Auswertung der 1. Weltfrauenkonferenz durch das 1. Treffen der weltweiten Koordinatorinnen

Auswertung der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011 in Caracas/Venezuela durch das 1. Treffen des weltweiten Koordinatorinnenkomitees

                                                                                                          Stuttgart, 18. September 2012

I.

Die 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen fand in einer weltpolitischen Situation statt, in der die Menschen und ganz
besonders die Frauen auf der ganzen Welt nach einem Ausweg aus den Krisen des Imperialismus suchten. Es war eine Situation der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise. Es war eine Situation der Kriege, der Katastrophe von Fukushima – aber auch des Frühlings der Völker im Nahen und Mittleren Osten und in Nordafrika und wachsender Kämpfe gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterklasse und das Volk.

Vom 4. bis 8. März 2011 nahmen insgesamt 3.500 Menschen aus 43 Ländern und fünf der sechs Weltkontinente an der Weltfrauenkonferenz teil, unter ihnen 102 Delegierte zur Generalversammlung von 90 verschiedenen Organisationen; 56 Frauenorganisationen und -bewegungen; 17 Gewerkschaften; 15 Parteien und linke Bewegungen; acht NGOs; zwei staatliche Organisationen (Venezuela, Eritrea); sieben Migrantenorganisationen; fünf Volksbewegungen; sieben Vertreterinnen der nationalen Vorbereitungskomitees für die WFK.

Die Anwesenheit von jungen Menschen aus den verschiedenen Ländern war wichtig. Die Frauen vereinigten ihre Stimmen und Erfahrungen auf der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen. Diese hat aufgrund ihres unabhängigen Charakters eine besondere Bedeutung, auch weil sie das Ergebnis der harten Arbeit der Frauen ist, die sich finanziell nicht von irgendwelchen Regierungen, Unternehmen oder Beihilfen abhängig machten.

Zahlenmäßig war die größte Delegation die aus Venezuela; auch gab es große Delegationen aus Deutschland, Ecuador und Argentinien. Wichtig war die Anwesenheit vieler Delegationen mit Frauen aus verschiedenen Nationen, Völkern und Organisationen, die auf der Grundlage der Prinzipien der Konferenz teilnahmen.

Wir sehen in der 1. Weltfrauenkonferenz einen neuen Meilenstein der kämpferischen internationalen Frauenbewegung. Wir sind stolz und begeistert über die erfolgreichen Ergebnisse, trotz aller Widrigkeiten, Mängel und Probleme. Die Weltfrauenkonferenz hat unsere Herzen erwärmt und unseren Geist angeregt. Auch wenn die Basisfrauen materiell arm sind, sind sie doch reich an Kraft, Erfahrungen und Visionen. Unsere Dokumente der Weltfrauenkonferenz – Aufruf und Prinzipien – waren ebenso wie die zwei Säulen eine hervorragende erste Grundlage und haben sich in ihren Grundlinien für die Zukunft bewährt. Wir haben viel gelernt. Wir haben Informationen bekommen, die wir nicht aus den Medien erfahren. Wir haben auch die Mentalität, Kultur, Gefühle, Stärke und Kämpfe, Initiativen und Organisationsformen der Weltfrauen besser kennen gelernt. Dadurch wuchsen unser Zusammengehörigkeitsgefühl, unser gegenseitiger Respekt und unser Kampfgeist. Die im Konsens verabschiedete Abschlussresolution gibt eine ausgezeichnete Orientierung für die Zukunft.

Wir möchten den Frauen und den Arbeiterorganisationen aus Venezuela unseren Dank aussprechen, insbesondere der Frauenbewegung “Ana Soto”, die dem weltweiten Initiatorinnen-Komitee angehörte, den Vorsitzenden und Mitgliedern, die mit großem Engagement und großer Entschlossenheit bei der Vorbereitung und Entwicklung der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen zusammengearbeitet haben.

Die Auswertungen der verschiedenen kontinentalen und regionalen Frauentreffen kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Erfolge in den folgenden Punkten zeigen:

  • die Vertretung der Länder und Organisationen;
  • die mit Unterstützung der Mehrheit der Länder und Delegationen erarbeiteten Resolutionen; diese tragen zur Stärkung der beteiligten kämpferischen, antiimperialistischen, demokratischen Frauenbewegung bei, welche mit den Kämpfen der Völker für Freiheit und den fortschrittlichsten Losungen der Frauen der Arbeiterklasse und den Frauen aus den verschiedenen ausgebeuteten Klassen verbunden ist;
  • die breite Bekanntmachung der wichtigen Kampferfahrungen der Frauen von allen Kontinenten;
  • Festhalten an den Prinzipien; auch weil es möglich war, sich gegen den durch politische und staatliche Organisationen angezettelten Boykott der Organisierung der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen zu wehren, mit dem die Konferenz fertig werden musste;
  • die Tatsache, dass die Arbeit zusammen mit anderen Organisationen aus Afrika, Asien und Europa koordiniert und vorangetrieben wurde – was den Geist des Respekts und der Zusammenarbeit ausdrückt; die stabilen Grundlagen für die Einheit der Frauen wurden so weiter gefestigt;
  • aktive Beiträge der Teilnehmerinnen während der Diskussionen; diese bestätigten die fortschrittlichsten Thesen und Vorschläge der Frauen der Welt im Kampf für ihre Menschenrechte sowie für ihre Befreiung;
  • es war eine ganz neue Erfahrung für die Frauen, die an der Weltkonferenz teilnahmen, aber auch für die, die zwar nicht teilnehmen konnten, aber mitgeholfen hatten, die Entscheidungen in jedem Land voranzutreiben. Deswegen sagen wir: Die Weltfrauenkonferenz fand nicht nur in Caracas statt, sondern in jedem beteiligten Land;
  • wir lernten von den Kampferfahrungen der Frauen der Welt, von ihrer Schöpferkraft, ihrem Widerstand und ihrer Selbstverpflichtung zur Befreiung der Frau und der ganzen Menschheit;
  • es war ein Ereignis, bei dem wir die Frauen der Arbeiterklasse, die von diesem ungerechten System doppelt ausgebeuteten und unterdrückten Frauen, verstehen lernten; wir begriffen dabei, dass wir einen Großteil der Frauen der Welt repräsentieren, dass wir gemeinsame Beweggründe haben, was die Berechtigung von uns Weltfrauen und unseres Kampfes bestätigt.

 

II. Kritiken und Herausforderungen aus Sicht der kontinentalen/regionalen Konferenzen

Afrika:

  • Schlechte Kommunikation
  • Logistik
  • Die Gleichzeitigkeit der zwei Säulen
  • Die zwei Säulen müssen getrennt werden und zu verschiedenen Zeiten stattfinden
  • Klare, verständliche Vorschläge an alle Koordinatorinnen
  • Alle Koordinatorinnen müssen den gleichen Informationsstand haben und verpflichtet sein, anderen auf der E-Mail-Liste zu antworten
  • Vorschlag, den 16. Juni, den Tag des Aufstands der Schüler von SOWETO, als internationalen Gedenktag zu begehen. Der 16. Juni ist der Tag des afrikanischen Kindes, er erinnert an die Erschießung der Kinder von Soweto.

Asien:

Die Frauen der Welt sollten sich alle bemühen, die Plattform mit großer Entschiedenheit durch einen ständigen Prozess von offener Diskussion, Auswertung und Selbstkritik zu stärken, damit Herausforderungen bewältigt werden wie zum Beispiel:

  1. Technische und logistische Schwächen in Bezug auf Tagungsort, Unterkünfte, Gastgeberpflichten, Übersetzung und Kommunikationsprozesse, die sich auf die befriedigende Durchführung unserer Austausches und die Entwicklung der Solidarität auswirken;
  2. die Notwendigkeit, unter den Frauen der Welt den gegenseitigen Respekt zu fördern für unsere mannigfaltigen Standpunkte, Kulturen, Meinungen, Gefühle, Lage und Dynamik im Zusammenhang mit unseren eigenen nationalen, regionalen und kontinentalen Bedingungen und Erfahrungen;
  3. die Notwendigkeit sicherzustellen, dass Planung und tatsächliche Durchführung des Programms der Weltfrauenkonferenz eine positive, aufbauende Atmosphäre fördern, so dass die Frauen sich frei und selbständig beteiligen können; das betrifft auch die notwendige Förderung der Diskussion, Zusammenarbeit und Vereinheitlichung zu politischen und theoretischen Fragen;
  4. die Förderung der Konsensbildung in Wort und Tat, so dass Einvernehmlichkeit nicht nur zahlenmäßig erreicht wird, sondern, was noch wichtiger ist, als Prozess, der die Unabhängigkeit, Initiative und gegenseitige Zusammenarbeit respektiert;
  5. die praktische Beschlussfassung zu Fragen, wie wir zur Teilnahme verschiedenster Frauen einschließlich der Frauen aus NGOs stehen; das betrifft auch die Notwendigkeit, ein stärkeres Gewicht auf die Teilnahme von armen, landlosen Bäuerinnen zu legen, die einen beträchtlichen Teil der unterdrückten und kämpferischen Frauen insbesondere in Asien ausmachen.

