Deutschland: Zweite Rote Karte für Jörg Kachelmann am 30. Januar

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Legt schon mal die warmen Wintermäntel raus, denn unser nächster Protest gegen rape culture, justizielle Untätigkeit in Sachen Sexualdelikten und vor allem Kachelmanns routinemäßiger Diffamierung von Betroffenen finden während einer angekündigten Kältewelle statt. Anders als in Indien werden wir hier Minusgrade haben, was uns aber nicht vom Demonstrieren abhalten wird. Denn was viele bei der Berichterstattung über die Vergewaltigungsfälle in Indien und den darauffolgenden Protesten übersehen, nicht wahrhaben wollen oder schlicht nicht wissen, ist, dass die Zustände hierzulande ebenfalls desaströs sind.

Wir wollen nicht relativieren, was in Indien passiert ist und weiter passiert, aber wir wollen deutlich machen, dass ein gesellschaftliches Umdenken auch hierzulande notwendig ist. Wir wollen einen Wandel hin zu einem Bewusstsein, das nicht nur die extremen Gewaltexzesse verurteilt und ablehnt, sondern jegliche Übergriffigkeit. Und wir wollen einen Rechtsstaat, der seine Verpflichtung zum Schutz sexueller Unversehrtheit ernst nimmt: einen, der nicht über 80% aller Vergewaltigungs-Anzeigen einstellt, wie es derzeit der Fall ist. Wir wollen ein Bewusstsein, das diese Übergriffe wahrnimmt und vor allem Konsequenzen daraus zieht: Hilfe und Solidarität mit den Betroffenen, Ächtung der Täter.

Kachelmanns Botschaften, die er über sämtliche Medien verbreitet, sind eine ungehemmte Förderung der Vergewaltigungskultur, in der Betroffene weiter zum Schweigen gebracht werden sollen. Denn anders als von Kachelmann behauptet, haben Frauen hierzulande mitnichten ein sogenanntes „Opfer-Abo“, ganz im Gegenteil. Das hat jetzt auch die Jury der sprachkritischen Aktion “Unwort des Jahres” gewürdigt und “Opfer-Abo” zurecht zum Unwort des Jahres 2012 ernannt.

Am 30.1.2013 findet der nächste Termin von Kachelmanns Schadensersatzprozess statt. Er verklagt die Nebenklägerin des Vergewaltigungsprozesses auf Schadensersatz für Gutachten, die er selbst in Auftrag gegeben hat. Wir haben seine Äußerung und die Unwort-Aktion aufgegriffen und werden vor Ort „Opfer-Abos“ an alle Interessierten verteilen.

Proteste gegen sexuelle Gewalt: jetzt auch in Deutschland!

Termin: 30.1.2013, Treffen 13:00 (Prozessbeginn: 14:00)

Ort: Landgericht Frankfurt, Gebäude E

Kommt zum Prozess, bringt Plakate und Trillerpfeifen oder einfach euch selbst mit und lasst uns gemeinsam ein Statement gegen rape culture und ihre Auswüchse in Form von Kachelmann’schen Falschbehauptungen abgeben. Jede Person, die kommt, stärkt durch ihre Anwesenheit den Erfolg dieses nötigen Protests!

Bitte meldet euch aus organisatorischen Gründen vorher bei uns, unter dem Betreff „Protest“. Wir helfen euch auch gerne, Fahrgemeinschaften zu organisieren:

http://ifgbsg.org/

 

 

 

 

Der ehemals beliebte Talkshow- und Wettermoderator Jörg Kachelmann zieht derzeit vor Gericht. Er will über 13.000 Euro „Schadenersatz“ von seiner ehemaligen
Freundin. Diese hatte ihn wegen schwerer Vergewaltigung angezeigt. Er wurde im Mai 2011 freigesprochen, weil es begründete Zweifel an seiner Schuld gegeben habe. Gleichzeitig betonte der damalige Richter Manfred Seidling vom Landgericht Mannheim, die Kammer sei nicht von der Unschuld des Angeklagten überzeugt.

Kachelmann will nun von seinem mutmaßlichen Opfer das Geld zurück haben für Gutachten, die er selbst in Auftrag gegeben hat und die vermutlich die Grundlage der „begründeten Zweifel“ gebildet haben. Damit jedoch nicht genug.

Zugleich lanciert er über Buchveröffentlichung, Spiegel-Interview und Talkshow den Vergewaltigungsmythos der rachsüchtigen Falschbeschuldigerin. Gekrönt wird das durch Aussagen von ihm und seiner Frau Miriam, es gäbe eine „Opferindustrie“, und Frauen hätten das „Opfer-Abo“: „Richter verurteilen lieber mal einen Unschuldigen, als sich sagen lassen zu müssen, dass einem vermeintlichen Opfer keine Gerechtigkeit widerfuhr“, behauptet Kachelmann (Spiegel 41/2012), der nach dem Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen wurde.

Dieser Feldzug verhöhnt und diffamiert alle Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt oder Belästigungen geworden sind und werden. Tatsächlich wird nach Schätzung von Experten in Deutschland nur jede 20. Vergewaltigung zur Anzeige gebracht, in gerade 13 Prozent der verhandelten Fälle werden die Angeklagten verurteilt – überwiegend zu Bewährungsstrafen. Die Quote der Falschanschuldigungen bei Vergewaltigungen liegt bei 3 %, ähnlich wie die bei anderen Delikten.

Die „Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt“ organisiert Protestaktionen zu Kachelmanns Gerichtsterminen. Der nächste Termin findet statt am:

30.01.2013 Landgericht Frankfurt, Gebäude E, Hammelsgasse 1,  Frankfurt.

Die Initiative schreibt auf ihrer Homepage:

Wir bitten Euch, uns zahlreich vor Ort zu unterstützen – und somit ein klares Zeichen gegen die Verbreitung von solch gefährlichen Ansichten zu setzen. Wir laden dazu ein, unsere Initiative zu unterstützen und persönlich zu erweitern. Unsere Treffen finden alle 14 Tage abwechselnd in Frankfurt und Mainz mittwochs statt. Nächster Termin:  voraussichtlich 09. Januar 2013 in Mainz.

Weitere Informationen und Kontakt:

http://fuer-gerechtigkeit.jimdo.com/

 

 

 

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