Kritische Diskussion farbiger Frauen mit der Bewegung der Slut Walks.

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Kritische Diskussion schwarzer Frauen / farbiger Frauen mit der Bewegung der Slut Walks.
Im Anhang die englischen Dokumente.

Stellungnahme von AF3IRM in Englisch – bitte hier klicken
Zusammenfassung der AF3IRM Antwort zu den SlutWalks:
AF3IRM Mitglieder (Im/Migranten aus Lateinamerika, Asien und Afrika) haben den Aufruf
zu den Slutwalks lange diskutiert. Zwar begrüßte man den Aufwand der Veranstalter, fühlte
sich aber unsicher bezüglich der Antwort.
Sie sehen sich selbst als Hauptopfer von Gewalt an Frauen, von sexueller Gewalt, Verschleppung,Prostitution.

Sie sind und waren historisch gesehen die „sluts“ (Schlampen),
die von Dealern, Zuhältern und anderen „Autoritäten“ im globalen Sexhandel für $ 20 Milliarden
jährlich ausgebeutet wurden. Darum können sie den Begriff in Referenz zu ihnen
selbst und ihrem Kampf gegen sexuelle Gewalt und für die Befreiung der Frauen nicht akzeptieren.
Sie möchten die Organisatoren und Teilnehmer daran erinnern, dass der Kampf der Frauen
nicht monochromatisch (einfarbig) geführt werden könne und sollte.
Aus diesen Gründen sollte der Sprachgebrauch überdacht werden, da er farbige Frauen
abstoße.
Durch Kolonialisierung, Sexismus und Rassismus wurde und wird farbigen Frauen den
Begriff „slut“ aufgestempelt, werden sie als solche behandelt. Daher sei die Idee an einem
slutwalk teilzunehmen für sie eine große Last auf der Brust, nehme ihnen den Atem, töte
sie. Sie lehnen dieses Label, diese Identität ab und bevorzugen es dafür zu kämpfen, dass
Wörter wie diese aus dem Vokabular gestrichen werden und dafür, dass die Gesellschaft,
die solche Sprache möglich und gesellschaftsfähig gemacht, ausgerottet wird.
„Wir sind keine Schlampen. Wir sind Frauen, deren Kämpfe sehr vielschichtig sind, die
versuchen den vorherrschenden Blick auf Frauen als Objekte und Waren für Profit und Unterhaltung
zu beenden. AF3IRm hofft dass dies als eine Grundlage der Diskussion mit den
Slut Walk Organisatoren dient, denn um die von uns gewünschte egalitäre Gesellschaft zu
erreichen, brauchen wir, werden wir brauchen und haben wir immer eine Bewegung von
Frauen aller Hautfarben brauchen. “
Mariposa:
Wir Frauen mit afrikanischer Abstammung loben die Organisatoren für ihre breite Mobilisierung
gegen die Beschuldigungen und Unterdrückung von Opfern von sexueller Gewalt.
Vergewaltigungen haben nichts mit Kleidung, Klasse oder Hautfarbe usw. zu tun – keiner
verdient es vergewaltigt zu werden.
Aber wir sind sehr besorgt. Als schwarze Frauen und Mädchen sehen wir für keinen Platz
bei den Slut Walks. Wir sind perplex aufgrund der Benutzung des Begriffs „slut“. Aufgrund
der Geschichte von Sklaverei, Vergewaltigungen und Lynchmorden weckt der Begriff „slut“
andere Assoziationen für schwarze Frauen. Wir sehen uns und unsere Erfahrungen in
Slutwalks nicht reflektiert und besonders nicht unter diesem Label.
Wir kämpfen seit dem 19. Jh. gegen den sexistischen/rassistischen Sprachgebrauch von
slut u.a.
Wir können uns wollen uns nicht selbst als „sluts“ darstellen und unseren Mädchen die
Botschaft vermitteln, dass wir uns selbst als solche identifizieren und wollen Männern und
Jungs nicht ermutigen den Begriff weiter zu verbreiten, indem wir ihn durch Aufdrucke auf
T-Shirts, Buttons und Flugblättern normalisieren.
Wir fordern die Organisatoren auf farbige Frauen in den notwendigen und richtigen Kampf
mit einzubeziehen, dass über eine Namensänderung nachgedacht wird. Fordern, dass
weitere Aktionen gegen die Trivialisierung von Vergewaltigungen durchgeführt werden,
dass im Sinne einer revolutionären Bewegung für das Ende von sexuellen Übergriffen,
Vergewaltigungsmythen und –Kultur ein kritischerer, strategischerer und nachhaltigerer
Plan entwickelt wird für ein gemeinsames NEIN gegen Gewalt an Frauen.
Wir würden ein Treffen mit den Slutwalk Organisatoren und eine kritische Diskussion über
weitere Strategien begrüßen wird. Fordern, dass weitere Aktionen gegen die Trivialisierung
von Vergewaltigungen durchgeführt werden, dass im Sinne einer revolutionären Bewegung
für das Ende von sexuellen Übergriffen, Vergewaltigungsmythen und –Kultur ein kritischerer,
strategischerer und nachhaltigerer Plan entwickelt wird für ein gemeinsames
NEIN gegen Gewalt an Frauen.
Wir würden ein Treffen mit den Slutwalk Organisatoren und eine kritische Diskussion über
weitere Strategien begrüßen.

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