Internationales Seminar – Tag 1
Wie können wir den Imperialismus besiegen?
Heute begann das internationale Seminar der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen mit einer Begrüßungsrede von Durga und den fünf anderen Frauen der ANWA (All Nepalese Women’s Association) aus Nepal. Die Koordinatorinnen aus allen Kontinenten, die das Seminar gemeinsam mit der ANWA organisiert haben, wurden vorgestellt.
Nach einer Schweigeminute für die Frauen, die im Kampf der Frauen, im revolutionären Kampf, im Krieg, durch Armut und Gewalt ums Leben gekommen sind, fand eine nepalesische Eröffnungszeremonie statt, um das Seminar zu beleuchten.
Durga: „Wir heißen alle Frauen, die hier sind, herzlich willkommen! Wir haben alle hart daran gearbeitet,
das Seminar zu organisieren. Für viele Frauen war es schwierig, hierher zu kommen, aber es sind sehr viele aus Nepal und der ganzen Welt anwesend. Einige haben es leider nicht geschafft. Unter anderem erhielten Frauen aus Afghanistan und Dr. Mariam Abu Daqqa kein Visum. Songül Yücel, Koordinatorin für den Nahen Osten, durfte die Türkei nicht verlassen. Aber wieder einmal erklimmen Frauen die höchsten Berge, und gemeinsam werden wir ein gutes und schönes Seminar daraus machen! Viel Erfolg!“
Am Nachmittag begannen wir mit Thema 1:
„Sozial-ökologischer Wandel – weltweite Verschärfung der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen durch eine Lebensweise, die Menschheit und Natur zerstört.”
In diesem Block hielten wir im Namen der Plattform Weltfrauen die Einführungsrede, die bei den nepalesischen Frauen gut ankam, weil wir Theorie mit konkreten Daten verbunden hatten. Außerdem gab es Einführungen von Obi aus Botswana darüber, wie die Frauen dort das enorme Problem der Gewalt gegen Frauen angehen. Eine Frau aus der Türkei berichtete über die Folgen der schweren Erdbeben in Anatakya, die von den großen Unternehmen genutzt wurden, um sich Land anzueignen, die Natur zu zerstören und Rohstoffe abzubauen. Der Staat hat kaum etwas für die Menschen getan und ihnen sogar entgegengewirkt. Die Mädchen konnten nicht mehr zur Schule gehen und landeten mit Frauen in unsicheren Auffanglagern. Marie-Paula aus Togo berichtete über die Folgen der Klimakatastrophe für das Leben von Frauen, die beispielsweise aufgrund von Austrocknung und Verschmutzung des (Grund-)Wassers viele Kilometer laufen müssen, um Trinkwasser zu holen. Togo ist mit Küstenerosion und dem Anstieg des Meeresspiegels konfrontiert, wodurch Fischerdörfer gefährdet sind. Bergbau und Landwirtschaft verschlingen Lebensräume und zerstören die Gesundheit der Menschen bei einem fast nicht vorhandenen Gesundheitssystem. Frauen an der Basis sind sich der Probleme bewusst, und lokale Frauenorganisationen arbeiten zusammen, um die Probleme anzugehen. Die Frauen möchten ihre Aktivitäten und ihre Zusammenarbeit auf ein höheres Niveau bringen und sind daher sehr gespannt auf die Erfahrungen und Diskussionen beim Seminar.
Aus Peru wurde berichtet, dass Frauen eine führende Rolle im Kampf ums Überleben spielen, aber täglich Gewalt und Ungleichheit erfahren. Die Lebensbedingungen werden durch den Klimawandel zerstört, beispielsweise durch das Abschmelzen der Gletscher, verursacht durch die großen Bergbauunternehmen. Frauen stehen weltweit auf, müssen aber politische Klarheit haben und das Bewusstsein schärfen. „Die Wurzel des Übels muss bekämpft werden, wir dürfen nicht von den Imperialisten abhängig sein, wie der Agrarindustrie, kapitalistische Ausbeutung muss verschwinden. Wir selbst sind die Ersten, die die Lösung herbeiführen müssen, wir müssen selbst Eigentümer der Produktionsmittel werden und wir säen den Samen der Freiheit.“
In der Diskussion hörten wir viele Erfahrungen von Frauen aus der ganzen Welt, von Frauen aus Bosnien, Iran, Nepal, der Westsahara, Südafrika und Kongo im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, im Kampf von und für politische Gefangene, im Umweltkampf, der nur mit revolutionären Lösungen gewonnen werden kann. Eine Frau aus Nepal: „Es ist eine unausweichliche Notwendigkeit, dass wir den Imperialismus besiegen, wenn wir überleben wollen und wenn wir wollen, dass der Krieg aufhört, sonst wird es nur noch mehr Kriege geben und die Erde wird zerstört werden. Dann wird es niemals Frieden geben.“
Deutsche Frauen berichteten über die Konferenz der Arbeiter in der Automobilindustrie, die letzte Woche in Puna in Indien stattfand, mit dem Ziel, die Koordination und Zusammenarbeit im Kampf zu verbessern. „Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“
Es gab Berichte von Frauen von RAWA aus Afghanistan, von Songül Yücel aus der Türkei und Mariam Abu Daqqa aus Palästina.
Zum Abschluss gab es ein Solidaritätsfest für Palästina mit verschiedenen Auftritten, deren Höhepunkt eine beeindruckende Darbietung einer nepalesischen Gruppe war, die die Situation in Gaza darstellte. Gemeinsame Tänze aus Nepal, der Westsahara und Kurdistan rundeten den Abend solidarisch ab.