Europa:

Wir sehen wichtige Kritiken als Herausforderungen für die Zukunft:

  • Massenprogramm und Generalversammlung haben sich überschnitten. Aber die Teilnahme an beidem muss jeweils für alle möglich sein. Für beides muss ausreichend Zeit sein.
  • Die organisatorische Vorbereitung vor allem von Logistik, Transport, Unterbringung und Übersetzung im Schlussplenum war teilweise chaotisch, weil nicht gleichberechtigt in der Vorbereitung zusammengearbeitet wurde und nicht alle Erfahrungen zum Zuge kamen. Der Prozess für die Vorbereitung und Durchführung der Weltfrauenkonferenz 2016 muss gleichberechtigt und multilateral sein.
  • Punktuell wurde das Konsensprinzip zum Vetorecht verfälscht, wodurch eine kleine Minderheit eine Blockade von Entscheidungen erreicht. Wir halten am Konsensprinzip entsprechend den beschlossenen Prinzipien fest. Aber die Konferenz braucht klare Entscheidungen. In geeigneter Form muss ein Meinungsbild auch durch Abstimmungen möglich sein.
  • Vorgänge wie die Unterdrückung der Kritik der Kurdinnen dürfen sich niemals wiederholen. Die Konferenz muss respektvoll und offen für Kritiken durchgeführt werden. Die Koordinatorinnen müssen gegenüber den Frauen offen sein, sie auch über Konflikte informieren, Publizität herstellen und sich mit den Frauen aus ihren Ländern oder Kontinenten beraten. Wesentliche Entscheidungen müssen auf der Konferenz von den Delegierten getroffen werden.

Lateinamerika:

  1. Wir sind nicht einverstanden mit den Kritiken mancher Frauen an den Organisatorinnen in Bezug auf die Rolle, die diese als Gastgeberinnen der Weltfrauenkonferenz spielten; denn hier werden Methoden angewandt, die keine gemeinsame und positive Debatte garantieren, um die Hindernisse und Probleme zu überwinden, welche sie bei der Vorbereitung und Entwicklung der Konferenz vorfanden.
  2. Die bei den Vorbereitungstreffen erzielten Vereinbarungen über die Unterstützerbrigaden aus verschiedenen Ländern wurden nicht eingehalten: Diese Brigaden sollten maximal 10 Personen umfassen.
  3. Während der Vorbereitung der Konferenz gab es einige Schwierigkeiten bei der Vereinheitlichen und Bearbeitung der Dokumente; sie führten zu Problemen für die Vereinheitlichung des Denkens und Handelns zwischen Initiatorinnen einerseits und Weltkonferenz andererseits.
  4. Verstoß gegen das Konsensprinzip, als bei einem bestimmten Anlass darauf bestanden wurde, mit verschiedenfarbigen Karten abzustimmen.
  5. Übertriebene politische Bewertung des möglichen Beitrags der Chavéz-Regierung zur Durchführung der Konferenz.

Vorschläge:

  1. Das Koordinierungskomitee für Lateinamerika wird eingerichtet; es wird bestehen aus je einer Vertreterin aus jedem Land, das am Kontinentaltreffen Lateinamerika teilnahm, und wird offen sein für neue Länder. Es ist eine horizontale Einrichtung mit vollständig gleichen Rechten und Pflichten der Mitglieder; seine Aufgabe ist die Koordinierung von Tätigkeiten und Initiativen, die in die Schlussfolgerungen der Kontinentaltreffen einfließen. Das besagt nicht, dass das Komitee eine Organisation bzw. politische Struktur ist; auch ist es nicht parteigebunden; es wird auf eine demokratische Weise arbeiten, horizontal, und unter Beachtung der Autonomie der teilnehmenden Länder und Organisationen.
  2. Die Einbeziehung in den Prozess der Weltfrauenkonferenz wird die große Rolle der Frauen als Handelnde zum Ausdruck bringen, was die die Einforderung ihrer Rechte sowie ihren Beitrag zur Diskussion und zur Festlegung von Aktionen betrifft.
  3. Die 2012 in Sao Paulo durchgeführte Lateinamerika-Konferenz beschloss, dass ihre Schlussfolgerungen und Resolutionen bei dem weltweiten Auswertungstreffen vorgebracht werden sollen, das im September 2012 in Deutschland stattfindet, und zwar durch die drei Initiatorinnen der Weltfrauenkonferenz: Venezuela, Ecuador und Argentinien.
  4. Die 2012 in Sao Paulo durchgeführte Lateinamerika-Konferenz brachte ihre Zustimmung zu den grundsätzlichen Prinzipien und Zielen der Weltfrauenkonferenz 2011 in Caracas zum Ausdruck. Diese repräsentieren die fortschrittlichsten Vorschläge zur Organisierung und für den Kampf der unterdrückten und ausgebeuteten Frauen auf der ganzen Welt. Andererseits ist eine Veränderung der Konferenzstruktur geplant, um eine demokratische und horizontale Beteiligung zu garantieren ohne jeden Unterschied unter den Frauen.
  5. Arbeit in allen Ländern und auf kontinentaler Ebene zur Stärkung und Verbreiterung der Frauenbewegung gegen den Imperialismus; die demokratischen und linken Kräfte sollen sich verpflichten, politische Rechte für werktätige Frauen und verschiedene Schichten des Volkes zu erkämpfen. Ebenfalls alle Organisationen und Bewegungen, die bereit sind, für die vollständige Gleichberechtigung der Frau zu kämpfen, Frauenrechte in der Krise des Kapitalismus zu erkämpfen, gegen imperialistische Ausbeutung und für den Aufbau einer neuen, gerechten Ordnung, für die Freiheit in Lateinamerika und in der Welt.
  6. Fördern wir die Grundlage für die Einheit der Frauen in Lateinamerika, indem wir Solidaritätsaktionen mit den in jedem Land sich entwickelnden Kämpfen initiieren.
  7. Entscheidungen werden durch eine demokratische und einvernehmliche Methode gefällt, wobei die Vorschläge aller Teilnehmerinnen bekannt gegeben werden.
  8. Dieses Treffen wird ein Sieg sein für die demokratischen und revolutionären Kräfte in Lateinamerika und in der Welt.

III. Schlussfolgerungen

Seit der Weltfrauenkonferenz in Caracas haben die Weltfrauen weitere Fortschritte gemacht bei der Koordinierung der drei Kampftage am 8. März, 1. Mai und 25. November. Wir sind noch enger zusammengewachsen und haben die kämpferische Frauenbewegung gestärkt.

Wir haben eine kritische und selbstkritische Auswertung der Weltfrauenkonferenz in unseren Ländern, Regionen, Kontinenten und weltweit durchgeführt, und das im Geiste der Offenheit und gegenseitigen Achtung.

Mit der in Caracas einvernehmlich beschlossenen Abschlussresolution als Leitlinie haben wir das erste Treffen der weltweiten Koordinatorinnen zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz im Jahre 2016, die in Asien stattfinden wird, erfolgreich durchgeführt.

Wir gehen jetzt auf die 2. Weltfrauenkonferenz zu. Lasst uns den Kampf der Frauen der Welt vorantreiben!

¡Vamos mujeres!

Anhang

Auswertung durch Beobachterinnen von den Organisationen Ceni (Türkei-Kurdistan) und Yekitiya Star (Syrien-Kurdistan):

In der Auswertung der Vorbereitung und Durchführung der Weltfrauenkonferenz zieht die kurdische Frauenbewegung folgende Schlussfolgerungen:

Es fehlte an Transparenz, der Informationsfluss war unzureichend, so dass nicht alle Teilnehmerinnen in der Lage waren, das politische Umfeld und die aufgekommenen Schwierigkeiten bei der Durchführung der Caracas-Konferenz zu verstehen, sich eine eigene Meinung dazu zu bilden und sich an der Lösungssuche zu beteiligen. In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass zukünftige Konferenzen in einer Atmosphäre der Transparenz, des Respekts und der Offenheit stattfinden.

