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Vilma, Peru schreibt:

Hallo,

wegen der Pandemie ist es schrecklich hier in Lima. Wir sind das Land mit der höchsten Infektionsrate, und es gibt viele Tote. Die Regierung, die sich nur für die Korruption engagiert, wurde vom Virus besiegt. Gerade jetzt wird ein Antrag auf Aussetzung der Präsidentschaft im Parlament eingebracht, der in der nächsten Woche diskutiert werden soll. Und obendrein wurde inmitten dieser Situation für April 2021 zu Wahlen aufgerufen.
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Nachrichten aus Ecuador

Grüße an die Genossen und die besten Wünsche für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden und das Ihrer Familien.

Wie in der ganzen Welt war diese Pandemie das beste Szenario für die Regierungen, die die großen kapitalistischen Konzerne und die einheimische und internationale Bourgeoisie vertreten, um Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation der Armut der Arbeiterklasse verschlimmern.

Unser Land befand sich schon vor der Pandemie in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise, die durch die volksfeindlichen Taten Correas in den zehn Jahren seiner Regierung und jetzt durch Moreno, der dieselbe politische Linie vertritt, verursacht wurde. In diesen Monaten der Pandemie ist die Situation sehr ernst, sie hat zu Massenentlassungen von mehr als einer Million Arbeiterund Arbeiterinnen geführt. Unter dem Vorwand der Pandemie wurde ein Sondergesetz verabschiedet, mit dem sie die wichtigsten Rechte der ArbeiterInnenklassen zerstört haben und mit neoliberalen Maßnahmen bei der Einstellung, einem Rückgang der Löhne um bis zu 70%, für die Kapitalisten günstigen Veränderungen in den Arbeitsverträgen der ArbeiterInnen, es gibt keine Stabilität der Arbeitsverhältnisse, sie haben einen offenen Brief gegeben, um die 40-Stunden-Woche zu brechen, das heißt, es gibt einen Rückschritt von mehr als 50 Jahren.
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Bericht aus Indien


Sharmistha Choudhury, AIRWO (All India Revolutionary Women’s Organisation), Indien

Es ist schön, von euch zu hören.

Wir lesen hier in den Zeitungen über die zweite Welle des Coronavirus in Europa und sind voller Besorgnis. Ich habe auch gelesen, dass Frankreich und Deutschland sich für einen weiteren, einen Monat dauernden Lockdown entschieden haben. Meine besten Wünsche an euch alle und Solidarität an alle Genossen, die gegen die Herzlosigkeit der Regierungen bei der wirksamen Bekämpfung dieser Pandemie kämpfen. Unterdessen sind die allgemeinen Nachrichten aus Chile und Bolivien in diesen düsteren Zeiten ermutigend. Auch der Protest der Frauen in Polen gegen die Anti-Abtreibungsgesetzgebung ist inspirierend.

Die Lage in Indien ist düster. Die rechte, faschistische Hindu-Zentralregierung hat ihre Angriffe auf das Volk verstärkt. Die Wirtschaft ist abgestürzt. Arbeitslosigkeit und Armut nehmen zu. Indien ist das 94ste von 107 Ländern auf dem Welthungerindex, was zeigt, wie erbärmlich die Situation ist. Auf der anderen Seite werden indische Milliardäre immer reicher und besetzen Spitzenpositionen auf der Liste der reichsten Menschen der Welt.

Leider ist es der indischen Linken einfach nicht gelungen, die Kurve zu kriegen und zusammen zu arbeiten. Ein großer Teil der Liberalen schreit, Covid sei ein Schwindler (wie Trump), und es bedarf keiner besonderen Maßnahmen. Da die Abriegelung zu mehr Arbeitslosigkeit und Armut geführt hat, muss das einfache Volk nun die Wahl zwischen dem Tod durch Covid und dem Tod durch Hunger treffen. Die Regierung benutzt das Elend des Volkes als Vorwand, um alle Beschränkungen aufzuheben, was sehr bald zu einem möglichen steilen Anstieg der Covid-Fälle führen könnte. Die parlamentarische Opposition weigert sich schlichtweg, die Forderung zu erheben und dafür zu kämpfen, dass die Regierung wirtschaftliche Verantwortung übernimmt und dafür sorgt, dass jede bedürftige Familie während der Pandemie von der Regierung Geldleistungen erhält.

