Bussen an der Grenze und die venezolanische Regierung ließ sie nicht passieren. Die große Mehrheit der Generalversammlung wollte eine Resolution dazu, aber sie wurde nie geschrieben, weil einige wenige Frauen der Meinung waren, das würde die venezolanische Regierung provozieren. Das war ein undemokratisches Verhalten, das wir kritisieren.
•    Wir kritisieren das undemokratische Verhalten derjenigen, die die Kurdinnen und ihre Kritik auf der Weltfrauenkonferenz unterdrückt haben. Das hat gegen unsere Prinzipien verstoßen und wir erwarten von den Verantwortlichen, dass sie sich dazu noch selbstkritisch äußern. Das darf nie wieder vorkommen. Dieser Fehler muss wie Feuer brennen. Spaltung von uns Frauen dient immer nur den Herrschenden.
•    Wir bestehen auf einem gleichberechtigten und multilateralen Vorbereitungs- und Organisationsprozess für die Vorbereitung und Durchführung der Weltfrauenkonferenz 2016. Gastgeberinnen müssen sich künftig bei ihrer Bewerbung verpflichten, gleichberechtigt, multilateral und solidarisch mit allen Trägerinnen der Weltfrauenkonferenz zusammen zu arbeiten sowie über die Entwicklung in ihrem Land zu informieren und über Probleme zu berichten.
•    Die Initiatorinnen bzw. Koordinatorinnen müssen künftig gegenüber den Frauen offen sein, sie auch über Konflikte informieren, Publizität herstellen und sich mit den Frauen aus ihren Ländern oder Kontinenten beraten.
•    Wir möchten für die zweite Weltfrauenkonferenz  ausdrücklich auch organisierte Frauen und ihre Organisationen ansprechen. Wir müssen den Eindruck vermeiden, dass mit „Basisfrauen“ nur die unorganisierten Frauen gemeint sind. Organisationen müssen auf der Weltfrauenkonferenz die Möglichkeit haben, sich darzustellen und zusammenschließen zu können. Wir wollen noch mehr Frauen und Organisationen aus ganz Europa gewinnen.  (Linke, revolutionäre) Parteien werden bei uns nicht ausgegrenzt, sondern sind willkommener Bestandteil, wenn sie gleichberechtigt und überparteilich arbeiten.
Wir arbeiten daran, europaweit in jedem Land Komitees der Weltfrauen zu fördern und uns gegenseitig zu informieren. Wir schlagen den Komitees in den einzelnen Ländern vor, Jahresprogramme ihrer Arbeit zu machen und die anderen Länder über die Website darüber zu informieren.
Wir bilden ein Europakomitee. Seine Aufgabe besteht in der Koordinierung der europaweiten Arbeit. Sie ist an die Beschlüsse der Europakonferenzen gebunden.
Wir streben ein europaweites einheitliches Auftreten an den drei Aktionstagen an, ggf. mit einem einheitlichem Aufruf, Slogans, Emblemen … Das künftige Europakomitees soll rechtzeitig Vorschläge machen und ein Meinungsbild herstellen.
Die Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz und des Europatreffens sollen breit publiziert und bekannt gemacht  werden, aber auch an die UNO und unsere Regierungen gegeben werden, um unserer Bewegung eine starke Stimme zu verleihen.
Die neue Webseite, die bisher in Deutschland geführt wurde, wird einfach zu bedienen und mehrsprachig sein und im Lauf des nächsten Jahres sollen alle Komitees der Weltfrauen in Europa das Recht bekommen Beiträge einzustellen. Dafür werden wir eine Ausbildung anbieten.
Wir sollten eine Hymne der Frauen der Welt komponieren und eine große Ausstellung über Leben und Kampf der Frauen erstellen. Wir schlagen einen internationalen Songcontest auf der Weltfrauenkonferenz 2016 vor, um dort das schönste Lied zur Hymne der Frauen der Welt zu wählen.
Die EU ist weltweit eine Region riesigen Reichtums, aber durch die Herrschaft der mächtigen europäischen Konzerne und ihrer Regierungen ein mächtiger reaktionärer Pol und wir Weltfrauen in Europa bieten ihr die Stirn. Die EU wälzt brutal die Lasten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Massen, insbesondere auf die Frauen, Arbeiter und Kinder ab. Am brutalsten merken wir das bisher in Griechenland.  Die EU und der ganzen „Schengen-Raum“ schottet sich ab gegen Migrationsströme aus anderen Ländern ab, obwohl Armut, Hunger und Unterdrückung in diesen Ländern oftmals durch die imperialistischen Staaten verursacht sind. Die EU-Konzerne und Regierungen zerstören die Umwelt & bauen erkämpfte Errungenschaften wieder ab. Sie betrügen die Menschen und unterdrücken die Kämpfe der Massen mit repressiver Staatsgewalt. Mit Hilfe der  antikommunistischen Kampagne der EU wird versucht, sie davon abhalten, über gesellschaftliche Alternativen und revolutionäre Veränderungen nachzudenken.
Die Masse der Frauen steht im Visier dieser reaktionären Politik. Sie wird doppelt ausgebeutet und unterdrückt, Frauen werden vergewaltigt oder getötet, viele sind zur Flucht gezwungen.
Aber die Frauen stehen auf und organisieren sich, stehen im Zentrum der Kämpfe.  Der  „Arabische Frühling“ als Aufstand für Demokratie und Freiheit hat uns begeistert und beeindruckt. Inzwischen sehen wir mit Sorge, dass die Ziele dieser Aufstände, erste Errungenschaften und insbesondere die zentrale Rolle der Frauen wieder mit Füßen getreten werden. Damit werden sich die Frauen in den arabischen Ländern niemals abfinden und wir sind solidarisch und zutiefst verbunden mit ihnen.  Wir sind solidarisch mit allen Frauen der Welt, die besonders unterdrückt sind und das bringen wir in einer extra Resolution zum Ausdruck.
Wir würden es begrüßen, wenn die nächste Weltfrauenkonferenz in Asien stattfindet, wo sich Millionen von Frauen für ihre Rechte organisieren. Wir werden dafür kämpfen, dass überall auf der Welt die Ziele der Weltfrauenkonferenz bekannt und ernst genommen werden.
In diesem Sinne wollen wir zusammenarbeiten mit allen Frauenorganisationen und Strömungen der internationalen Frauenbewegung, wo diese Ziele auf offene Ohren stoßen. Erfüllen wir die Schlussresolution von Caracas mit Leben: Der Internationalismus muss Leitlinie in unserem ganzen Alltag werden.
Einstimmig und ohne Enthaltung beschlossen von den anwesenden Delegationen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz am 07.02.2012

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