8.-März-Botschaften von Frauen aus den türkischen Gefängnissen

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Mitteilung von CENI März 2012

8.-März-Botschaften von Frauen aus den Gefängnissen

Laut den aktuellen Statistiken der BDP begingen 429 politische Aktivistinnen den Weltfrauentag vom 8.März in Haft. Mit Selma Irmak und Gülser Yıldirim sind zwei von ihnen gewählte Parlamentarierinnen. Dazu kommen mit Fatma Kurtalan eine stellvertretende Vorsitzende der Partei und vier gewählte oder ehemalige Bürgermeisterinnen – Die Bürgermeisterin von Wêranşar (Viranşehir) Leyla Güven, ehemalige Bürgermeisterin von Wan (Van) Bostaniçi Gülcihan Şimşek, die durch den Staat ihres Amtes enthobene Bürgermeisterin von Gewer (Yüksekova) Ruken Yetişkin, und die Bürgermeisterin von Dêrika (Derik) Belediye Çağlar Demirel. Unter den weiteren inhaftierten Aktivistinnen befinden sich Partei- und Kreisvorstandsmitgliederinnen, Journalistinnen, Gewerkschaftlerinnen, Akademikerinnen und Anwältinnen. Doch die bewussten Angriffe des Staates, gerade gegen weibliche Aktivistinnen, tragen nicht dazu bei, dass die Frauen in ihrem Widerstand geschwächt werden. Im Gegenteil, die die vermehrte Beteiligung der Frauen am Ort des radikalen Widerstands auf der Straße, ist unverkennbar. Und auch im Gefängniswiderstand ist Frau aktiv.

In einer gemeinsamen Erklärung mehrerer inhaftierter Aktivistinnen, darunter Prof. Dr. Büşra Ersanlı, die Journalistin Zeynep Kuray und Fatma Kurtalan, an die Nachrichtenagentur ANF, haben sie Bezug zur Bedeutung des 8.Märzes genommen. Hier einige kurze Statements der Frauen:

Prof. Dr. Büşra Ersanlı: Die kurdische politische Bewegung, konkret die BDP mit ihrer Wertlegung auf die Geschlechterquote, hat den Freiheitskampf der Frau für die Türkei und die gesamte Welt sichtbar gemacht.

Fatma Kurtalan: Unser Aufschrei nach Freiheit wird auch diese Wände, die uns umgeben, niederreißen. Und der Funke einer friedlichen Zukunft wird uns erhellen.

Ayşe Berktay (Dolmetscherin): Der 8.März ist unser Widerstand gegen die männliche Herrschaft, gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Verleugnung und Ausbeutung.

Sakine Güven (Friedensmutter): Dass unser Körper hier in Gefangenschaft ist hindert uns nicht daran, dass unser Geist am 8.März mit den Frauen da draußen die Plätze füllt.

Hatice Vural (Stadträtin): Genau mit derselben Begeisterung wie unsere Genossinnen da draußen, werden wir hier den 8.März begehen.

Hediye Aksoy (Krebskranke Inhaftierte): Für mich ist der 8. März der Kampf um meine Existenz. Er ist mein Widerstand, meine Kraft zum kämpfen. Die eigentliche Freiheit wird ihren Sinn durch uns Frauen erhalten.

Lütfiye Gürbüz (Friedensmutter): Unsere Begeisterung und unsere Moral hat unter Beweis gestellt, dass der Ort, an dem wir uns befinden, für uns keinerlei Bedeutung hat.

Download:

Mitteilungen zum 8. März von im Gefängnis inhaftierten Frauen

 

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