Die faschistische Regierung arbeitet mit Hochdruck an ihrer Agenda, Indien von einem säkularen Land in eine Hindu-Nation zu verwandeln. Sie hält an der Islamophobie fest, und die jüngsten Vorfälle in Frankreich haben dem einen Anstoß gegeben. Andersdenkende Stimmen werden rücksichtslos zerschlagen. Jeder, der die Regierung kritisiert, wird als antinational abgestempelt und ins Gefängnis gesteckt.

Die Angriffe auf Frauen nehmen zu. Die Faschisten versuchen, alle hart erkämpften Frauenrechte an sich zu reißen und sich für die Philosophie der Hindutva einzusetzen, die den Status der Frau zu dem einer Sklavin des Mannes degradiert. Dalit (im traditionellen hinduistischen Kastensystem ist ein Dalit ein Mitglied der untersten Kaste) werden Frauen von sogenannten Männern der oberen Kaste angegriffen und vergewaltigt. Diejenigen, die dagegen protestieren, werden von der Regierung zum Opfer gemacht. Bei dem Vorfall der Vergewaltigung und Ermordung eines jungen Mädchens in Hathras in der Provinz Uttar Pradesh wurde sogar ein Journalist, der über den Vorfall berichten wollte, verhaftet und wegen antiterroristischer Gesetze angeklagt. Die Regierung tat alles, um so zu tun, als sei keine Vergewaltigung geschehen, und ein leitender Arzt des Krankenhauses, in das das Mädchen vor seinem Tod zuerst eingeliefert wurde, wurde entlassen, weil er öffentlich gesagt hatte, das Mädchen sei tatsächlich vergewaltigt worden. Seither hat es noch viele weitere solcher Vorfälle gegeben.

AIRWO protestiert in den verschiedenen Provinzen, in denen sie stark ist, gegen diesen Zustand. Aber die mit der Pandemie zusammenhängende Realität ist Protesten in dem von der Situation geforderten Ausmaß nicht förderlich.

Ich glaube, ich habe eine ziemlich lange Antwort geschrieben! Ich hoffe, dass ich eure Geduld nicht überstrapaziere!

Mit Liebe und Solidarität,

Sharmistha

Internationaler Aufruf zur Corona Pandemie

 

Internationaler Aufruf und Forderungsprogramm der internationalen kämpferischen Frauenbewegung an die Regierungen der Welt

Corona-Pandemie
Wir fordern Schutz – Wir wollen keinen Notstand, aber eine befreite Welt!

Ohne uns Frauen gibt es keine Lösung der brennenden Probleme dieser Zeit. Wir Frauen schließen uns zusammen im Kampf um eine lebenswerte Zukunft der ganzen Menschheit. Wir sind nicht einverstanden damit, wie wir regiert werden. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008 brachte den Banken und Monopolen Profite während die Krisenlasten auf Arbeiterinnen und Arbeitern, Frauen und Familien abgewälzt wurden. Mit diesem internationalen Aufruf erheben wir uns. Wir managen diesen ganzen Krisenalltag. Wir stellen unsere Forderungen an die Regierungen und Monopole.
                                                         JETZT !