Wir haben Kritik daran, dass eine Delegierte aus Kurdistan daran gehindert wurde, ihre Meinung zu sagen: Sie wollte zu Beginn der Generalversammlung Kritiken und Vorschläge vorbringen, die mit den Delegierten aus dem Nahen und Mittleren Osten vereinheitlicht worden waren. Sie wurde diskriminierend behandelt und fälschlich beschuldigt. Was diesen Vorfall angeht, müssen wir die Solidarität bei der Behandlung solcher Probleme bestärken; soziale Beziehungen, Einfühlungsvermögen und gegenseitiger Respekt für die verschiedenen Herangehensweisen sind vonnöten; wir müssen einen anderen Umgang mit kulturellen und politischen Differenzen unter den Frauen und Frauenbewegungen fördern. Wir dürfen offene Kritik nicht fürchten, sondern sollten Kritik als Mittel zur Weiterentwicklung und Stärkung unseres Kampfes nutzen.

Ab Beginn der Konferenz trugen alle Teilnehmerinnen gemeinsam die Verantwortung für den Erfolg der Konferenz. Wir begreifen das als Ausdruck des Vertrauens und der demokratischen Teilhabe auf Augenhöhe. Ab Beginn der Konferenz in Caracas hätte es deshalb keine hierarchische Beziehung zwischen den Initiatorinnen und den Konferenzteilnehmerinnen geben dürfen. Die Konferenzteilnehmerinnen hätten Anteil an dem Informationsaustausch und den Grundsatzentscheidungen haben müssen.

Wir kritisieren, dass gemeinsame Beschlüsse des Initiatorinnen-Komitees nicht umgesetzt wurden. Zum Beispiel wurde vereinbart, dass ein Frauenlied zur Eröffnung der internationalen Frauenkonferenz gespielt werden sollte, und nicht die Nationalhymne von Venezuela.

Besonderheiten und Mannigfaltigkeit der beteiligten Frauenbewegungen, Länder und Kontinente/Regionen und deren besondere wirtschaftliche, politische und geographische Bedingungen müssen respektiert werden; das heißt., die lokale, nationale und regionale/kontinentale Dynamik der Basisdemokratie ist die Grundlage für die Stärkung des internationalen Kampfs der Frauen. Es muss besser möglich sein, andere Standpunkte, Bedürfnisse, politische und kulturelle Verhaltensweisen zum Ausdruck zu bringen. Dominierenden, eurozentristischen oder nationalistischen Verhaltensweisen muss während des gesamten Prozesses entgegengetreten werden.

Schwerwiegende logistische und infrastrukturelle Schwierigkeiten in Caracas (wie z.B. bei Übersetzung, Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmerinnen) waren Mängel, welche die ankommenden Frauen daran hinderten, sich in kollektiver und würdiger Weise, auf Augenhöhe zu beteiligen. In dieser Hinsicht waren die Vorbereitungen ungenügend. Der Tagungsort der zukünftigen Konferenz sollte so gewählt werden, dass es für die Teilnehmerinnen möglich ist, die Konferenz auf der Basis von Eigeninitiative so kostengünstig wie möglich zu organisieren.

Die Analyse der Beweggründe und Auswirkungen von Sexismus und patriarchalischer Dominanz sowie Perspektiven für die Befreiung der Frau sollten im zukünftigen Prozess und während der nächsten Konferenz vertieft werden.

121030 Welt-Koordinatorinnentreffen Auswertung 1 WFK in Caracas – end – DE




Resolutionen des 1. Welttreffens der Koordinatorinnen

1Das 1. Welttreffen der Koordinatorinnen zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016 in Asien
erklärt sich solidarisch mit den bedeutenden Kämpfen der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der breiten Massen in Europa.

Die imperialistische Troika aus EU, IWF und Weltbank arbeitet eng mit den Regierungen der imperialistischen europäischen Länder zusammen. Sie wollen die  zur Abwälzung der Krisenlasten aus der tiefsten Weltwirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Kapitalismus auf die breiten Massen. Dafür werden Milliarden an die Großbanken und Konzerne verschachert.

Doch sie bekommen die richtige Antwort: Die Stahlarbeiter in Griechenland, die Bergarbeiter in Spanien, Massendemonstrationen in ganz Südeuropa setzen Zeichen.

Den internationalisierten Attacken der Herrschenden setzen sie den internationalen Klassenkampf und Kampf der Massen entgegen.

Hoch die Internationale Solidarität!

120918 Resolution zur Solidarität mit den Kämpfen in Europa- DE

 

Solidaritätserklärung

Das Treffen der Weltkoordinatorinnen der 2. Weltfrauenkonferenz erklärt sich mit Dr. Mariana Vargas solidarisch, eine bekannte Rechtsanwältin, Verteidigerin und Kämpferin der Frauen und ihrer Rechte. Dabei geht es um die Manöver und falschen Anschuldigungen durch den Rechtsanwaltsverband der Jujuj-Provinz, um sie aus ethischen Gründen zu verklagen mit dem Ziel, ihr die Erlaubnis zur Berufsausübung zu entziehen, weil sie an einer Demonstration gegen einen Vergewaltiger teilgenommen hat, der frei war.

Stuttgart, 18. September 2012

Download in deutsch, englisch, spanisch: 120918 Solidaritätserklärung mit Mariana Vargas_DE_ES_US

 

Vorschlag für Solidaritätsbotschaft
Wir erklären uns solidarisch und grüßen die Frauen, die in Kurdistan, in Syrien, der Türkei und im Iran gegen Sexismus, Militarismus, gegen imperialistische und kapitalistische Herrschaftsinteressen, gegen die anti-demokratische Regime und religiösen Fundamentalismus in diesen Ländern Widerstand leisten. Der entschlossene und organisierten Kampf der Frauenbewegung und der Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen in Kurdistan geben uns die Hoffnung auf die Verwirklichung von Frauenbefreiung und Selbstbestimmung im Rahmen einer freien, demokratisch-ökologischen Gesellschaft. Da sich das herrschende System vor dieser Kraft der Frauen fürchtet, versucht es, kämpferische Frauen über reaktionäre Politik, Repressionen und den Einsatz von Religion als Herrschaftsmittel aus der Politik und dem öffentlichen Leben zu verdrängen. Aus diesem Grund werden derzeit Tausende kurdischer Aktivistinnen in den Gefängnissen der Türkei, Syriens und des Irans als politische Gefangene gefangengehalten. Wir grüßen diese Frauen und fordern ihre Freiheit.

Stellvertretend für die Tausenden gefangenen kurdischen Frauenrechtsaktivistinnen, Journalistinnen, Gewerkschafterinnen, Anwältinnen, Bürgermeisterinnen, Abgeordneten und Politikerinnen erklären wir unsere Solidarität mit:

–       Nazli Kecel, die vor 8 Jahren durch den syrischen Geheimdienst bei einer politischen Kundgebung in Westkurdistan verhaftet und verschleppt wurde. Sie ist seitdem verschwunden. Wir fordern eine Aufklärung ihres Aufenthalts und ihre Freilassung!

–       Zeynep Celaliyan, die im Iran zum Tode verurteilt wurde und schwer krank in Gefangenschaft ist. Wir fordern ihre medizinische Behandlung sowie Freilassung!

–       Den mehr als tausend gefangenen Aktivistinnen der kurdischen Frauenbewegung in der Türkei, die vor wenigen Tagen mit der Forderung „Freiheit für Abdullah Öcalan und alle politischen Gefangenen!“ in den Hungerstreik getreten sind.

18.09.2012

Download: 120918 Resolution zur Solidarität mit kurd. Frauen in Gefängnissen- DE

 

Solidarity with Marikana Lonmin mine workers, who were killed by South African Police Force. When they took place on the strike of increament of their salaries.

South African protests concerning with their service delivery – also they where killed by the police.

South African Police must stop killing the ordinary people when they protest for their rights.

18.09.2012

Download: 120918 Resolution gegen das Massaker in Lonmin SA – US

 

LA CONFERENCIA MUNDIAL DE MUJERES DEMANDA LA LIBERTAD DE LAS PRESASY PRESOS POLITICOS DE ECUADOR

Las integrantes del Comité Mundial de Coordinación de la Conferencia Mundial de Mujeres reunidas en Stutgartt – Alemania, se solidariza con la lucha de las organizaciones sociales  y políticas democráticas, progresistas y de izquierda del Ecuador  por la defensa y aplicación de los derechos humanos vigentes en la Constitución del país y  por el respeto a los derechos fundamentales de los trabajadores, campesinos, maestros, de la juventud, de las mujeres y pueblos del Ecuador..

