Pakistan: Malala – eine von vielen – geht es besser

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(Quelle: Salzburger Nachrichten): Am 14. Jänner 2009 schrieb Malala Yousafzai in ihrem Blog: “Es könnte sein, dass ich
nie wieder zur Schule gehe.” Einen Tag später schlossen die Taliban Mädchenschulen. Als Pakistans Armee Monate später die Kontrolle über das Tal im Nordwesten Pakistans zurückeroberte, ging Malala in die Öffentlichkeit. In der Region, in der die Taliban zahlreiche Mädchenschulen in die Luft gesprengt hatten, setzte sie sich beherzt für das Recht von Mädchen auf einen Schulbesuch ein. Dafür nutzte sie Plattformen wie Fernsehinterviews und öffentliche Veranstaltungen – trotz Morddrohungen der Extremisten, die sie wegen ihrer “westlichen Werte” kritisierten. …

Dafür fand sie landesweit und international Anerkennung. In Karachi im Süden wurde eine Schule nach Malala benannt, im vergangenen Jahr erhielt sie den Friedenspreis ihres Landes – als erste Preisträgerin überhaupt. Auch für den Internationalen Friedenspreis für Kinder wurde die 14-Jährige nominiert. Unterstützung erhielt sie von ihrem Vater, der die Mädchenschule Khushal in Mingora leitet, auf die auch Malala ging. Er sehe eine Politikerin in ihr, sagte er immer wieder. Eigentlich will sie Ärztin werden. “Ich denke, dass meine Leute mich brauchen, deswegen erhebe ich meine Stimme”, erklärte Malala in einem Interview mit dem US-Sender CNN. Sie verteidige das Recht auf Bildung, auf Spielen, auf Singen, auf Reden, auf Marktbesuche. Dafür wurde sie vor Kurzem von den Taliban niedergeschossen. …

Vergangene Woche war Malala von zwei Taliban-Kämpfern in den Kopf geschossen worden, als sie im Swat-Tal im unruhigen Nordwesten Pakistans mit dem Schulbus unterwegs war. Tagelang rang sie mit dem Tod. Am Montag wurde sie von einem Militärkrankenhaus in Pakistan nach Burmingham geflogen. Laut neuesten Meldungen befindet sich die 14-Jährige inzwischen in einem stabilen Zustand. Das Queen-Elizabeth-Klinikum im britischen Burmingham teilte am Mittwoch mit, dass sie eine zweite angenehme Nacht im Krankenhaus verbracht hatte. Malala, die sich seit Montag in medizinischer Behandlung in Großbritannien befindet, soll in einigen Tagen von einem plastischen Chirurgen behandelt werden. Am Dienstag versuchten angebliche Angehörige zu der Schülerin vorzudringen, scheiterten aber. Die Polizei sprach von “Verehrern”, in Burmingham leben 100.000 pakistanischstämmige Bürger.

Quelle: Salzburger Nachrichten

http://www.salzburg.com/nachrichten/diverse/kopf-des-tages/sn/artikel/malala-yousafzai-stimme-im-kampf-gegen-die-taliban-32463/

 

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