Die Corona-Pandemie breitet sich über unsere Länder und Kontinente aus. Sie forderte weltweit schon mehr als 100.000 Tote. Wir trauern um diese Menschen und fühlen uns mit ihren Lieben verbunden. Warum müssen so viele Menschen sterben? Weil der Kapitalismus eine weltweite Gesundheitskrise hervorgebracht hat kollabieren Gesundheitssysteme. Es fehlen Schutzausrüstungen für die behandelnde Ärzte, Kranken-schwestern und Pfleger. Es fehlt Schutz für die Bevölkerungen. Alte und kranke und arme Menschen werden nicht behandelt. Das ist ein Skandal. Was für die reichen Industrienationen schon furchtbar ist, das ist in den armen Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerika, Mittlerer Osten sowie für Flüchtlinge eine Katastrophe. Wir kämpfen für ein Gesundheitssystem, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Wir klagen die kapitalistische Profitwirtschaft mit ihrer Losung Profit vor Menschen an. Während einerseits weltweit mit Kontaktverbot und Ausgangssperren die Ausbreitung des Virus gebremst werden soll, müssen in den Industriebetrieben, den Textilfabriken die ArbeiterInnen dicht an dicht weiter arbeiten.

Wir fordern weltweit:

  • Umfangreicher Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustrie, in den Industriebetrieben, Verbot von Entlassungen und Kündigungen, Lohnfortzahlung bei Betriebsschließungen, Erhöhung der Gehälter und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!
  • Wirksame Schutzausrüstung für Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal!
  • Kostenlose, massenhafte Tests aller Menschen in den Vierteln in denen wir leben!
  • Sofortiger Ausbau der medizinischen Infrastruktur!
  • Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Pflege!
  • Kostenlose Verteilung von Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel!
  • Kostenlose Versorgung und Medikamente für Erkrankte!
  • Das Geld dafür muss von den großen Konzernen und aus den gigantischen Militärhaushalten genommen werden!

Obwohl es schon lange sogenannte „Planspiele“ gibt, die die Länder auf eine Epidemie vorbereiten, hat keine Regierung auf der Welt entsprechende Vorkehrungen getroffen. Alle Regierungen desinformieren, einige verharmlosen die Pandemie mit ernsthaften Folgen.

Wir klagen die Regierenden an, die aus nationalem Egoismus Schutzausrüstungen stehlen, aus Profitgrün-den Schutzausrüstungen exportieren während die eigene Bevölkerung ohne Schutz bleibt oder Pflegeper-sonal aus armen Ländern abwerben.

Wir fordern weltweit koordinierte Forschung und Entwicklung von Impfstoff, Medikamenten, für alle Men-schen! Keine Abwerbung von Fachpersonal!

Die derzeitige Krise zeigt eine überwältigende, länderübergreifende Solidarität der arbeitenden Menschen. Sie zeigt Schöpferkraft, Ideenreichtum und Mut. Im Zentrum der Organisierung dieses Krisen-“Alltags“ stehen weltweit die Frauen: in den Pflegeberufen, im Handel, den Familien. Wir sind bereit, alles für das Leben zu geben, wir unterstützen gesundheitlich notwendige Maßnahmen, aber wir sind wütend wenn unsere Opfer-bereitschaft ausgenutzt wird für den Abbau unserer Rechte und Freiheiten.

Wir fordern breite Informationskampagnen statt staatlicher Gewalt von Militär und Polizei, Verhaftungs-androhungen und Verwarnungen!

Wir lassen uns unsere erkämpften Rechte nicht nehmen! Keine Notstandsübung!

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Presseerklärung – Internationaler Aktionstag der kämpferischen Weltfrauenbewegung am 19. Juni 2020

Hier als PDF zum Download: Presseerklärung InterAktionstag 19-Juni

Ohne uns Frauen gibt es keine Lösung der brennenden Probleme unserer Zeit.

Die Weltfrauenbewegung erhebt mit einem Internationalen Aufruf und Forderungsprogramm in Zeiten der Corona-Pandemie ihre Stimme auf vier Kontinenten. „Wir sind nicht einverstanden, wie wir regiert werden! Deshalb stellen wir unsere eigenen Forderungen auf.“ 37 Frauenorganisationen, Massenbewegungen, Gewerkschaft und Repräsentantinnen aus Afghanistan, Bangladesch, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, DC Kongo, Ecuador, Frankreich, Haiti, Indien, Kenia, Lanzarote, Marokko, Nepal, Niederlande, Peru, Sri Lanka, Südkurdistan/Nordirak, Tansania, Tunesien, Togo, Türkei, Venezuela stehen mit ihrem Wort für einen aktiven Kampf zur Umsetzung der Forderungen.