Rechaza la posición del Gobierno ecuatoriano y su doble discurso, que ante la opinión pública internacional se presenta como defensor de los derechos humanos pero, que en su gestión aplica políticas y medidas antipopulares; de manera especial, impulsa una política de criminalización de la lucha social, de división de las organizaciones y movimientos políticos y populares que se oponen a sus políticas.

Demanda la libertad inmediata y sin condiciones de las presas y presos políticos, que se encuentran detenidos acusados de terrorismo: los 10 jóvenes detenidos en Luluncoto entre los cuales se encuentran las jóvenes luchadoras por los derechos de las mujeres: FADUA TAPIA, ABIGAIL HERAS Y CRISTINA CAMPAÑA; esta última compañera, participó en la Primera Conferencia Mundial de Mujeres realizada en Marzo de 2011 en Caracas; de igual manera, la libertad para Marcelo Rivera, dirigente juvenil universitario y el cese a la persecución a los cientos de dirigentes populares y políticos de izquierda, como es el caso de MERY ZAMORA, dirigente del Movimiento Popular Democrático.

Saludamos a las mujeres ecuatorianas y las convocamos a participar en la preparación de la Segunda Conferencia Mundial de Mujeres Combativas a realizarse en el año 2016

Stuttgart, 18 de septiembre de 2012

Download: 12091 DEMANDA LA LIBERTAD DE LAS PRESASY PRESOS POLITICOS DE ECUADOR- ES

 

Resolution on the heightened US military presence in Asia

We oppose the intensifying military presence of the US in the Asia-Pacific region as part of its new defense strategy outlined the vision of the American Pacific Century. As proven by the experiences of the peoples of Asia and the Pacific, as well as the Middle East and Africa, the presence of US military troops and bases have disastrous impacts on the lives of the people and has intensified sexual abuse and prostitution of women and children. We call for the immediate pull out US soldiers and personnel and the abolition of US bases and facilities in Asia-Pacific.

Stuttgart, September 18, 2012

Monika Gaerner – Engels y Halinka Augustin                                Coordinación Europa

Anna – Deisha – CENI                                                                     Medio Oriente

Bulelwa Charlie – Clariste Soh- Moube                                          Africa

Joan May Salvador                                                                           Asia

Susana Galli – Cecilia Jaramillo                                                      América Latina

Download: 120918 Resolution on the heightened US military presence in Asia

 

Solidarity with Shiela of Nepal on the issue of visa refusal by the German government

The World Coordinators of the World Women’s Conference stand in solidarity with our co-coordinator, Shiela of the ANWA-R (Nepal), whose application for a Schengen visa was refused by the german emba, thereby denying her free exercise of her democratic right to participate in this important process of the World Women’s Conference as co-coordinator for the Asian region. We take such visa refusal as a conscious attack of the German government  on the world’s women’s enduring struggle to forge mutual exchange, support and cooperation towards strengthening our international solidarity.

Stuttgart, September 18, 2012

Download: 120918 Solidarity with Shiela of Nepal on the issue of visa refusal by the German government- US

 




Korrespondenz zwischen 1. Welttreffen der Koordinatorinnen und Ana Soto / Venezuela

Die Frauenorganisation “Ana Soto” aus Venezuela war Gastgeberin der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im März 2011 in Venezuela. Im Zusammenhang mit der gründlichen Auswertung der 1. Weltfrauenkonferenz schickte die Konferenz ausdrückliche Grüße und den Dank der Weltfrauen an Ana Soto für ihre Arbeit.

20.09.12

Liebe Frauen von Ana Soto!

ich übermittle euch herzliche Grüße des 1. Welttreffens   Alles Gute  Monika

Welttreffen der Koordinatorinnen zur Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz 2016
18.09.12

An Ana Soto

Das 1. Welttreffen der Koordinatorinnen zur Vorbereitung der 2. Weltfrauenkon­ferenz der Basisfrauen 2016 in Asien
schickt herzliche und schwesterliche Grü­ße an Ana Soto und alle aktiven Frauen in Venezuela.

Euer Mut, Gastgeberin der 1. Weltfrauenkonferenz zu sein, Euer unermüdlicher Einsatz dafür war Pionierarbeit für die kämpferische Frauenbewegung.

Mag es in der Auswertung so manche Kritik und viele Verbesserungsvorschläge geben, all das ändert nichts an dem großen Respekt vor Eurer Arbeit.

Ihr werdet mit Euren Erfahrungen immer die guten Begleiterinnen und Berate­rinnen im weiteren Prozess der Weltfrauenkonferenz sein.

Antwort:

Betreff:

MOVIMIENTO DE MUJERES ANA SOTO.

Datum:

Fri, 21 Sep 2012 20:13:49 +0100 (BST)

Von:

Ana Soto <movdemujeresanasoto@yahoo.com>

Antwort an:

Ana Soto <movdemujeresanasoto@yahoo.com>

An:

Monika Gärtner-Engel <gaertner-engel@web.de>

Saludos.

Desde nuestra organizacion, les enviamos a todas las mujers comabativas del mundo nuestro respeto  y solidaridad en la lucha contra el imperilaismo y el capitalismo.

Estaremos  al igual que ustedes  siempre  en la lucha y en la construccion del socialismo. Nuestras diferencias no seran trabas, para seguir en el camino de esta lucha. Las consideramos a todas nuestras hermanas de clase. Seguiremos en la lucha unidas a todas las mujeres y hombres explotados y oprmidos del mundo.

Un abrazo franco y fraterno para todas y todos.

Greetings!

From our organisation we send to all militant women of the world our respect and solidarity in the struggle against imperialism and capitalism.

Like you we will be always be in struggle and in the construction of socialism. Our differences wont be obstacles for following the path of that struggle. We regard you all as our sisters of class. We will continue in the struggle together with all the exploited women and men of the world.

A sincere and sisterly warm embrace to all (women and men)

Salutations!

De notre organisation nous envoyons le respect et la solidarité en la lutte contre l’impérialisme et le capitalisme.

Comme vous nous serons toujours en la lutte et dans la construction du socialisme. Nos différences ne seront pas des obstacles pour suivre le chemin de cette lutte. Nous regardons vous toutes comme des sœurs de classe. Nous allons continuer en la lutte ensemble avec tous les femmes et hommes exploités du monde.

Nous vous embrassons toutes et tous de manière sincère et fraternelle

Herzliche Grüße!

Wir schicken von unserer Organisation an alle kämpferischen Frauen der Welt unsere Hochachtung und Solidarität im Kampf gegen den Imperialismus und Kapitalismus.

Wir werden genauso wie ihr ständig im Kampf stehen und uns für den Aufbau des Sozialismus einsetzen. Unsere unterschiedlichen Einstellungen sind keine Hindernisse auf dem Wege dieses Kampfes. Wir betrachten euch alle als unsere Klassenschwestern. Wir werden den Kampf vereint mit allen ausgebeuteten und unterdrückten Frauen und Männern der Welt weiter führen.

Einen aufrichtigen, schwesterlichen und herzlichen Gruß
an alle (Frauen und Männer)




Abschlusserklärung des 10. Frauenpolitischen Ratschlags 16. November 2012

16.09.2012

Frauenpolitischer Ratschlag

Aufruf zur Organisierung – einstimmig verabschiedet am Ende der Podiumsdiskussion „Pionierinnen der kämpferischen Frauenbewegung“ beim 10. Frauenpolitischen Ratschlag in der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg

Weltfrauen!

Wir hörten von den Kämpfen, Siegen und Niederlagen zahlreicher Pionierinnen der kämpferischen Frauenbewegung: von Schwester Lea, Parkschützerin Anette, Gewerkschafterin Ursula, Streikführerinnen Astrid und Anni, von Heide vom Deutschen Frauenrat, Jugendvertreterin Marie, unseren internationalen Freundinnen und Kämpferinnen unter anderem aus Mali, den Philippinen, Spanien und Griechenland, von der Revolutionärin Monika.

Die Frauen und Mädchen der Welt stehen auf und es wächst unser Selbstbewusstsein.

Durch eine Vielzahl von Widerständen haben die Basisfrauen der Welt ihre erste Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas vom 4.-8.


Wir haben in Caracas betont: wir wollen die kämpferische Frauenbewegung in jedem Land entwickeln und unsere organisierte Zusammenarbeit entschieden stärken! März 2011 begeisternd und erfolgreich erkämpft!

