Nachlese Frauenpolitischer Ratschlag/Frauenpowermarathon

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Die kurdischen Referentinnen aus Syrien wurden nicht ins Land gelassen – ihr Vortrag wurde trotzdem gehalten!

 Die Frauen von CENI, Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. (www.ceni-kurdistan.com), haben sich ganz herzlich für die Anstrengungen aller beteiligten Aktivistinnen bedankt, ein Visum für Mariam Mohammad und Remziye Mohammad zu bekommen. Die beiden waren als Referentinnen für den Frauenpowermarathon auf dem Frauenpolitischen Ratschlag eingeladen und wollten über die Lage der Frauen in Syrien (Westkurdistan) berichten. „Leider ist es trotz all der Anstrengungen nicht gelungen, ihnen einen Besuch in der Festung Deutschland zu ermöglichen.“ (Brief Ceni)

Durch das Engagement des Kämpferischen Frauenrats, der Einladerinnen aus Dortmund, Hagen, Mülheim und Oberhausen, der Anwaltskanzlei Meister und Partner, von der Bundestagsabgeordneten der Linkspartei Sevim Dagdelen und Ulla Jelpke sowie von Hamide Akbayir, von einzelnen Abgeordneten der Grünen, der SPD, wie dem  Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, der FDP und vielen anderen wurde Öffentlichkeit und Druck auf die Botschaft erzeugt. So haben die beiden Frauen nach fünf Tagen vergeblicher Vorsprache vor der deutschen Botschaft in Beirut kurzfristig doch einen Termin am Montag nach dem Ratschlag bekommen. Dort wurde Visa-Antrag dann mit der Begründung abgelehnt, dass die Konferenz, zu der sie eingeladen seien, ja nun eh schon vorbei wäre!

„Obwohl sie die weiteren Dokumente und Briefe der einladenden Frauen vorgelegt haben,“ die bewiesen, dass sie ersatzweise eine Vortragsreise in verschiedene Städte machen sollten, „meinten die Konsulatsangestellten, dass dies ,keine dringliche Angelegenheit’ sei. Deshalb würden sie jetzt keine Visa erteilen. Jedoch könnten die beiden zu einem anderen Zeitpunkt nochmals einen ,regulären’ Antrag mit der entsprechenden Wartezeit stellen!“ (Brief Ceni) Um diesen Zynismus zu ermessen, muss man wissen, dass die beiden Hunderte von Kilometern unter schwierigsten Bedingungen zurücklegen mussten, um überhaupt aus Syrien zur deutschen Botschaft nach Beirut im Libanon zu gelangen! Ein „regulärer Antrag“ kann nur vom Libanon aus gestellt werden.

„Nach dieser Odyssee mit der deutschen Bürokratie sind Mariam und Remziye nun wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie bedanken sich nochmals ganz herzlich für die Solidarität und Mühen.“ (Brief Ceni)

Wir sind froh, dass Delsha Osman, von der gleichen westkurdischen Frauenbewegung Yekitiya Star, stellvertretend den Vortrag von Mariam und Remziye auf dem Ratschlag vortragen konnte. Für alle, die sich nochmal damit befassen wollen: Er wird – zusammen mit schönen Fotos der kurdischen Frauenbewegung in Syrien – in der Dokumentation des Frauenpowermarathons “Von Religion bis Revolution” in Kürze veröffentlicht. Diese kann über den Kämpferischen Frauenrat und den Frauenverband Courage (www.fv-courage.de) bestellt werden – siehe auch der Artikel zu dieser Neuerscheinung auf dieser Homepage.

 

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