Freitag, 19. Juni internationaler Aktionstag in Asien, Afrika,  Lateinamerika, Europa

Joly Talukder, Bangladesch, Vorsitzende der Textilarbeiterinnen-Gewerkschaft GWTUC: „wir sind dabei! Wir fordern für die über fünf Millionen Textilarbeiterinnen die Auszahlung der Löhne und Rücknahme von Entlassungen. Wir organisieren unter schwersten Bedingungen Lebensmitteln und medizinische Behandlung für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die in der gegenwärtigen Situation Not leiden“.

Sharmistha Choudhury, Indien, AIRWO: „Super Idee, wir sind dabei. Wir fordern für die Milliarden Inder, insbesondere Frauen aus dem informellen Sektor sofortige Aufhebung des Lockdown; ihnen und ihren Kindern droht der Hungertod.“

Mwambu Margaret Jane, Uganda, Koordinatorin, WFK Ostafrika: „ich appelliere, die Länder der Dritten Welt mit Nahrungsmitteln zu unterstützen. Bitte erheben Sie sich und folgen Sie unserem Aufruf.“

Vilma, Peru, Vorsitzende von Micaela Bastidas: „die Pandemie greift immer stärker um sich, es gibt viele Tote im Land, mehr als 15000, aber sie werden nicht gezählt, weil sie zu Hause sterben. Wir sind dabei“.

Halinka Augustin, Niederlande Europakoordinatorin: „wir fordern Gesundheitsschutz für Alle!“

Demokratische Frauenbewegung in Europa/ ADKH „wir sind dabei“, „Frauen sind überall auf der Welt  dem Wertesystem der Herrschenden, Nationalismus, Rassismus, sexueller Ausbeutung ausgeliefert. Der Gewalt und Diskriminierung an Frauen kann nur mit organisiertem Kampf entgegengetreten werden

In Deutschland beschloss die Bundesregierung 2,4 Milliarden Subventionen für Adidas, 9 Milliarden für Lufthansa, zum Dank will sie sofort 22.000 Arbeitsplätze vernichten! Für die Familien gibt es eine Einmalzahlung von 300.-€ pro Kind auf zwei Monate gesplittet. Aber aus unseren Steuerzahlungen bekommen die Monopole Milliarden. Mit der Öffnung von Schulen und Kitas werden einerseits die Frauen entlastet, zugleich gibt es weder mehr Personal in den pädagogischen Berufen, noch mehr Geld, geschweige denn eine adäquate strukturelle Änderung des Unterrichts hinsichtlich des Corona-Schutzes.
Wir unterstützen die Forderung des pädagogischen Personals für regelmäßige Tests.

Wir fordern, Gesundheitsschutz – koste es was es wolle!

Das Geld ist da, es muss nur von den Monopolen nach unten auf die breiten Massen verteilt werden!

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Bericht aus Kenia von Sophie Ogutu

Suse Bader/Hamburg/15. Mai 2020

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich sende euch einen Bericht von heute, 15.05.20 aus Kenia von Sophie Ogutu, Führerin der World Womens March Bewegung für Afrika, den sie an mich, Europakoordinatorin geschickt hat. Sie schreibt über die aktuelle Situation:
” Vielen Dank, dass du dich nach unserer Schwester erkundigst.

Dies ist die schwierigste Zeit unserer Zeit. Überschwemmungen, Hunger, Pandemie, Heuschrecken….. Dies ist die Zeit, in der wir unsere knappen Ressourcen als Frauen einsetzen und mit allen teilen.

„Bericht aus Kenia von Sophie Ogutu“ weiterlesen