Deutschland gibt sich als Vorzeigeland der „Gleichberechtigung“  – Bundeskanzlerin Merkel gilt als „mächtigste Frau der Welt“. Aber:  Nein, ihre Politik und die ihrer Frauenministerin Schröder ist keine Politik im Sinne der Emanzipation der Frau – im Gegenteil verschärft sich auf dem Hintergrund der Weltwirtschafts- und Finanzkrise die besondere Ausbeutung und Unterdrückung der Frau. Gegen Niedriglöhne, Altersarmut, Herdprämie, billige Verwahrung unserer Kinder, ungleiche Bildungschancen, umweltpolitisches Rollback, wachsende häusliche Gewalt und Sexismus muss die kämpferische Frauenbewegung ihr gesellschaftliches Gewicht voll in die Waagschale werfen. Den Kampf gegen die drohende Umweltkatastrophe werden wir als besonders wichtiges Anliegen der kämpferischen Frauenbewegung entschlossen aufnehmen.

Dazu müssen wir uns entschieden besser organisiert zusammenschließen!  Regional – national und international!

Organisieren wir die Frauen in der gewerkschaftlichen Frauenarbeit, in wirklich überparteilichen Organisationsformen wie Frauenkomitees, Frauenverbänden ohne antikommunistische Ausgrenzung, in Parteien, die sich für die Befreiung der Frau stark machen und machen unsere drei weltweiten Kampftage – den 8. März – den internationalen Frauentag, den 1. Mai – den internationalen Kampftag der Arbeiterbewegung und den 25.November, den Tag gegen Gewalt an Frauen zu wirkungsvollen Höhepunkten unseres Kampfes um die Befreiung der Frau in einer befreiten Gesellschaft und organisieren dabei hunderttausende neue, junge und alte Mitstreiterinnen !

„Nur so lange sie uns entzweien, bleiben sie doch unsre Herrn!“ – sagte Bertolt Brecht.

Schließen wir uns also mit unseren Freundinnen und Kämpferinnen der ganzen Welt zusammen! Nehmen wir Kurs auf die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016!

Wir haben eine Welt zu gewinnen!  Vamos mujeres!

Download Abschlusserklärung:

120916 Aufruf zur Organisierung -10. Ratschlag-1




BERICHT DER 1. AFRIKANISCHEN KONFERENZ DER BASISFRAUEN

Vom 10. bis 14. Juli 2012 fand in Lomé (Togo) das erste Treffen der Pionierinnen der Konferenz der Basisfrauen Afrikas statt, mit Frauen aus 6 afrikanischen Ländern: Südafrika, Marokko, Demokratische Republik Kongo, Burkina Faso, Mali und Togo. Im Hotel Acropolis Guest House trafen sich die Frauen in kleiner Runde und diskutierten über den Start der Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent zur Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas/Venezuela vom 4. bis 8. März 2011.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Ankunftszeiten der Delegierten konnten die Arbeiten, die am 10. Juli beginnen sollten, schließlich erst am nächsten Tag, dem 11. Juli gegen 16 Uhr unter Anwesenheit fast aller Teilnehmerinnen beginnen.

 

Mittwoch, 11. Juli

Die Eröffnungsrede wurde von Clariste Moube gehalten, der Delegierten aus Mali, sie begrüßte alle und rief zunächst die Ziele der Konferenz in Erinnerung, bevor die Eindrücke aller Teilnehmerinnen gesammelt wurden.

Nach dieser Kurzauswertung stellte jede Delegierte in der Runde sich selbst und ihre Organisation vor. So konnten wir uns eine nach der anderen gegenseitig kennen lernen und eine herzliche Arbeitsatmosphäre schaffen.

  • Mariam CHIABI, Delegierte aus Marokko ; von der marokkanischen Menschenrechtsvereinigung, ehemalige marxistisch-leninistische Aktivistin an der Universität;
  • Clariste SOH-MOUBE, Delegierte aus Mali ; Forschungsassistentin am Centre Amadou Hampâté BA (CAHBA) und Globalisierungsgegnerin,
  • Marie France BAYEDILA BAWUNINA aus der Demokratischen Republik Kongo, Pastorin der Evangelischen Gemeinschaft im Kongo, Koordinatorin mehrerer Gemeinden (7), Gründerin und Präsidentin des CLEF, (Cercle de Liaison et d’Entraide Féminine, Kreis für Verbindung und gegenseitige Hilfe der weisen Frauen): « die weise Frau baut ihr Haus » ;
  • Marie Paula LOGOSU-TEKO, Delegierte aus Togo, Präsidentin des CLEF; Schulleiterin,
  • Micheline Wendyam KABORE, Delegierte aus Burkina Faso, Präsidentin des Vereins Frauen und Entwicklung, technische Assistentin  für die Handwerkervereinigung Burkina Fasos;
  • Charlie BULELWA, Delegierte aus Südafrika, Aktivistin der radikalen Linken, Gründerin der Bewegung Abanobi (1999), Gewerkschaftsaktivistin.

 

Nach dieser Vorstellung erfolgte eine Definition des Konzepts: Clariste, die an der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas teilgenommen hatte, gab einen kurzen historischen Abriss. Im Anschluss daran gab es zahlreiche Verständnisfragen und Gespräche; danach wurden die Beschlüsse der 1. Konferenz im März 2011 in Caracas vorgelesen.

Nach Klärung des Konzepts und der Ziele der Konferenz wurde ein Programm für das Treffen aufgestellt.

Im Konsens befürworteten alle Delegierten die Idee, am Ende der Arbeiten ein Ablaufblatt, einen Plan für die jährlichen Aktionen und eine Geschäftsordnung zu erstellen. Mit der Erstellung des Programms endete der erste Tag.

 

Donnerstag, 12. Juli

Die Arbeit wurde zeitig am Morgen mit organsatorischen Fragen wieder aufgenommen.

So bestimmten wir entsprechend den Beschlüssen von Caracas

zwei (02) Koordinatorinnen mit einem Mandat von zwei (02) Jahren:

•           Clariste SOH-MOUBE, Delegierte aus Mali; und

            •           Charlie BULELWA, Delegierte aus Südafrika.

zwei (02) Stellvertreterinnen:

•           Mariam CHAIBI, Delegierte aus Marokko; und

            •           Micheline Wendyam KABORE, Delegierte aus Burkina Faso.

Weiterhin wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe pro Region vorgeschlagen, um die Organisation und die Umsetzung der Aktivitäten in jedem Land und zwischen den verschiedenen Teil-Regionen zu erleichtern.

 

Damit wurde eine räumliche Aufteilung Afrikas mit einem Brennpunkt pro Region vorgenommen:

•           Norden: Mariam CHAIBI,

•           Mitte: Marie France BAYEDILA,

            •           Westen: Marie Paula LOGOSU-TEKO

            •           Osten: Milka ISINTA,

            •           Süden: Charlie BULELWA.

 

Die Koordinierung der Tätigkeiten der afrikanischen Konferenz geschieht über Skype-Treffen von 1,5 Stunden an jedem 1. Samstag im Monat ab 10 Uhr WEZ

Alle 2 Jahre ist ein Treffen zur Auffrischung der Koordinierung im Vorfeld der afrikanischen Konferenzen vorgesehen. Die Frauen aus Südafrika und Marokko haben ihr Land für die Durchführung der nächsten afrikanischen Konferenz der Basisfrauen im Jahr 2014 vorgeschlagen; das Ergebnis wird Ende Dezember 2012 erwartet.

All diese Vorschläge werden in der Geschäftsordnung, im Aktionssplan und im Ablaufblatt im Anhang des vorgelegten Berichts aufgeführt.

 

Um 15.30 Uhr fand im Konferenzsaal des Acropolis-Hotels in Lomé ein Treffen zum Gespräch mit der togolesischen Zivilgesellschaft statt. Bei diesem Treffen waren auch etwa 10 Vertreter der Audio-, Radio- und Fernsehsender Togos anwesend.

 

Dieses Treffen fand mit bedeutender Beteiligung und einem freimütigen und vorwärtstreibenden Gespräch statt. Die verschiedenen Vertreter der anwesenden Organisationen bekundeten ihr Interesse und Engagement für das Konzept der Konferenz. Es gab viel Interesse am einzigartigen Charakter der Konferenz und vor allem an ihrem Eintreten für die Interessen der Basisfrauen. Mit großer Hoffnung warten sie auf die Schlussfolgerungen der Arbeiten und die Umsetzung des künftigen Aktionsplans. Auch wurde der Wunsch nach Beteiligung der Männer an dieser hervorragenden Aufgabe geäußert.

In diesen zwei langen Stunden des Austauschs wurden viele Fragen gestellt und diskutiert, unter anderem Fragen bezüglich der Ziele der Konferenz:

  • Wie werden die Bedürfnisse der Basisfrauen in der Umsetzung der Konferenz berücksichtigt?
  • Über welche Mittel werden die Frauen für diese Aktivitäten verfügen?
  • Was wird sich mit der neuen Bewegung im täglichen Leben der Frauen verändern?
  • Welche Aktivitäten sollen in jedem Land durchgeführt werden?
  • Wie wird die Information verbreitet?
  • Welche Hilfsmittel und Strategien werden für die Umsetzung der Aktivitäten eingesetzt, nachdem bei gewissen Strategien bereits vor Ort ihre Begrenztheit deutlich wurde? Und so weiter.

Das Treffen endete gegen 17.30 Uhr mit einem Cocktail, bei dem die TeilnehmerInnen mit den Delegierten sprechen und sich ein wenig über die Erfahrungen in ihren jeweiligen Ländern informieren konnten.

 

Freitag, 13. Juli

Der dritte Arbeitstag sollte für die Ausarbeitung der verschiedenen Dokumente genutzt werden, die zur Beendigung des Treffens vorgesehen waren. So hatten zu Beginn des Nachmittags das Ablaufblatt und der Entwurf für den Aktionsplan schon Form angenommen und der Entwurf der Geschäftsordnung war begonnen. Dann mussten die Konferenzteilnehmerinnen jedoch ihre Arbeit unterbrechen, um der Ministerin für Frauenförderung in Togo einen Besuch abzustatten.

Um 16 Uhr wurden wir von Ihrer Exzellenz Frau H. Olivia AMDJOGBE-KOUEVI, Ministerin für Frauenförderung, in ihrem Büro empfangen. Das Gespräch drehte sich um die afrikanische Konferenz der Basisfrauen, die Ziele der Konferenz und die Wahl des Tagungslandes Togo sowie das Engagement der Vereinigung CLEF und ihre Tätigkeit zur Förderung der Frau in Togo. Frau Ministerin sagte, sie fühle sich durch den Besuch geehrt und beglückwünschte die Konferenzteilnehmerinnen zu ihrer Initiative und ihrem Mut. All diese Ermutigungen und ihre Unterstützung begleiten uns, denn sie schätzt die Zivilgesellschaft und insbesondere die Bewegungen der Frauen als bedeutende Verbündete, die für die Erreichung der Förderungs- und Entwicklungsziele für die afrikanische Frau unumgänglich sind.

Die Konferenzteilnehmerinnen verabschiedeten sich von der Ministerin für Frauenförderung gegen 17 Uhr nach einem Familienfoto und Adressenaustausch.

 

Samstag 18. Juli

 

Die afrikanische Konferenz der Basisfrauen 2012 endete wie sie begann in guter Laune und fröhlicher Stimmung mit einem Festessen bei Frau LOGOSU-TEKO, unserer Gastgeberin, die uns alle nacheinander zu unseren Flugzeugen für den Rückflug begleitete.

Wir verabredeten uns in zwei (2) Jahren in Südafrika oder Marokko.




Erfolgreiches Asientreffen der Weltfrauen in Katmandu

Hallo ihr lieben Frauen in Deutschland!

Gerade ging in Katmandu, Nepal, das Asientreffen der “Weltfrauen” am 28./29.Juli 2012 sehr erfolgreich zu Ende. Kämpferische Frauenbewegung aus 8 Ländern war vertreten: die vier mit Delegierten in Caracas (Indonesien, Philippinen, Bangladesch, Indien) sowie vier neue (Pakistan, VR China, Nepal, Sri Lanka).

Das waren Vertreterinnen der 4 Mio. Textilarbeiterinnen Bangladeschs, von Massenorganisationen bzw. Dachverbänden wie Gabriela, von kämpferischen Frauen in NGOs bis hin zu engagierten Revolutionärinnen aus der ICOR. Geradezu historisch war die gemeinsame Teilnahme von Frauen aus 8 Parteien in Nepal. Sie haben sich gemeinsam entschlossen, in den Prozess der Weltfrauenkonferenz einzusteigen. Trotz widriger Umstände haben sie sich  kollektiv auf das Treffen vorbereitet und sich auf zwei stimmberechtigte Delegierte geeinigt. Und das in einem politischen Umfeld in Nepal, in dem sich die solidarische Zusammenarbeit linker Parteien teilweise im freien Fall grundsätzlicher Konflikte, Spaltungen und Zerwürfnisse befindet. Frauen gehen voran!

Nach ausführlichen Länderberichten wurde begeistert, gründlich,  kritisch-selbstkritisch die 1. WFK in Caracas ausgewertet. Die neuen Koordinatorinnen wurden gewählt und kommen aus Philippinen und Nepal, die Stellvertreterinnen aus Bangladesch und Sri Lanka.

Einhellig wird sich für Asien als Austragungskontinent der 2. Weltfrauenkonferenz 2016 beworben. Frauenorganisationen aus drei (!) Ländern bieten sich als Gastgeberinnen an. Lasst Euch überraschen….

Pläne wurden geschmiedet für die drei Kampftage, die Reise zum 1. Welttreffen der Koordinatorinnen in Deutschland im September und für  gemeinsame Kampagnen in Asien (wie gegen die US Präsenz im pazifisch-asiatischen Raum). Ganz herzliche Grüße gingen an die Frauen in Deutschland und natürlich alle “Weltfrauen”.

Bald geht nun meine Reise durch fünf Länder zu Ende und ich freue mich riesig auf Euch alle und den Frauenpolitischen Ratschlag.

Herzliche Grüße vom Dach der Welt!

Eure Monika Gärtner-Engel

Download Brief: Nepal – Post vom Asientreffen der Weltfrauen




Vorschläge Europakoordinatorinnen für die Weltfrauenkonferenz 2016

Die europäischen Koordinatorinnen wurden am 6. Mai 2012 von den 80 delegierten Frauen aus 34 Städten Deutschlands gebeten folgende Beschlussvorschläge auf dem internationalen Koordinatorinnentreffen am 17. und 18. September 2012 einzubringen:

Wir bekräftigen die Gültigkeit der Grundlinie der bestehenden Dokumente der Weltfrauenkonferenz (Aufruf, Grundsätze und Abschlussresolution von Caracas).

Weiterentwicklungen aufgrund der Erfahrungen sind sinnvoll und können im Koordinatorinnenkomitee beschlossen werden: bitte unten weiter lesen

Download “Vorschläge der Europakoordinatorinnen”‘
auf Deutsch: 120509 Vorschlaege fuer internationales Koordinatorinnentreffen bestaetigt bei bw Vorbtreffen FPR

Download “Propositions de coordinatrices européennes”
en Francais: 120509 Europakoord und KoGr KFRV Vorschläge fuer Beschluesse Welt Koordinatorinnentreffen FR

 

Das bundesweite Vorbereitungstreffen zum 10. FPR am 6. Mai 2012 in Stuttgart

bestätigte folgende Vorschläge der Europa-Koordinatorinnen

Monika Gärtner-Engel und Angélica Urrutia

 

Die europäischen Koordinatorinnen wurden am 6. Mai 2012 von den 80 delegierten Frauen aus 34 Städten Deutschlands gebeten folgende Beschlussvorschläge auf dem internationalen Koordinatorinnentreffen am 17. und 18. September 2012 einzubringen:

Wir bekräftigen die Gültigkeit der Grundlinie der bestehenden Dokumente der Weltfrauenkonferenz (Aufruf, Grundsätze und Abschlussresolution von Caracas).

Weiterentwicklungen aufgrund der Erfahrungen sind sinnvoll und können im Koordinatorinnenkomitee beschlossen werden:

  1. Die Teilnahme am Massenprogramm und Generalversammlung sollte künftig jeweils für alle möglich sein. Sie sollten sich deshalb nicht überschneiden. Wir beantragen die getrennte Durchführung, z. B. jeweils zwei Tage, zuerst die Workshops, dann die Generalversammlung.
  2. Das Konsensprinzip wird im Anliegen, Kampfabstimmungen zu vermeiden, beibehalten. In seiner Durchführung werden zur Herstellung eines Meinungsbildes Abstimmungen durchgeführt. Bei tagespolitischen Fragen ist eine Mehrheit von über 50 % ausreichend, bei Fragen, die die Grundlinie betreffen 80 %. Bei Workshops betrifft dies Beschlüsse zum Thema des Workshops, bei der Generalversammlung die Grundlinie der Weltfrauenkonferenz und ihrer Vorhaben.
  3. Das weltweite Koordinatorinnenkomitee soll nur aus den tatsächlich auf Kontinental-/ Regionalkonferenzen gewählten, in der Regel je zwei Vertreterinnen bestehen. Gäste können als Zuhörerinnen teilnehmen, aber nicht/ oder nur in einem klar umrissenen Rahmen mit-diskutieren und nicht abstimmen. Das weltweite Koordinatorinnenkomitee soll sich eine Geschäftsordnung geben und konsequent auf dieser Grundlage arbeiten.
  4. Die WFK sollte künftig als weitere Säule die Vorstellung, den Meinungs- und Erfahrungsaustausch von Frauenorganisationen aus aller Welt beinhalten. Ob ein Forum dazu parallel zu den Workshops angeboten oder ein eigener Tag dem gewidmet werden sollte, muss diskutiert und vom Koordinatorinnenkomitee im Dialog mit den Kontinentalkonferenzen entschieden werden. (Linke, revolutionäre) Parteien werden bei uns nicht ausgegrenzt, sondern sind willkommener Bestandteil, wenn sie gleichberechtigt und auf der Grundlage der Prinzipien der WFK teilnehmen.
  5. Wir halten die Einrichtung eines internationalen, multilateralen Organisationskomitees, das gleichberechtigt arbeitet, zur Vorbereitung der nächsten Weltfrauenkonferenz für unverzichtbar. Es ist eine Art Stab für die Koordinatorinnen, an deren Aufträge und Weisungen gebunden, und ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig.
  6. Bewerberinnen für den künftigen Ort der 2. WFK/die zukünftigen Gastgeberinnen müssen sich künftig bei ihrer Bewerbung verpflichten, gleichberechtigt, multilateral und solidarisch mit den anderen gewählten Koordinatorinnen sowie allen Trägerinnen der Weltfrauenkonferenz zusammenzuarbeiten sowie über die Entwicklung in ihrem Land zu informieren und über Probleme zu berichten.
  7. Von Sitzungen des weltweiten Komitees müssen Protokolle beschlossen und veröffentlicht werden. Sie müssen auch aufgetauchte Meinungsverschiedenheiten festhalten. Die Initiatorinnen bzw. Koordinatorinnen müssen gegenüber den Frauen offen sein, sie auch über Konflikte informieren, Publizität herstellen und sich mit den Frauen aus ihren Ländern oder Kontinenten beraten.
  8. Für die Generalversammlung muss ein Protokoll erstellt und von den Koordinatorinnen nach Fertigstellung beschlossen werden. Für alle Workshops müssen Leiterinnen und Protokollantinnen bestimmt werden. Die Leiterinnen sind für die Richtigkeit des Protokolls verantwortlich.
  9. Wir schlagen die Gründung von Kontinentalkomitees vor. Diese haben sich als unentbehrlich in Europa gezeigt und fördern die Entwicklung neuer Kontakte für den Prozess der WFK Sie dienen der gegenseitigen Information und Koordinierung der Arbeit auf dem jeweiligen Kontinent, insbesondere zu den drei frauenpolitischen Tagen (8. März, 1. Mai und 25. November) und zur Koordinierung von Entscheidungsprozessen mit dem weltweiten Komitee.

10. Wir schlagen die Entwicklung von kontinental betreuten Homepages des Prozesses der Weltfrauenkonferenz vor, die untereinander verlinkt sind oder die Umgestaltung der europäischen Website zu einer weltweiten vor durch Mitarbeit aller Kontinente.

11. Die Initiative zur UN-Weltfrauenkonferenz 2015 nehmen wir als Kompliment! Wir wissen aber auch, dass es Gegenwind bedeutet. Das nutzen wir, um unser überzeugendes und weltumspannendes Konzept der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen bekannt zu machen und neue Unterstützerinnen zu gewinnen.

12. Wir schlagen einen internationalen Songcontest auf der Weltfrauenkonferenz 2016 vor, um dort das schönste Lied zur Hymne der Frauen der Welt zu wählen.

13. Wir wünschen Asien uns als Austragungskontinent für die Weltfrauenkonferenz 2016!




Verschiedene Dokumente Europakonferenz Januar 2012

Hier finde Sie die “Spielregeln” zur Durchführung der Europakonferenz sowie den Rechenschaftsbericht der europäischen Koordinatorinnen:

Vorschlag für Spielregeln der 3. Europakonferenz-US-k    in Englisch

Rechenschaftsbericht deutsch:

a 120105 Rechenschaftsbericht HA und MGE zur Europakonferenz text deutsch

Rechenschaftsbericht englisch:

b 120105_Rechenschaftsbericht_HA_und_MGE_zur_Europakonferenz-englisch

Rechenschaftsbericht französisch:

c 120105_Rechenschaftsbericht_-f_-_HA_und_MGE_zur_Europakonferenz französisch




Resolution 2 der Europakonferenz Januar 2012

Download in deutsch:      Resolution für Demokratie und Freiheit 07-01-2012B
Download in Englisch:     120119_Resolution_for Democracy_and_Freedom english

 

Für Frauenrechte, Demokratie und Freiheit!

Weltfrauen im Widerstand gegen Repression und Staatsterror

Wo immer die Frauen der Welt aufstehen, rebellieren – da zeigen die herrschenden Systeme ihr wahres Gesicht: Unterdrückung, Mobbing, Vergewaltigung, Inhaftierung, Morddrohungen sind brutale Realität. Brennpunkte diese Repression mit Massakern und zahlreichen politischen Gefangenen sind derzeit weltweit Länder wie Syrien, Ägypten, Palästina, die Philippinen und Kurdistan.

Wir sind mit allen Kämpfen und Kämpferinnen für Demokratie und Freiheit solidarisch! Was als “arabischer Frühling“ bezeichnet wird ist für uns eine demokratische Aufstandsbewegung, die unsere ganze Solidarität genießt. Wir sind empört, wenn die Errungenschaften der demokratischen Aufstandsbewegung und die Rolle der Frauen darin inzwischen mit Füßen getreten wird.

Die Frauen und Mädchen der Welt werden sich niemals mit ihrer Unterdrückung abfinden!

Ein Brennpunkt der Repression ist aus der Sicht von uns Weltfrauen in Europa derzeit Kurdistan. In der Türkei und Nordkurdistan werden täglich 5 Frauen von ihren Liebhabern, Männern oder Familienmitgliedern ermordet. Gegenüber dieser Gewalt und Ungerechtigkeit ist die türkische Regierung nicht nur untätig, sondern selbst Akteurin der Gewalt. In der Türkei und Nordkurdistan gibt es gegen die kurdische Befreiungsbewegung und insbesondere gegen die Frauen massive Unterdrückung durch die Regierung. Allein im Jahr 2011 wurden 700 Frauen verhaftet, weil sie politische Aktivitäten unternommen haben. Diese Frauen sind Lehrerinnen, Journalistinnen, Anwältinnen und Professorinnen, Hausfrauen und Arbeiterinnen.

Der türkische Staat hat eine grausame Kriegsmethode gegen Kurdistan verwendet. Kurdistan, wo es 12.000 „Verschwundene“ gibt. Wo man chemische Waffen an Guerillas testet. Der vorläufige grausame Höhepunkt ist die Ermordung von 35 Bauern, davon 19 noch Kinder. Das kann nur als Massaker bezeichnet werden, wogegen wir entschieden protestieren.

1. Wir verurteilen die Haltung der türkischen Regierung bzgl. seiner Unterdrückung und der Zufügung des Leids

2. Als Europakonferenz protestieren wir gegen die politische Unterdrückung der Frau, gegen das Machtgehabe des Landes Türkei.

Als erste Europakonferenz der Frauen nach der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011 in Caracas protestieren wir gegen diese Repression und fordern, dass die Schuldigen aus allen Ämtern entlassen und streng bestraft werden.

Gelsenkirchen, den 07. Januar 2012




Resolution 1 der Europakonferenz Januar 2012 4 languages

Download:  120109 Resolution der Europakonferenz vom 07-01-2012   in deutsch

120122 Resolution of the European Conference english        in englisch

120131 resolution europakonferenz tuerkisch                          in türkisch

Резолюция Европейской конференции женщин мира in russisch 120615 Resolution europ Frauenkonferenz jan 2012 russisch

 

Resolution der Europakonferenz der Weltfrauen
Wir europäische Delegierte der Weltfrauenkonferenz sind stolz und begeistert über das erfolgreiche Pilotprojekt der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im März 2011 in Caracas, trotz aller Widrigkeiten, Fehler und Probleme. Die  Weltfrauenkonferenz hat unsere Herzen erwärmt und unseren Geist angeregt. Auch wenn die Basisfrauen materiell arm sind, sind sie doch reich an Kraft, Erfahrungen und Visionen. Wir werden als Weltfrauen in Europa an der Umsetzung der Resolution von Caracas arbeiten und insbesondere  mit der Arbeit zu den drei gemeinsamen Kampftagen 8. März, 1. Mai und 25. November die kämpferische Frauenbewegung in unseren Ländern stärken.
Das Positive dieser Konferenz werden wir bewahren, höher entwickeln  und die Fehler überwinden:
•    Wir bekräftigen die Dokumente – Aufruf und Prinzipien – der Weltfrauenkonferenz und werden auch in Zukunft auf dieser Grundlage arbeiten.
•    Die Teilnahme am Massenprogramm und Generalversammlung muss jeweils für alle möglich sein. Sie dürfen sich nicht überschneiden. Für beides muss ausreichend Zeit sein, z. B. jeweils zwei Tage. Zuerst die Workshops, dann die Generalversammlung.
•    Wir bestehen auf klaren Meinungsbildern und auf die Möglichkeit, durch Abstimmungen demokratische Entscheidungen herbei zu führen.
•    Von Sitzungen des weltweiten Komitees müssen Protokolle beschlossen und veröffentlicht werden. Sie müssen auch aufgetauchte Meinungsverschiedenheiten fest halten.
•    Wir kritisieren die Verfälschung des Konsensprinzips,  wodurch Minderheiten den Anderen – der Mehrheit –  ihre Meinung aufzwingen konnten. Z. B. standen 225 kolumbianische Frauen in 6 Bussen an der Grenze und die venezolanische Regierung ließ sie nicht passieren. Die große Mehrheit der Generalversammlung wollte eine Resolution dazu, aber sie wurde nie geschrieben, weil einige wenige Frauen der Meinung waren, das würde die venezolanische Regierung provozieren. Das war ein undemokratisches Verhalten, das wir kritisieren.
•    Wir kritisieren das undemokratische Verhalten derjenigen, die die Kurdinnen und ihre Kritik auf der Weltfrauenkonferenz unterdrückt haben. Das hat gegen unsere Prinzipien verstoßen und wir erwarten von den Verantwortlichen, dass sie sich dazu noch selbstkritisch äußern. Das darf nie wieder vorkommen. Dieser Fehler muss wie Feuer brennen. Spaltung von uns Frauen dient immer nur den Herrschenden.
•    Wir bestehen auf einem gleichberechtigten und multilateralen Vorbereitungs- und Organisationsprozess für die Vorbereitung und Durchführung der Weltfrauenkonferenz 2016. Gastgeberinnen müssen sich künftig bei ihrer Bewerbung verpflichten, gleichberechtigt, multilateral und solidarisch mit allen Trägerinnen der Weltfrauenkonferenz zusammen zu arbeiten sowie über die Entwicklung in ihrem Land zu informieren und über Probleme zu berichten.
•    Die Initiatorinnen bzw. Koordinatorinnen müssen künftig gegenüber den Frauen offen sein, sie auch über Konflikte informieren, Publizität herstellen und sich mit den Frauen aus ihren Ländern oder Kontinenten beraten.
•    Wir möchten für die zweite Weltfrauenkonferenz  ausdrücklich auch organisierte Frauen und ihre Organisationen ansprechen. Wir müssen den Eindruck vermeiden, dass mit „Basisfrauen“ nur die unorganisierten Frauen gemeint sind. Organisationen müssen auf der Weltfrauenkonferenz die Möglichkeit haben, sich darzustellen und zusammenschließen zu können. Wir wollen noch mehr Frauen und Organisationen aus ganz Europa gewinnen.  (Linke, revolutionäre) Parteien werden bei uns nicht ausgegrenzt, sondern sind willkommener Bestandteil, wenn sie gleichberechtigt und überparteilich arbeiten.
Wir arbeiten daran, europaweit in jedem Land Komitees der Weltfrauen zu fördern und uns gegenseitig zu informieren. Wir schlagen den Komitees in den einzelnen Ländern vor, Jahresprogramme ihrer Arbeit zu machen und die anderen Länder über die Website darüber zu informieren.
Wir bilden ein Europakomitee. Seine Aufgabe besteht in der Koordinierung der europaweiten Arbeit. Sie ist an die Beschlüsse der Europakonferenzen gebunden.
Wir streben ein europaweites einheitliches Auftreten an den drei Aktionstagen an, ggf. mit einem einheitlichem Aufruf, Slogans, Emblemen … Das künftige Europakomitees soll rechtzeitig Vorschläge machen und ein Meinungsbild herstellen.
Die Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz und des Europatreffens sollen breit publiziert und bekannt gemacht  werden, aber auch an die UNO und unsere Regierungen gegeben werden, um unserer Bewegung eine starke Stimme zu verleihen.
Die neue Webseite, die bisher in Deutschland geführt wurde, wird einfach zu bedienen und mehrsprachig sein und im Lauf des nächsten Jahres sollen alle Komitees der Weltfrauen in Europa das Recht bekommen Beiträge einzustellen. Dafür werden wir eine Ausbildung anbieten.
Wir sollten eine Hymne der Frauen der Welt komponieren und eine große Ausstellung über Leben und Kampf der Frauen erstellen. Wir schlagen einen internationalen Songcontest auf der Weltfrauenkonferenz 2016 vor, um dort das schönste Lied zur Hymne der Frauen der Welt zu wählen.
Die EU ist weltweit eine Region riesigen Reichtums, aber durch die Herrschaft der mächtigen europäischen Konzerne und ihrer Regierungen ein mächtiger reaktionärer Pol und wir Weltfrauen in Europa bieten ihr die Stirn. Die EU wälzt brutal die Lasten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Massen, insbesondere auf die Frauen, Arbeiter und Kinder ab. Am brutalsten merken wir das bisher in Griechenland.  Die EU und der ganzen „Schengen-Raum“ schottet sich ab gegen Migrationsströme aus anderen Ländern ab, obwohl Armut, Hunger und Unterdrückung in diesen Ländern oftmals durch die imperialistischen Staaten verursacht sind. Die EU-Konzerne und Regierungen zerstören die Umwelt & bauen erkämpfte Errungenschaften wieder ab. Sie betrügen die Menschen und unterdrücken die Kämpfe der Massen mit repressiver Staatsgewalt. Mit Hilfe der  antikommunistischen Kampagne der EU wird versucht, sie davon abhalten, über gesellschaftliche Alternativen und revolutionäre Veränderungen nachzudenken.
Die Masse der Frauen steht im Visier dieser reaktionären Politik. Sie wird doppelt ausgebeutet und unterdrückt, Frauen werden vergewaltigt oder getötet, viele sind zur Flucht gezwungen.
Aber die Frauen stehen auf und organisieren sich, stehen im Zentrum der Kämpfe.  Der  „Arabische Frühling“ als Aufstand für Demokratie und Freiheit hat uns begeistert und beeindruckt. Inzwischen sehen wir mit Sorge, dass die Ziele dieser Aufstände, erste Errungenschaften und insbesondere die zentrale Rolle der Frauen wieder mit Füßen getreten werden. Damit werden sich die Frauen in den arabischen Ländern niemals abfinden und wir sind solidarisch und zutiefst verbunden mit ihnen.  Wir sind solidarisch mit allen Frauen der Welt, die besonders unterdrückt sind und das bringen wir in einer extra Resolution zum Ausdruck.
Wir würden es begrüßen, wenn die nächste Weltfrauenkonferenz in Asien stattfindet, wo sich Millionen von Frauen für ihre Rechte organisieren. Wir werden dafür kämpfen, dass überall auf der Welt die Ziele der Weltfrauenkonferenz bekannt und ernst genommen werden.
In diesem Sinne wollen wir zusammenarbeiten mit allen Frauenorganisationen und Strömungen der internationalen Frauenbewegung, wo diese Ziele auf offene Ohren stoßen. Erfüllen wir die Schlussresolution von Caracas mit Leben: Der Internationalismus muss Leitlinie in unserem ganzen Alltag werden.
Einstimmig und ohne Enthaltung beschlossen von den anwesenden Delegationen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz am 07.02.2012